07.02.2020

Nach dem Abi voller Fokus auf den Profifußball

Dipperzer Felix Schütz ist Dauerbrenner bei Offenbachs A-Junioren

Für Felix Schütz (rechts) steht heute Abend das Derby-Rückspiel gegen Eintracht Frankfurt an. Foto: Patrick Scheiber

Sein Wechsel war äußerst kurzfristig, im Nachhinein aber die absolut richtige Entscheidung. Der ehemalige Kapitän von Viktoria Fulda, Felix Schütz, hat sich im A-Junioren-Bundesliga-Team von Kickers Offenbach direkt zur Stammkraft entwickelt.

Im Sommer ging es Schlag auf Schlag: Am 4. August testete der JFV gegen Offenbach seine Frühform in einem Freundschaftsspiel, da lief Schütz noch für die Barockstädter auf. Sechs Tage später stand der Bundesliga-Auftakt der Kickers an, und der Dipperzer spielte beim 1:0 in Ingolstadt für den Traditionsverein aus dem Rhein-Main-Gebiet. "Das lief alles sehr kurzfristig ab. Aber ich habe bei den ersten Gesprächen schon direkt Signale bekommen, dass ich fest eingeplant bin", erinnert sich der 18-Jährige zurück.

Gesagt, getan. Nicht nur zur Premiere setzte der OFC auf den Abwehrhünen, auch in allen darauffolgenden Spielen. Nur Schütz stand in der bisherigen Spielzeit in jeder Minute auf dem Platz, auch beim ersten Restrunden-Spiel bei Wintermeister VfB Stuttgart, das trotz starker Leistung mit 0:2 verloren wurde. Deutlich erwachsener sei der Fußball im Oberhaus im Vergleich zur Hessenliga, zudem athletischer und taktischer. Mit zwölf Punkten liegt Offenbach derzeit knapp auf einem Nichtabstiegsplatz und ist als Aufsteiger damit auf einem guten Weg, neben Eintracht Frankfurt mal wieder einen hessischen Club in der höchsten Spielklasse zu etablieren.

Apropos Eintracht: Das Spiel gegen den großen Rivalen ist bei Schütz trotz der klaren 2:6-Pleite noch gut im Gedächtnis, schließlich kamen mehr als 600 Zuschauer zum Derby: "Das war ein super Erlebnis, weil es mein erstes Spiel vor einer solchen Kulisse war. Da haben auch bekannte Leute wie Fredi Bobic (Sport-Vorstand der SGE) zugeschaut", so Schütz, der auch den 10. November 2019 nicht mehr vergessen wird. Da traf der Schüler des Domgymnasiums nach einer Ecke per Kopf gegen den FC Bayern um Spieler wie Oliver Batista-Meier (stand schon bei den Profis des Rekordmeisters im Kader), wenngleich auch nur zum letztlich unbedeutenden 1:4 (Endstand 1:5).

Mit dem Derbysieg in den 19. Geburtstag?

Die Konstanz in Schütz' Einsatzzeiten überrascht vor allem angesichts der Tatsache, dass die Kickers schon mehrere verschiedene Trainer hatten. Steven Keßler musste zwischenzeitlich bei der Profiabteilung aushelfen, als Interimstrainer sprang Michael Fischer ein. Seit der Winterpause sind nun Robin Trabert und Tim Schwartz in der Verantwortung, mit Ex-Barockstadt-Trainer Alfred Kaminski als starkem Mann im Hintergrund. "Wir kennen uns noch aus seiner Fuldaer Zeit und haben ein gutes Verhältnis. Grundsätzlich denke ich, dass ich mit Trainerwechseln immer ganz gut zurechtkomme", betont Schütz.

Reflektiert und selbstbewusst ist der 18-Jährige in seinen Aussagen, es ist ihm anzumerken, dass es nicht der erste Ausflug in ambitionierte Gefilde ist. 2017 ging er bereits den Schritt zum 1. FC Nürnberg, fasste dort aber nicht wirklich Fuß und löste seinen Dreijahresvertrag nach zwölf Monaten bereits vorzeitig wieder auf. "Für mich war das damals völliges Neuland, ich hatte zuvor ja nur bei Viktoria Fulda, Horas und Dipperz gespielt. Ich habe vier, fünf Monate gebraucht, um auf das nötige Niveau heranzukommen, der Verein wusste aber schon früh, mit welchen Spielern er in der nächsten Spielzeit plant."

Für die Zeit in Offenbach war das Abenteuer Nürnberg entsprechend eine "wichtige Vorstufe". Dennoch ist es auch diesmal wieder unklar, wie es im Sommer weitergeht. Dann rückt das Talent in die Senioren auf. Gespräche mit den Kickers gab es noch nicht, zu sehr beschäftigt waren die Verantwortlichen, die strauchelnde Regionalliga-Truppe wieder in geordnete Bahnen zu lenken. In den nächsten Wochen werden einige Spieler dann aber oben mittrainieren dürfen. "Das ist alles noch sehr, sehr offen. Zunächst einmal will ich mein Abi machen, und danach würde ich gerne die nächsten zwei Jahre versuchen, im Profifußball anzugreifen", gewährt der Dipperzer Einblicke in seine Gedankenwelt.

Bis dahin bestimmen der Abiturstress sowie das Ziel Klassenerhalt - viermal die Woche stehen dafür Trainingseinheiten an - den Alltag des Teenagers, der am morgigen Samstag seinen 19. Geburtstag feiert. Schon heute steht für den OFC das Rückspiel bei Eintracht Frankfurt auf dem Programm. Keine Frage: Nach einem Coup im Derby könnte das Reinfeiern in den Ehrentag deutlich ausgelassener ausfallen als bei einer Niederlage.

Autor: Steffen Kollmann

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