A-Liga: Schersadeh sagt Neuenberg ab

Das Herz sagt Ja, der Kopf sagt Nein

14. September 2021, 05:59 Uhr

In Welkers und Johannesberg sammelte Imal Schersadeh (links)bereits Erfahrung als Trainer. Dem TSV Neuenberg bleibt er „nur“ als Spieler treu. Archivfoto: Charlie Rolff

Was war das nur für ein Einstand als Interimstrainer? Alle vier Tore erzielte Imal Schersadeh am Sonntag beim spektakulären 4:4 in Eichenzell. Doch die guten Nachrichten halten nicht an, als Dauerlösung wird er dem Traditionsclub nicht zur Verfügung stehen.

„Mein Herz will es unbedingt, aber ich bin ganz bewusst den Schritt zum TSV Neuenberg als reiner Spieler gegangen, um eben nicht mehr in jedem Training sein zu müssen“, sagt Schersadeh, der den Verantwortlichen somit eine Absage erteilt. Mit fehlender Lust hat das beim 36-jährigen Goalgetter nichts zu tun. Vielmehr mit Zeitmangel. Zu den beruflichen und familiären Verpflichtungen kommen nun Renovierungsarbeiten hinzu. „Ich habe mir ein altes Häuschen gekauft, das ich in der nächsten Zeit auf Vordermann bringen will“, erläutert der ehemalige Stürmer von Borussia Fulda und Buchonia Flieden.

Dass sich das Neuenberger Führungsteam nicht über Schersadeh als Dauerlösung beklagt hätte, war den Ausführungen von Max Helker nach Tolga Pekmeczis überraschendem Rücktritt am Freitagabend durchaus zu entnehmen. Nun beginnt bei Neuenberg eine Trainersuche, die sich schwierig gestalten dürfte, schließlich soll es am liebsten ein Spielertrainer sein. Und so einen während einer laufenden Runde zu akquirieren? Eine heikle Angelegenheit.

Zumal die Voraussetzungen aktuell schlecht sind, wie Schersadeh ohne Umschweife zugibt. „Meine wichtigste Aufgabe war es am Samstag, für Sonntag elf Mann auf den Platz zu bekommen. Wir haben einfach unfassbare Verletzungsprobleme, die sich natürlich in den Leistungen niederschlagen.“ In Eichenzell musste Feldspiel Andranik Shebelyan das Tor hüten.

Eichenzell schickte hingegen eine Mannschaft ins Rennen, die mit Abdullah Özsuvaci (Dreierpack), Martin Kriwoschein, Heiko Rützel, Tayyip Akkilinc, Johann Pfannenstiel oder Reza Hosseini über jede Menge Erfahrung und individuelle Qualität verfügte. „Ich glaube, dass man bei Eichenzell bereits an der Aufstellung gesehen hat, wie wichtig denen das Spiel ist. Und deswegen ist der Punkt Goldwert. Dass da zwei Abstiegskandidaten gegeneinander gespielt haben, darüber brauchen wir nicht diskutieren“, sagt Schersadeh, der sich sicher ist, „dass uns das Spiel auch mental sehr gut getan hat. Nicht zuletzt, weil Schersadeh die Nerven behielt: Sein viertes Tor erzielte er weit in der Nachspielzeit vom Elfmeterpunkt aus. Nervenstark. „Das macht dann die Erfahrung, wenngleich heute alles wehtut.“

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