Hessenliga: Hanau raus

Der FSV ist jetzt auf der Pole

27. November 2021, 15:20 Uhr

Daniyel Bulut und der FSV Fernwald blicken Richtung Play-offs.

Nur wenn sich der FC Bayern Alzenau mit dem SV Neuhof nächste Woche die Punkte teilt, besitzt der Hanauer FC noch eine minimale Chance, nach der Winterpause in den Play-offs zu spielen – und dass obwohl die Ljubicic-Elf bis Samstagvormittag noch alles in den eigenen Händen hielt. Der Grund für die nun fast auswegslose Situation? Die 0:2 (0:2)-Niederlage gegen den FSV Fernwald, der seines Zeichens nun beste Chancen im Kampf um die begehrten Aufstiegsrundenplätze besitzt.

Warum der FSV das Spiel in Hanau gewann? Einerseits erzielte die Bulut-Elf seine Tore zu den perfekten Zeitpunkten: Hatte Wessam Abdel-Ghani nach vielleicht 30 Sekunden schon die Führung für Hanau am Fuß, schoss im Gegenzug Erdinc Solak mit seinem ersten Ballkontakt den Gast in Front. Fernwalds bester Fußballer schloss im Strafraum schnörkellos ab. Das 2:0 fiel noch vor der Pause, weil Julian Bender klug für Torschütze Nicolas Strack durchsteckte (34.). Hanau hatte ein deutliches Plus an Ballbesitz, doch Fernwald verteidigte gut, konterete effektiv und ließ keine längeren Druckphasen zu. Zusätzlich hielt Mithat Sahin mit einem klasse Reflex die Führung gegen den strammen Schuss von Deniz Topcu fest (19.).

"Wir haben das Spiel sicherlich in der ersten Halbzeit verloren", sagte ein völlig enttäuschter Hanau-Coach Kreo Ljubicic nach Abpfiff, der merklich nach den richtigen Worten rang und feststellte, "dass der Fußball immer gerecht ist. Für uns heißt das, dass wir unser klares Ziel, die Play-offs, verfehlt haben. Das ist eine extrem bittere Situation, aber ein Spiegelbild dessen, wie die Saison seit dem 1. Juli, dem ersten Training, lief." Ausreden suchte er nicht, die angespannte Personalsituation wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. Dass die Aufstiegsrunde rein rechnerisch noch erreichbar ist, interessierte Ljubicic nicht. Er ist Realist und weiß: Im neuen Jahr geht es gegen den Abstieg.

Sein Gegenüber Daniyel Bulut war besser gelaunt. Nach dem letztwöchigen 3:2-Sieg gegen Alzenau war er noch der "glücklichste Hesse", diesmal der "erleichterste Hesse". "Ich glaube, dass Hanau gutes Personal stehen hatte, wir aber die bessere Mannschaft waren. Unsere Mentalität, die uns schon die letzten Wochen getragen hat, war auch diesmal der Schlüssel", sagte Bulut, der nun mit seinem Team alles in der eigenen Hand hat: Gelingt in der kommenden Woche gegen Flieden ein Sieg, könnte das Play-off-Ticket schon fix gebucht sein.

Die Statistik:

FC Hanau 93: Hofacker; Sejdovic (67. Cetin), Biehrer, Calabrese, Kara, Wüst (77. Gogol), Sentürk, Ünal, Bejic, Topcu (46. Kovjenic), Abdel-Ghani.
FSV Fernwald: Sahin; Kaguh (54. Mukasa), Burger, Bender, Freese (86. Schäfer), Goncalves, Solak, Strack (77. Richter), Sesay, Hendrich, Dinler.
Schiedsrichter: Leon Kanwischer (TSV Zierenberg).
Zuschauer: 130.
Tore: 0:1 Erdinc Solak (2.), 0:2 Nicolas Strack (34.).
Gelb-Rote Karte: Semih Sentürk (90., Hanau).

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