Nico Fischer im Portrait

Aus der Hauptstadt in die Idylle

09. Juni 2021, 13:32 Uhr

Als sicherer Rückhalt möchte sich Nico Fischer beim SV Steinbach beweisen. Foto: privat

Der Weg, den Nico Fischer wählt, ist ein ungewöhnlicher. Aus der 3,7-Millionen-Metropole Berlin verschlägt es den 22-Jährigen ins dörfliche Steinbach mit seinen 1500 Einwohnern. Doch der neue SVS-Keeper hat seine Gründe.

Der Hauptgrund seines Wechsels kommt dem Keeper immer wieder über die Lippen. Spielen möchte er. Und die Chancen sehe er in Steinbach gegeben. „Weil der Verein auf junge Spieler setzt, ihnen eine Chance gibt“, erläutert Fischer. Diese habe er in den zurückliegenden Jahren nie wirklich erhalten. Einige Vereine hat er in Berlin schon durch, zuletzt war er bei der VSG Altglienicke II. Spielpraxis sammelte er beim Landesligisten – wie auch bei den vorigen Stationen – kaum. „Die Vereine setzen auf erfahrene Säulen. Das zieht sich ein Stück durch die Region“, schildert der 22-Jährige.

Ein Berater stellte den Kontakt zum SVS her. Nach ein paar Treffen waren sich beide Seiten einig, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Für Fischer ein großer Schritt. Raus aus dem familiären Umfeld und dem Stadtleben. Rein in die dörfliche Idylle. Als Einzelkämpfer. Seine Freundin bleibt in Berlin. Als Herausforderung sieht er die kommenden Monate, eigenständig möchte er werden. „Die Eltern wohnen nicht mehr direkt um die Ecke“, weiß er. Statt dem schnellen Besuch muss er zum Telefon greifen. Nicht nur sportlich, auch menschlich möchte Fischer reifen. Das Dorfleben kenne er von früher, verbrachte er doch immer wieder Zeit an der Ostsee. Und sein erster Eindruck von Steinbach? „Klein, aber fein.“

Ex-Profi Karim Benyamina traf wie er wollte

Viel Neuland erwartet ihn, den Konkurrenzkampf um die Nummer eins kennt er allerdings. Mit Daniel Heinrich und Maurice Pappert hat Steinbach zwei weitere Torhüter, auf die sich Fischer freut, aber zugleich in die Schranken weisen will. „Konkurrenz ist wichtig für die Weiterentwicklung. Allerdings komme ich nicht, um auf der Bank zu sitzen“, stellt der Berliner klar. In den Parks der Hauptstadt habe er sich zuletzt fitgehalten. Sein präferiertes Torwartspiel konnte er dabei nicht ausbauen, mag es Fischer doch, mitzuspielen. Er sieht sich als elfter Feldspieler.

Einen zu weiten Blick in die Zukunft wagt er nicht, der Fokus richtet sich komplett auf den SVS. Er will sich in Hessen etablieren, macht aber keinen Hehl daraus, dass der Weg gerne weiter nach oben führen darf. Wie es sich anfühlt, in der Regionalliga zu spielen, durfte Fischer immerhin schon erleben. Zu Juniorenzeiten spielte er bei Viktoria Berlin, in Trainingseinheiten feuerten ihm Ex-Profis wie Karim Benyamina (Union Berlin, Karlsruher SC) Torabschlüsse um die Ohren. Für den 22-Jährigen eine „interessante Erfahrung. Benyamina hat aus allen Winkeln getroffen. Da habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich gerade mache. Daraus lernt ein junger Spieler und wächst für kommende Aufgaben.“ Beim SVS wird Fischer nun zeigen wollen, was er gelernt hat.

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