07.04.2020

Seit einem Jahr kein Heimspiel

Die SG Landenhausen musste handeln

Am Gelände der SG Landenhausen haben die Arbeiten begonnen. Foto: Ralph Kraus

In Zeiten von Corona, in denen der eine oder andere Verein bereits finanziell anfängt zu jammern, weil bislang zwei oder drei geplante Heimspiele ausgefallen sind, erscheint das Schicksal der SG Landenhausen in einem ganz anderen Licht.

Die Asche ist abgetragen, die ehemalige Laufbahn existiert nicht mehr. Foto. Ralph Kraus

Seit nunmehr einem Jahr konnte der Verein kein einziges Heimspiel mehr bestreiten. Die letzte Partie fand am Ostermontag 2019 statt, als es gegen Bimbach ein 1:1-Remis gab. Seitdem spielt die FSG Wartenberg/Salzschlirf, der die SG Landenhausen angehört, nur noch in Angersbach oder Bad Salzschlirf.

„Als wir im März 2018 die Vorstandsarbeit im Verein übernommen haben, war uns allen bewusst, dass hier so ziemlich alles in die Jahre gekommen ist und dringend Handlungsbedarf besteht“, erklärt Jonas Kaspar, der gemeinsam mit Patrick Steinacker die Geschäftsführung im nunmehr 15-köpfigen Vorstandsgremium übernommen hat.

„Als wir vergangenes Jahr an Ostern unser letztes Heimspiel in Landenhausen bestritten haben, war das schon mehr als grenzwertig. Durch Dachsbefall und die zuvor vielen, trockenen Sommer war klar, dass wir jetzt in Sachen Platz handeln müssen“, so Kaspar, der in der Folge mehrere Förderanträge an das Land Hessen, den Kreis, den Landessportbund und die Gemeinde Wartenberg stellte. Inzwischen sind rund 250.000 Euro (inklusive der Eigenleistung) zur Instandsetzung der Sportanlage genehmigt worden, die Ende der 1960er-Jahre auch mit Hilfe der in Fulda stationierten US-Amerikaner errichtet worden ist.

"Einen Stein für unseren Verein"

Die Arbeiten sind vielschichtig. Zunächst wurde die alte Asche abgetragen, die einst als Laufbahn diente und sich sowohl seitlich als auch hinter dem Tor zum Clubhaus befand. Dort soll nun ein Kleinfeld angesät werden, damit die Jugend zukünftig direkt am Sportlerheim ihr eigenes, kleines Feld zur Verfügung hat. Der A-Platz wird somit nun zwei Meter kürzer und um einige Meter nach rechts versetzt. So hat der Jugendplatz die geforderten Normalmaße, zudem entsteht an den Außenlinien des A-Platzes genügend Raum für das Warmmachprogramm der Mannschaften. Auch sind die Zuschauer einerseits näher dran am Geschehen, haben aber dennoch zugleich mehr Platz, um sich auszudehnen. Außerdem bekommt der Platz eine neue Bewässerungsanlage und in einem zweiten Schritt wird ebenfalls die Flutlichtanlage erneuert. Die alten Masten sind bereits abgebaut, die neuen werden modern mit LED-Leuchtmitteln versehen sein.

Geplant ist eine Fertigstellung bis Mitte September. „Sollte uns das gelingen, dann können wir eventuell unsere Festlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens feiern“, so Steinacker. Der neue Vorstand zeigt sich als äußerst engagiert und umtriebig, denn alle wissen: Die Neugestaltung des Sportplatzes kann nur der Anfang sein. Die nächsten Probleme mit den alten Kabinen und Duschanlagen und der ebenfalls in die Jahre gekommenen Gaststätte sind unübersehbar.

Um dies alles finanzieren zu können, hat das neue Führungsteam ein Spendenprojekt namens „Einen Stein für unseren Verein“ ins Leben gerufen. Für 100 Euro kann jeder einen symbolischen Baustein erwerben. „Die Anteilnahme an dieser Aktion ist großartig. Eine genaue Summe wollen wir erst am Ende des Spendenaufrufs präsentieren. Aber wir sind wirklich zufrieden“, verrät Kaspar. Sogar ehemalige Vereinsmitglieder, die mittlerweile in den USA leben, haben sich bereits beteiligt. „Erste Vorgespräche mit der Gemeinde haben auch in dieser Beziehung bereits stattgefunden. Das wird dann unser nächstes Projekt werden“, sagt Kaspar.

Autor: Ralph Kraus

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