Ein Erlebnisbericht

Betze, Drama, Hanslik

30. April 2021, 12:59 Uhr

Daniel Hanslik (rechts) konnte gegen Unterhaching zwar nicht mit von der Partie sein, ließ sich dadurch aber nicht die gute Laune verderben. Foto: imago

Endlich wieder ein Spiel auf dem Betze. Und dann noch ein Interview mit Daniel Hanslik. In einer durch Corona geprägten, tristen Zeit war der vergangene Samstag mal wieder ein Tag voller Höhepunkte. Wenngleich die Unterhaching-Partie gut zusammenfasste, wie schwierig das Fandasein beim 1. FC Kaiserslautern sein kann. Ein Erlebnisbericht.

Abstiegskampf ist immer scheiße. Ob in der Bundesliga, der Dritten Liga oder der Kreisliga B. Aber wenn man mit seinem Herzensverein, der vor zehn Jahren noch Bundesligist war, um die Existenz und den Absturz in die Viertklassigkeit bangt, setzt das allem die Krone auf. Und ausgerechnet dann, wenn der Club die große Kraft der Zuschauer am meisten braucht, dürfen diese aufgrund der Pandemie nicht ins Stadion.

Eigentlich ist das Pilgern auf den Betzenberg so imposant wie das WM-Stadion selbst. Doch als Kollege Götze und ich am Weltmeister-Kreisel vorbei nach oben fahren, ist es gespenstisch leer. Dort, wo normalerweise Wurst- und Bierbuden mit langen Schlangen kämpfen, können wir unser Auto abstellen.

Später, im Stadion, schmerzt der Blick auf die Aufstellungen. Die Nummer 19 fehlt. Hanslik ist nicht dabei. Ausgerechnet jetzt, wo wir einen Interviewtermin mit ihm haben, lassen Oberschenkelprobleme einen Einsatz nicht zu. Obwohl er gerade mit vier Toren in drei Spielen glänzte und ganz Kaiserslautern wieder an den Klassenerhalt glauben ließ.

Ein Fuldaer Name taucht aber auf: Dennis Meinhardt ist Assistent von Bundesliga-Referee Sören Storks. Und ausgerechnet der überstimmt seinen Chef und verlegt einen Strafstoß für Kaiserslautern nach draußen. Statt 3:1-Führung mal wieder ein Spiel, das spannend bis zum Schluss ist. Verdammt, Dennis, war das nötig?! Ja, war es. Die Entscheidung war absolut richtig. Aber das sieht der Fan im ersten Moment natürlich anders.

Am Ende reicht es zum 3:2. Beim entscheidenden Elfmeter zum Sieg kann ich gar nicht mehr hinsehen. Endlich steht Lautern wieder über dem Strich. Auch Hanslik ist froh. Dem 24-Jährigen sieht man das Strahlen durch die Maske hindurch an. Hanslik spricht offen und ehrlich, betont, sich über den Heimatbesuch zu freuen. Und ich freue mich als Fan und Redakteur. Dass mit Daniel Hanslik ein Osthesse beim FCK spielt, der wichtige Tore schießt. Und dass er trotz des Ruhms noch derselbe Mensch ist, der Steinbach vor fast vier Jahren für die große, weite Fußballwelt verließ.

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