Regionalliga hat entschieden

Aufstieg vom Tisch: Barockstadt bleibt Hessenligist

29. April 2021, 19:30 Uhr

Sedat Gören und die SG Barockstadt bleiben in der Hessenliga. Foto: Charlie Rolff

Der Traum von der Regionalliga ist für die SG Barockstadt ausgeträumt. Gesellschafterversammlung und Spielkommission der Regionalliga Südwest GbR haben nach umfassender Rechtsprüfung gestern entschieden, keine Aufsteiger für die Saison 2021/2022 zuzulassen.

„Unter Berücksichtigung der wenigen ausgetragenen Spiele in den drei Oberligen wird den bisherigen sportlichen Leistungen kein hinreichender Aussagewert für die Ermittlung von Aufsteigern beigemessen“, begründet die Liga in einer Pressemitteilung die Entscheidung. Demnach sei es nicht genug, in der Hessenliga – wo die SG Barockstadt zum Zeitpunkt des Abbruchs auf Platz eins stand – nur 11 beziehungsweise 12 der 38 Spiele bestritten zu haben, um sportlich faire Aufsteiger zu ermitteln. Auch in anderen Oberligen wurden nicht ansatzweise 50 Prozent der Partien gespielt, die als Voraussetzung für die sportliche Qualifikation als Aufsteiger seitens der Regionalliga gelten.

Großer Gewinner sind nun die abstiegsbedrohten Regionalligisten: Da vier Aufsteiger wegfallen, wird die Zahl der Absteiger von sechs auf zwei reduziert. „Im Rahmen der Interessenabwägung fand zudem Berücksichtigung, dass die Regionalliga Südwest GbR auch eine Rücksichtnahme- und Fürsorgepflicht gegenüber den Teilnehmern der Regionalliga Südwest trifft, deren Möglichkeit zum Klassenerhalt im Zusammenhang mit den Aufstiegsmöglichkeiten aus den nachgeordneten Oberligen steht“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Überraschend kommt die Entscheidung auch deshalb, weil in vergleichbaren Fällen anders entschieden wurde: Die Regionalligen Nordost und Nord melden beispielsweise Aufsteiger beziehungsweise Aufstiegsrundenteilnehmer für die Dritte Liga, obwohl ebenfalls nicht ansatzweise 50 Prozent der Saisonspiele bestritten wurden. Zudem hatte sich der Präsident des Hessischen Fußball-Verbands (HFV), Stefan Reuß, der Teil der Gesellschafterversammlung ist, in internen Sitzungen recht deutlich für einen Aufstieg der Barockstadt positioniert.

Das in Auftrag gegebene Rechtsguthaben, auf das sich die getroffene Entscheidung dem Vernehmen nach einzig und allein stützt, sorgte nun aber für eine andere Entscheidung – wodurch der HFV handlungsunfähig ist. Bislang hatte der Verband noch die Möglichkeit in Betracht gezogen, die Hessenliga-Saison 2020/21 als einzige des gesamten Bundeslandes nicht zu annullieren – um den Weg für eine Aufsteigermeldung freizumachen. Nun steht einer Annullierung nichts mehr im Weg.

Die Abstiegsfrage in der Regionalliga ist quasi ebenfalls geklärt: Alzenau (10 Punkte Rückstand) und Stadtallendorf (20) haben gehörigen Abstand auf den drittletzten, rettenden Rang, für beide Vereine geht es wohl runter in die Hessenliga. Andere hessische Teams wie Hessen Kassel und Gießen, die bei sechs Absteigern stark gefährdet gewesen wären, dürfen vermutlich den Klassenerhalt bejubeln. Ganz anders ist natürlich die Gefühlslage bei der SG Barockstadt. Der tolle Saisonstart mit 33 Punkten aus 12 Begegnungen bleibt für die Truppe von Trainer Sedat Gören somit ungekrönt. Ein neuer Anlauf wird vonnöten sein. In einer Hessenliga mit wahrscheinlich 22 Teams.

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