20.05.2018

Bad Vilbel nach elf Jahren zurück in der Hessenliga

Verbandsliga Süd: 3:1-Sieg in Alsbach reicht zum Titel

Hessenliga: Der FV Bad Vilbel ist wieder im Oberhaus. Foto: Kenan Kovacevic

Der FV Bad Vilbel ist am Ziel! Durch den 3:1-Sieg beim FC Alsbach feiern die Brunnenstädter die Meisterschaft in der Verbandsliga Süd und kehren nach elf Jahren Abstinenz in die Hessenliga zurück. Spannend bleibt die Abstiegsfrage: Der SV FC Sandzak sicherte sich den Klassenerhalt mit dem 4:1-Erfolg gegen Viktoria Nidda. Einen wichtigen Dreier landete der TSV Vatanspor Bad Homburg mit dem 3:1-Sieg gegen Viktoria Urberach. Wie die "Orwischer" können der FC Bensheim und der FC Alsbach den Ligaerhalt ohne fremde Hilfe nicht mehr erreichen.

SV FC Sandzak - Viktoria Nidda 4:1 (1:1)

Sandzak feiert durch den Heimsieg nach einer turbulenten Saison als Aufsteiger den Klassenerhalt. Aufgrund des gewonnenen direkten Vergleiches gegen Viktoria Urberach können die Balkan-Kicker am letzten Spieltag nicht mehr in die Abstiegszone abrutschen. "Der Sieg ist völlig verdient, Nidda wollte uns nichts schenken. Wir wussten genau, dass wir diesen einen Sieg noch brauchten. Deswegen waren wir hochkonzentriert", gab Murat Sejdovic zu Protokoll, der durch einen Abstauber das wichtige 2:1 markierte. Zuvor hatte Aleksandar Mastilovic die Frankfurter per Freistoß mit 1:0 in Führung gebracht. Die ersatzgeschwächten Gäste aus dem Büdinger Kreis konnten in Gestalt von Marcel Schwalm einen Abwehrfehler der Ex-Jugoslawen zum Ausgleich ausnutzen. Nachdem Sejdovic den SV FC auf die Siegerstraße brachte, machte Fatmir Omerovic nach einem Eckstoß per Kopfball zum 3:1 alles klar. Dzenan Sabotic setzte den Schlusspunkt zum 4:1 auf Flanke des fleißigen Japaners Riki Hirakawa. Somit geht der SV FC Sandzak im Sommer in seine zweite Verbandsliga-Saison.

Schiedsrichter: Nicklas Rau (Nidderau).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Aleksandar Mastilovic (19.), 1:1 Marcel Schwalm (32.), 2:1 Murat Sejdovic (63.), 3:1 Fatmir Omerovic (80.), 4:1 Dzenan Sabotic (83.).

TSV Vatanspor Bad Homburg - Viktoria Urberach 3:1 (1:0)

Einen unfassbar wichtigen Sieg landete Vatanpor Bad Homburg gegen die Viktoria aus Urberach. Bis tief in die Nachspielzeit musste der TSV zittern, bis der Dreier endlich eingefahren wurde. Andrè Stoss brachte die Loutchan-Elf schon nach acht Minuten in Führung. "Das war ein megawichtiger Sieg für uns. 200 Zuschauer waren da. Unsere türkische Community hat uns heute zum ersten Mal nicht im Stich gelassen. Ich bedanke mich bei jedem einzelnen. Wir haben verdient gewonnen, ein Kompliment möchte ich aber auch an Urberach machen", zeigte sich Vatanspors Sportmanager Hüseyin Güven nach der Partie sichtlich erleichtert. Nach einem Kurzpassspiel erhöhte Alexander Ujma auf 2:0, doch fast direkt im Gegenzug konnte Urberach durch Tom Niegisch wieder rankommen. Einen strammen 30 Meterlauf schloss Stoss in der Nachspielzeit zum erlösenden 3:1 für Bad Homburg ab. Zuvor dezimierte sich der TSV etwas außergewöhnlich. Bei seiner Auswechslung war Eugen Schiffmann nicht der Allerschnellste. Dafür sah er schonmal die Gelbe Karte. Diese animierte ihn aber nicht, seine Beine in die Hand zu nehmen, und so sah der Linksfuß nochmal den gelben Karton. Somit fehlt der 30-Jährige den Kurstädtern neben Samir Haruna (Muskelfaserriss) und Kai Klug (Urlaub) im letzten so wichtigen Spiel bei der Eintracht aus Wald-Michelbach.

Schiedsrichter: Tobias Panzer (Nieder-Weisel).
Zuschauer: 200.
Tore: 1:0 Andre Stoss (8.), 2:0 Alexander Ujma (73.), 2:1 Tom Niegisch (75.), 3:1 Andre Stoss (90.+4).
Gelb-Rote Karte: Eugen Schiffmann (Vatanspor, 76.).

FC Alsbach - FV Bad Vilbel 1:3 (0:1)

Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic befand sich auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus von der Bergstraße schon in Feierlaune. Unmittelbar nach dem 3:1-Sieg beim stark abstiegsgefährdeten FC Alsbach hatte der Erfolgscoach schon die obligatorische Bierdusche abbekommen. "Die Jungs haben von der ersten Minute an gezeigt, dass sie unbedingt aufsteigen wollen. Jetzt heißt es feiern, feiern, feiern", berichtete der Übungsleiter aus dem fahrenden Gefährt. Die Brunnenstädter waren durch Lukas Knell aus dem Gewühl heraus mit 1:0 in Führung gegangen. Der Gegentreffer brachte den FCA etwas aus dem Konzept, die Südhessen hielten aber mit gutem Zweikampfverhalten dagegen. Nach dem Seitenwechsel waren die Wetterauer zielstrebiger und erhöhten durch Davor Babic aus dem Rückraum auf 2:0. Alsbach verlagerte dann das Spielgeschehen in die Hälfte der Gäste, aber ohne Erfolg. Nach Babics Kopfballtreffer auf Flanke von Dominik Emmel zum 3:0 wurde das Vilbeler Aufstiegstransparent schon ausgerollt. Daran änderte auch der Ehrentreffer des FCA per Foulelfmeter durch Marcel Daniel nichts. 2007 war der FV Bad Vilbel aus der damaligen Oberliga Hessen abgestiegen. Nach elf langen Verbandsligajahren werden die Farben Grün und Weiß vom Niddasportfeld aus nach ganz Hessen getragen. Abstiegsangst dagegen beim FC Alsbach: Der Verbandsliga-Dino droht in die Gruppenliga Darmstadt abzusteigen. Nur ein Sieg in Bruchköbel und günstige Konstellationen auf anderen Plätzen oder in anderen Ligen können dem FCA jetzt noch helfen. "Wir haben es jetzt nicht mehr in der eigenen Hand. Bad Vilbel hat das im Stile eines Tabellenführers ausgespielt. Offensiv hatten wir in der zweiten Hälfte nichts mehr zu bieten", bedauerte Pressesprecher Andreas Rothermel.

Schiedsrichter: Florian Tesch (Groß-Zimmern).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Lukas Knell (11.), 0:2 und 0:3 Davor Babic (56., 78.), 1:3 Marcel Daniel (87., Foulelfmeter).

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