13.01.2020

Mit den Fußballstars auf Augenhöhe

Riccardo Basiles Sendezeit wächst und wächst

Stipviste am Fuldaer Dom: Der Wahl-Münchner Riccardo Basile nutzte die fußballfreie Zeit um seiner Heimat einen Besuch abzustatten. Foto: privat

Was macht eigentlich Riccardo Basile? Die Frage kann sich ein jeder selbst beantworten, schließlich reicht dafür ab und an den Fernseher einzuschalten. Auf Sky ist der gebürtige Fuldaer mehrfach wöchentlich zu sehen. Der 28-Jährige hat seinen Stammplatz beim Münchner Pay-TV-Sender gefunden.

Basiles Karriere bei Sky begann während des Studiums als freier Redakteur hinter den Kulissen. Vor zweieinhalb Jahren folgte der erste Auftritt vor der Kamera, mittlerweile ist er bei Champions-League-Übertragungen nicht mehr wegzudenken, dazu ist er fester Bestandteil der Sendung „Wontorra on tour“, für die er jede Woche auf Reisen quer durch die Republik geht und Fußballstars noch und nöcher interviewt. Seine persönliche Sendezeit vor der Kamera steigt in aller Regelmäßigkeit. Der nächste Schritt ist geschafft.

Verändert hat sich seit dem ersten Step einiges. Einerseits ist die öffentliche Wahrnehmung eine andere geworden, andererseits ist die ganz große Nervosität weg, die Auftritte vor der Kamera wirken routiniert. Doch Routine will Basile nicht zu viel in seinem Leben: „Mehr als vier Tage an einem Ort mag ich nicht“, sagt der Wahl-Münchener und ist froh, dass durch seine Interviews für Jörg Wontorras Sendung steter Wandel sein persönliches Hier und Jetzt bestimmt.

Die Interviewpartner sind die Granden des deutschen Fußballs. Nach dem Topspiel zwischen Bayern und Dortmund in der vergangenen Rückrunde waren Hans-Joachim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge die einzigen Gäste der Show. „Das war schon besonders, wenn die beiden Alphatiere des deutschen Fußballs am Tisch sitzen“, erklärt Basile, der von einem insgesamt sehr guten Verhältnis zwischen Fußballern und ihm spricht.

"Arroganz tritt mir nicht mehr entgegen"

„Arroganz ist mir ganz am Anfang einmal entgegengetreten. Aber insgesamt ist das Verhältnis auf Augenhöhe. Wir wollen, dass mit uns vernünftig umgegangen wird und die Gäste wollen ja nichts anderes“, erklärt Basile, der in aller Regelmäßigkeit mit Größen wie Lothar Matthäus verkehrt. „Insgesamt ist das noch immer einfach ein Traum, den ich lebe“, gibt Basile zu, der für sich stets offenhält, was der nächste Schritt sein könnte. „Klar habe ich im Fußball das beste Netzwerk, aber auch andere Bereiche im TV könnten reizvoll sein“, sagt er.

Dass Mode immer ein Thema für den 28-Jährigen ist, versteht sich von selbst. Mit „Bolzr“ betreibt er als einer von drei Inhabern ein immer erfolgreicheres Modelabel. Der Sitz ist in Burghaun, das Lager befindet sich in Hamburg. „Es läuft gut, für mich ist das mein zweites Standbein“, erklärt er. Was ihn besonders begeistert? „Wenn ich in London am Flughafen stehe und jemand Fremdes sehe, der einen Pulli von mir trägt.“

Nur für eines bleibt keine Zeit: Amateurfußball. Selbst kicken will er nicht mehr, hat Angst, dass das Knie nach einem Kreuzbandriss nicht mehr hält. Und schauen? „Ich beschäftige mich den ganzen Tag mit Fußball. Wenn ich zu Hause bin, dann will ich mich um Familie und Freunde kümmern.“

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