Beck skeptisch

Bei Saisonabbruch nur Auf- und keine Absteiger?

Beck steht Vorschlag der Region Gießen/Marburg skeptisch gegenüber

23. März 2020, 14:40 Uhr

In der kommenden Saison beide in der Hessenliga? Neuhof (links Leon Bräuer) und Steinbach (Leon Wittke) könnten automatisch die Klasse halten. Foto: Kevin Kremer

Nach dem zweiten Wochenende ohne Fußball aufgrund der Corona-Pandemie steht weiter die große Frage im Raum: Kann die Saison 2019/20 noch rechtzeitig beendet werden? Und was passiert, wenn nicht?

Ein interessanter Vorschlag kam nun aus der Region Gießen-Marburg. Demnach haben sich verschiedene Kreisfußballwarte dafür stark gemacht, die Saison bei einem vorzeitigen Abbruch trotzdem werten zu lassen. Aufsteiger soll es daher geben, die mittels Punktekoeffizient ermittelt werden sollen. Sprich: In der Kreisoberliga Süd würde nicht der aktuelle Primus Kressenbach/Ulmbach aufsteigen, sondern Verfolger Gundhelm/Hutten, da dieser pro Spiel mehr Zähler eingefahren hat.

Interessant und neu ist insbesondere der Vorschlag, dass es keine Absteiger geben soll. Das würde bedeuten, dass zahlreiche Ligen aufgestockt werden müssten. Beispielsweise in der Gruppenliga: Steigt nur die Mannschaft mit dem besten Punkteschnitt pro Spiel (in diesem Fall Hosenfeld) auf, verlässt nur ein Verein die Liga. Drei Neue kommen mit den Meistern aus Kreisoberliga Nord (Hönebach), Mitte (Horas) und Süd (Gundhelm/Hutten) hinzu, die Gruppenliga würde also um zwei Mannschaften auf 18 Teams aufgestockt werden. In den Kreisoberligen blieben 17 statt 16 Mannschaften übrig. In die Röhre schauen würde jeweils der Zweitplatzierte, der eigentlich über Relegation oder Aufstiegsspiele die Chance hätte, in die nächsthöhere Klasse zu gelangen – würden diese nämlich auch noch aufsteigen, hätte die Gruppenliga dann 20 statt 16 Vereine, was den Rahmen doch deutlich sprengen würde.

Fuldas Kreisfußballwart Thorsten Beck steht dem Vorschlag skeptisch gegenüber: "Für mich ist das eine problematische Lösung, wenn wir die Ligen größer machen würden. Das wäre bei der Witterung in der Rhön sicherlich nicht von Vorteil", gibt Beck zu bedenken. Auch der Fuldaer Kreis hat bereits mehrere Möglichkeiten in Betracht gezogen, was bei einem Saisonabbruch passieren würde. Spekulationen will Beck aber nicht weiter anheizen. "Am Ende gibt es definitiv eine einheitliche Lösung für das Land Hessen, an die wir uns halten müssen", so der Kreisfußballwart, der nicht ausschließen möchte, dass es sogar eine deutschlandweite Regelung gibt. Nicht zum Thema äußern möchte sich Becks Amtskollege aus dem Kreis Schlüchtern, Dietmar Pfeiffer, der lieber darauf verweist, dass der Hessische Fußball-Verband in einer Sitzung am 4. April über mögliche Szenarien entscheidet.

Autor: Steffen Kollmann

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