Bimbach und Müs im Kampf um Titel

3300 Zuschauer bei Spiel der B-Klasse

25. März 2021, 14:42 Uhr

Foto: Friedhelm Eyert

Die Saison 1972/1973 brachte in der B-Klasse Fulda 4 einen packenden Zweikampf mit einem echten Showdown. Die Nachbarn der Spvgg. Bimbach und des SV Müs lieferten sich einen Kampf, der über die reguläre Saison hinausging.

Schon der Start war spektakulär. Nach acht Spieltagen hatten beide Rivalen all ihre Partien gewonnen und führten mit je 16:0 Punkten die Tabelle an. Es folgte der erste Knaller im direkten Duell, als die Müser das Hinspiel vor fast 600 Zuschauern mit 3:1 für sich entschieden. Der Siegeslauf hielt anschließend lange: 17 Siege und ein Remis bedeuteten nach 18 Spieltagen und 35:1 Zählern bis heute einen Punkte- und Startrekord. Das Rückspiel brachte die Revanche, als Bimbach vor 500 Zuschauern mit 2:1 siegte.

Am Ende der regulären Runde hatten beide Vereine 46:6 Punkte auf ihrem Konto. Zwar hatte Bimbach mit 92:21 Treffern gegenüber Müs (79:18) die bessere Tordifferenz, doch damals zählten ausschließlich die Punkte. Und so musste ein Entscheidungsspiel um den Titel her. Beide Clubs trafen sich geografisch gesehen exakt in der Mitte: auf dem Sportplatz in Großenlüder.

3300 Zuschauer pilgerten zu diesem „Spiel des Jahres“ – und wieder sollte es lange packend und spannend bleiben. Müs drängte von Beginn an auf eine rasche Entscheidung, während Bimbach den Gegner zunächst einmal austoben ließ. Torlos ging es in die Kabinen, ehe Bimbach nach der Pause ein Feuerwerk abbrannte und innerhalb von 20 Minuten vier Tore erzielte.

„Wir haben mit unserer taktischen Marschroute Erfolg gehabt. Wir wollten Müs kommen lassen, um dann mit unseren schnellen Spitzen zu kontern. Das hat geklappt“, formulierte damals der Bimbacher Trainer Werner Gassmann. Und sein Müser Pendant Helmut Sauer sagte: „Bimbach hatte einfach die besseren Stürmer und die schnelle Torfolge hat uns aus der Bahn gerissen.“

Grundlage für den Bimbacher Erfolg war übrigens die gute Jugendarbeit. Gleich acht Spieler aus der erst neun Jahre zuvor gegründeten Schülermannschaft bildeten den Stamm einer Elf, die ein Durchschnittsalter von nur 22 Jahren aufwies. Müs hatte damals in Helmut Schnell seinen besten Torschützen, der 29-mal traf, Bimbachs Top-Torjäger war Robert Weißmüller mit 33 Saisontreffern.

Bimbach wurde in der darauffolgenden Saison als Neuling sofort Vizemeister der Kreisoberliga Mitte (damals A-Klasse Mitte) hinter Germania Fulda. Müs dagegen konnte nicht mehr an die starke Saison anknüpfen, spielte in den folgenden zehn Jahren nur noch im Mittelfeld der B-Liga, ehe 1984 gar der Abstieg in die C-Liga folgte.

Die Statistik:

SV Bimbach: Bansleben; Hillenbrand, Frohnapfel, Pfeffer, Sponer, Schäfer, Gärtner (60. Weber), Wohletz (75. Jäger), Büttner, Weißmüller, Jost.
SV Müs: Lohfink; Büttner, Otterbein, Swoboda, Alfred Erb, Josef Erb (46. Köhl), Kreis, Schnell, Hosfeld, Gerk (70. Keller), Gehring.
Schiedsrichter: Winkler (SG Steinau).
Zuschauer: 3300.
Tore: 1:0 Wohletz (53.), 2:0 Weißmüller (64.), 3:0 Jost (72.), 4:0 Weißmüller (73.).

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