13.05.2018

Bad Vilbel zieht auf vier Punkte davon

Verbandsliga Süd: Türk Gücü Friedberg unterliegt in Darmstadt

Alexander Bauscher ist mit dem FV Bad Vilbel auf Hessenliga-Kurs. Foto: Steffen Turban

In der Verbandsliga Süd hat sich der FV Bad Vilbel dank des 6:2-Sieges gegen den Hanauer SC 1960 eine formidable Ausgangsposition vor den letzten beiden Spieltagen verschafft. Durch die gleichzeitige 2:4-Niederlage des Wetterauer Rivalen Türk Gücü Friedberg bei Rot-Weiß Darmstadt beträgt der Vorsprung auf die Kreisstädter nun vier Zähler. Im Abstiegskampf landeten der FC Bensheim mit dem 2:0-Sieg bei Absteiger SG Bruchköbel und Viktoria Urberach durch den 4:3-Sieg gegen die Usinger TSG eminent wichtige Siege.

Rot-Weiß Darmstadt - Türk Gücü Friedberg 4:2 (2:0)

Die Heimstättensiedler bezwangen den Aufstiegsanwärter und machten einen satten Sprung auf Rang neun der Tabelle. Bei möglichen fünf Direktabsteigern und nur zwei Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone war das ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt für das Team von Trainer Dominik Lohrer. Der Hessenliga-Absteiger hätte schon durch den Pfostenschuss von Koyuncu in Führung gehen können. Zwei Minuten später brachte Andreas Klug die Darmstädter auf die Siegerstraße. Eine Führung, die Ex-Profi Christopher Nguyen noch vor der Halbzeit auf 2:0 ausbaute. Die Gäste aus der Wetterau kamen Mitte der zweiten Halbzeit durch Selim Aljusevic auf 2:1 heran, der den Ball nach einem Freistoß am langen pfosten einschob. Aber die kampfstarken Südhessen konnten sich auf ihren Torjäger Nguyen verlassen, der den alten Abstand wiederherstellte. Friedberg hatte nach dem 3:2 durch Masse Bell Bell neue Hoffnung, doch in der Nachspielzeit machte Francesco Torino mit dem 4:2 alles klar. Für TGF-Trainer Mustafa Fil gilt nach dieser Niederlage die volle Konzentration auf die Aufstiegsrunde zur Hessenliga: "Alle haben vom Showdown am letzten Spieltag geredet, aber dazu kommt es wahrscheinlich nicht. Der Sieg für Darmstadt geht in Ordnung. Die haben alles rausgehauen was geht. Unser Weg führt über die Aufstiegsrunde."

Schiedsrichter: Simon Heß (Heppenheim).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Andreas Klug (27.), 2:0 Christopher Nguyen (38.), 2:1 Selim Aljusevic (65.), 3:1 Christopher Nguyen (77.), 3:2 Masse Bell Bell (79.), 4:2 Francesco Torino (90.+4).

FV Bad Vilbel - SC Hanau 1960 6:2 (2:2)

Noch ein Sieg fehlt den Brunnenstädtern noch zum Aufstieg in die Hessenliga. Sollte der FV am kommenden Sonntag in Alsbach gewinnen, ist das Spitzenspiel gegen Friedberg nur noch Schaulaufen. Entscheidend dafür war die Galavorstellung der Vilbeler im zweiten Durchgang. Denn zu Beginn waren die Gäste aus Hanau besser im Spiel und führten durch einen Kopfball des Georgiers Giorgi Piranashvili. Die Hausherren antworteten nach einer Ecke durch Dominik Emmel mit dem Ausgleich. Nach dem Foulelfmetertor durch Benjamin Braus zum 1:2 hatte Lukas Knell Pech mit einem Pfostenschuss. Aber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang Alexander Bauscher der Ausgleich zum 2:2. Im zweiten Abschnitt spielte Bad Vilbel all seine Qualitäten aus und nach einem sauberen Doppelpass schob Stürmer Ugur Erdogan zum 3:2 ein. Durch den Schlenzer von Bauscher nach starker Vorarbeit von Osman erhöhte der Favorit auf 4:2. Ein Distanzschuss Thorben Knauers zum 5:2 und ein sehenswertes "Rabona-Tor" durch Zoran Djordjevic gaben Hanau 1960 den Rest. "Wir haben die erste Halbzeit dominiert und hätten 3:0 führen müssen. Mit zwei individuellen Fehlern sind wir mit 2:2 in die Kabinen gegangen. Unsere einfachen Fehler hat Bad Vilbel danach ausgenutzt. Unser Fokus liegt nun auf dem Kreispokal-Finale gegen den HFC am Pfingstmontag", resümierte der Sportliche Leiter des HSC Okan Sari.

Schiedsrichter: Tobias Lecke (Bebra).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Giorgi Piranashvili (18.), 1:1 Dominik Emmel (21.), 1:2 Benjamin Braus (28., Foulelfmeter), 2:2 Alexander Bauscher (45.+1), 3:2 Ugur Erdogan (53.), 4:2 Alexander Bauscher (63.), 5:2 Thorben Knauer (82.), 6:2 Zoran Djordjevic (85.).

SG Bruchköbel - FC Bensheim 0:2 (0:0)

Der Auswärtsdreier beim Absteiger war für den FC Bensheim Pflicht und hält die theoretischen Chancen des FCB am Leben. Allerdings wird das Team von der Bergstraße wohl zwei Siege holen müssen, um den Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Benedikt Saltzer und Hamza Madroun verhinderten zumindest heute den vorzeitigen Bensheimer Abstieg.

Schiedsrichter. Terlan Tavasolli (Offenbach).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Benedikt Saltzer (62.), 0:2 Hamza Madroun (80.).

Hanauer FC 93 - TSV Vatanspor Bad Homburg 3:1 (0:0)

Die Hanauer haben den dritten Platz sicher und können auch nicht mehr vom Stadtrivalen SC 1960 eingeholt werden. "Vatanspor hat tief gestanden und auf Konter gelauert. Der Rückstand hat uns überhaupt nicht beeindruckt. Patrick Gischewski war unser bester Mann", hob Hanaus Sportlicher leiter Giovanni Fallacara hervor. Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Andre Stoss die weiterhin stark abstiegsgefährdeten Bad Homburger mit 1:0 in Führung. Patrick Gischewski krönte seine Galavorstellung mit dem Ausgleich, indem er gleich vier Bad Homburger umspielte. Das 2:1 der Gastgeber resultierte aus einem Flachschuss aus 16 Metern durch Iker Bicakci. Die Entscheidung fiel in der Nachspielzeit, als bei den Kurstädtern Torhüter Kai Klug mitaufgerückt war. Christian Fischer schickte Ervin Skela steil, der zum 3:1 ins leere Tor einschob. Vatanspors Sportmanager Hüseyin Güven sieht sein Team mit 40 Punkten stark gefährdet: "Es herrscht Alarmstufe Rot. Wir haben alles gegeben, von daher kein Vorwurf. Nur einige Spieler waren unkonzentriert und egoistisch. Das ist durch gefühlte Eigentore bestraft worden." Betonen möchte Güven, dass die Mannschaft für den erkrankten Trainer Jörg Loutchan spielt, der derzeit im Krankenhaus stationär behandelt wird. Bis zum Saisonende wird das Team von Güven und Co-Trainer Turan Pekdemir betreut.

Schiedsrichter: Sebastian Betz (Bad Soden-Salmünster).
Zuschauer: 110.
Tore: 0:1 Andre Stoss (46.), 1:1 Patrick Gischewski (56.), 2:1 Ilker Bicakci (59.), 3:1 Ervin Skela (90.+2).

Viktoria Urberach - Usinger TSG 4:3 (1:0)

Die Mannschaft von Trainer Lars Schmidt geriet nach einer 4:0-Führung noch in Bedrängnis, denn die Gäste aus der Buchfinkenstadt kamen noch auf 4:3 heran. Nach einem Pfostenschuss von Andre Schneider brachte Tom Niegisch die Rödermarker per Kopfball in Führung. Im zweiten Abschnitt spielte sich Urberach in einen Rausch und erhöhte durch Schneider mit einem Distanzschuss auf 2:0. Das dritte Tor gehört in die Kategorie Kuriositätenkabinett. Marvin Lauströrs Rückpass zu Tormann Jan Eric Dreikausen hoppelte am Keeper vorbei ins Tor. Nach dem 4:0 von Loris Seree Lang schien das Ding gelaufen, aber der Hochtaunus.Klub legte auf einmal den Vorwärtsgang ein. Nico Wenzel, Lars Günther per Foulelfmeter und Thorben Grill (Distanzschuss in den Winkel) verkürzten auf 4:3 und da war im Waldstadion noch eine Viertelstunde zu spielen. Nach einer Eckballserie reklamierten die Gäste noch zwei Elfmeter, die nicht gegeben wurden. Die Krönung aus Sicht der Usinger war die Rote Karte gegen Torben Selzer in der Nachspielzeit, die laut beiden Seiten völlig unberechtigt gewesen sei. "Wir haben bis zum 4:0 nicht ins Spiel gefunden. Danach haben wir eine Super Moral gezeigt und die erste Stunde hat uns einen Punkt gekostet", konstatierte UTSG-Spielertrainer Marcel Kopp. Seinem Team kann aber nichts mehr passieren, die Usinger werden im Sommer in ihr drittes Verbandsliga-Jahr in Folge gehen.

Schiedsrichter: Maximilian Rüger (Petersberg).
Zuschauer: 125.
Tore: 1:0 Tom Niegisch (42.), 2:0 Andre Schneider (51.), 3:0 Jan Eric Dreikausen (58., Eigentor), 4:0 Loris Seree Lang (64.), 4:1 Nico Wenzel (67.), 4:2 Lars Günther (70.), 4:3 Thorben Grill (75.).
Rote Karte: Torben Selzer (Usingen, 90.+3).

Autor: Pedro Acebes

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