23.03.2020

"Ein Nichtabstieg bringt uns nicht weiter"

Reaktionen zum Vorschlag der Region Gießen/Marburg

Für Maximilian Fey und Hauswurz wäre der Klassenerhalt nicht zwingend die beste Option. Foto: Charlie Rolff

Eine Wertung der Saison, allerdings ohne Absteiger, wurde von der Region Gießen/Marburg bei einem Saisonabbruch ins Spiel gebracht. Viele abstiegsgefährdete Vereine würden eine solche Lösung natürlich begrüßen – aber nicht alle.

Marco Schlichting, Fußball-Abteilungsleiter des auf einem Abstiegsplatz geführten Gruppenligisten SG Schlüchtern/Elm, sagt: „Für uns wäre das natürlich super. Eine solche Regelung würde ich ausdrücklich begrüßen und sie erscheint mir, soweit man in dieser Situation davon sprechen kann, auch die fairste Lösung. Zwangsläufig hieße das, dass mehr Mannschaften zur Gruppenliga hinzukämen als wegfielen, ergo man in der kommenden Saison auch mehr Spiele bestreiten müsste, aber das würden wir – und sicher auch die anderen Clubs – bereitwillig in Kauf nehmen.“

Wie Schlichting, dessen Club in der Winterpause enorm aufgerüstet hat, um den Klassenerhalt noch zu erreichen, sehen es auch zahlreiche andere Vereine. Alleine im überregionalen Fußball würden vier osthessischen Teams profitieren: Der SV Steinbach und SV Neuhof würden in der Hessenliga bleiben, der FC Britannia Eichenzell und die SG Ehrenberg in der Verbandsliga.

Doch nicht für jeden Verein wäre ein automatischer Klassenerhalt gleichzeitig die beste Lösung. Schaut man beispielsweise in die A-Liga Fulda, liegt dort der SV Hauswurz mit drei Punkten aus 18 Spielen abgeschlagen auf dem letzten Platz, der Vorletzte ist zehn Zähler entfernt. "Stand jetzt wäre für unseren Neustart die B-Liga sicherlich die bessere Klasse", sagt Trainer Peter Link. "Grundsätzlich will ich aber nicht in den Klamotten von den Entscheidern stecken. Irgendwem tritt man immer auf die Füße."

Dass der SVH bereits für die B-Liga geplant hatte, daraus macht Link keinen Hehl, große Veränderungen am Kader sollten entsprechend nicht vorgenommen werden. Unwahrscheinlich also, dass die Truppe in der kommenden Saison konkurrenzfähiger wäre als in dieser Spielzeit. "Deswegen wäre ein Nichtabstieg schön und gut, bringt uns aber nicht weiter. Das ist meine persönliche Einstellung, ich sage das nicht im Namen des Vereins", betont der Übungsleiter, der entsprechend auch noch nicht sagen kann, ob ein freiwilliger Abstieg in Betracht gezogen werden würde.

Autor: Steffen Kollmann

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