SG Schlüchtern bringt Antrag ein

Frauen sollen für den Eintritt zahlen

07. August 2020, 10:42 Uhr

Bisher genießen Frauen kostenloses Zutrittsrecht. Ob sich das nun ändert? Foto: Christian Halling

Frauen sollen in der Fußball-Gruppenliga Fulda Eintritt bezahlen. Das sieht ein Antrag vor, den die SG Schlüchtern zur Rundenbesprechung am kommenden Montag im Vereinsheim der FT Fulda einbringen möchte.

Bisher genießen weibliche Zuschauer auf allen Sportplätzen in der Region Fulda bei Fußballspielen von der C-Liga bis zur Gruppenliga kostenloses Zutrittsrecht. Das soll sich nach dem Willen der SG Schlüchtern ändern, zumindest in der Gruppenliga. Die Hälfte der bisher gültigen vier Euro Eintritt, die Männer zu berappen haben, sollen Frauen demnach künftig beitragen.

Einen gleichlautenden Antrag hatte die SG bereits vor der zurückliegenden Saison gestellt, stieß jedoch bei keinem der übrigen Vereine auf Zustimmung. Das nun geltende, coronabedingte Zuschauerlimit von 250 Zuschauern pro Heimspiel veranlasst die Bergwinkel-Kicker, ihr Anliegen erneut auf die Agenda zu setzen. „Es sind für alle Vereine finanzielle Einbußen zu erwarten. Die Maßnahme, ein Eintrittsentgelt für Frauen zu nehmen, würde den finanziellen Verlust zwar nicht auffangen, aber es würde den Vereinen etwas helfen“, meint Frank Kling, Mitglied im Fußball-Abteilungsvorstand der SG Schlüchtern. Er rechnet vor, dass abzüglich Spielern, Teamoffiziellen und Helfern nur noch knapp 200 oder eher weniger Zuschauern der Zutritt zu einem Gruppenligaspiel gewährt werden kann und befürchtet, dass „bei der Vielzahl der Derbys, die es in dieser Saison geben wird, einige treue Zuschauer in den sauren Apfel beißen müssen und dem Spiel ihres Lieblingsvereins nicht beiwohnen dürfen“.

Der Fuldaer Regionalbeauftragte und Gruppenliga-Klassenleiter Erhard Zink (Herbstein) berichtet aus Gesprächen mit weiteren Vereinsvertretern, dass die Ausgabe von Eintrittskarten an Frauen als Instrument dienen könnte, die Einhaltung der Zulassungsbeschränkung zu kontrollieren. Er selbst wolle bezüglich der Thematik jedoch neutral bleiben: „Das müssen die Vereine unter sich ausmachen.“ / KN/cap

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