Thalaus Kader soll regionaler werden

Durchmarsch verhindern

01. Dezember 2021, 07:23 Uhr

Nein, den Abflug macht Thomas Hütsch nicht. Er möchte wieder für mehr Ruhe beim FSV Thalau sorgen und freut sich auf die schwierigen kommenden Aufgaben. Foto: Charlie Rolff

Thomas Hütsch kennt sich beim FSV Thalau bestens aus. In verschiedensten Funktionen war der 45-Jährige bereits im Club tätig. Jüngst übernahm er den Trainerjob der Verbandsliga-Mannschaft. Eine Mammutaufgabe bei der derzeitigen Konstellation, zumal der Kader immer schmaler wird.

TSV Rothemann, SG Rönshausen und SC Motten. Als Hütsch Anfang 2016 zum TSV wechselte, wollte er noch mal eine neue Herausforderung erleben. Rund 20 Jahre war er zuvor in Thalau aktiv. Als Spieler reifte er zu einer Koryphäe, als Sportlicher Leiter schaffte er mit dem Club 2014 den Aufstieg in die Gruppenliga. Und weil er ein FSV-Urgestein ist, kehrte er vor etwa einem Jahr zurück. Als Stand-by-Spieler für die Reserve in der A-Liga. Doch dann gingen vor wenigen Wochen Meik Voll und die Verbandsliga-Elf getrennte Wege, Hütsch übernahm interimsmäßig gegen Eichenzell, coacht das Team nun bis zum Sommer und wird dann die Sportliche Leitung unterstützen.

Dass er plötzlich Ansprechpartner in erster Reihe ist, habe er nicht erwartet. Die Schwere der Aufgabe ist ihm bewusst. „Es ist eine Mordsaufgabe. Die Verbandsliga ist eine Klasse, mit der ich nie etwas zu tun hatte. Obwohl die Lage so prekär ist bin ich ein Stück weit stolz, die Aufgaben übernehmen zu dürfen“, sagt Hütsch, dem klar ist, dass es „schönere Momente gibt um eine Mannschaft zu betreuen. Dennoch nehmen wir die Situation hin und wollen mit Anstand abtreten.“ Dass Thalau die Verbandsliga verlässt, ist kein Geheimnis. Das Wie spielt jedoch eine Rolle. Auftritte wie beim 2:2 zum Jahresabschluss im Derby möchte der Neu-Trainer sehen. „Die paar Monate sollten wir noch aufsaugen, denn allzu schnell wird der Verein nicht mehr auf Verbandsniveau spielen“, meint Hütsch, der im nächsten Step die Truppe auf die Zukunft vorbereiten möchte.

"Wir haben viele Feste gefeiert. Nun durchleben wir eine Phase, in der wir die Anhänger umso mehr brauchen."

So wird ab Sommer wieder Gruppenligafußball im Wittiggrund gespielt. Und darauf gilt es sich einzustellen. Rückschläge werden noch einige kommen, eine Perspektive muss im Gegenzug gegeben werden. Es bedarf einer schlagkräftigen Truppe. Denn Hütsch betont: „Es sind schon einige Mannschaften durchgereicht worden. Das wollen und werden wir verhindern. Wir haben ein Gerüst, einen harten Kern im Team. Rundherum müssen wir eine Einheit formen.“ Nicht mehr zur Verfügung steht dafür bekanntlich Mohamed Sharif, der seinen Abgang erklärt hat. Ihm gleich tat es nun Ersatztorwart Daniel Schüßler. Weitere Akteure könnten folgen. So halten sich Gerüchte, dass Marcel Martinez und Ahmed Emre Aydogan abtreten und Philipp Mötzung aufgrund seines Referendariats den Club verlässt. Hütsch bestätigt die Gerüchte, sagt aber, „dass noch Gespräche ausstehen. Im Umkehrschluss halten wir Ausschau nach Neuzugängen. Zwei, drei Ideen habe ich.“

Des 45-Jährigen Wunsch ist es allen voran, dass die Mannschaft wieder regionaler und mit gezielten auswärtigen Kräften qualitativ verbessert wird. „Dass der Erfolg der vergangenen Jahren nur mit dem Großteil an Auswärtigen möglich war, steht außer Frage. Aber die Basis muss aus der direkten Umgebung kommen. In den kommenden Jahren kommen aus den Junioren einige Jungs raus, die wir integrieren werden“, schildert Hütsch, der positiv in die Zukunft blicken möchte. Dass eine Situation, wie Thalau sie derzeit erlebt, schon so manchen Club kaputtgemacht hat, weiß das Urgestein. Er möchte das unbedingt vermeiden.

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