Auf einen Glühwein

"Mir fehlen heutzutage die Typen"

Uwe Hartmann über seine größten sportligen Erfolge und ein einschneidendes Erlebnis

10. Dezember 2019, 07:01 Uhr

Uwe Hartmann (links) im Gespräch mit Torgranate-Redakteur Ralph Kraus. Foto: Torgranate

20 Jahre lang war Uwe Hartmann ein fester Bestandteil der osthessischen Fußballszene. Sowohl als Spieler als auch als Trainer war der heute 47-Jährige eine feste Größe bei diversen Vereinen. "Auf einen Glühwein" erzählt er uns von seinem derzeitigen Leben.

Du warst gesundheitlich arg gebeutelt, dich hatte es schlimm erwischt. Die wichtigste Frage zu Beginn: Wie geht es dir heute?

Das war in 2017 und es war richtig knackig. Ich hatte ganz viel Glück und heute geht es mir eigentlich wieder so, wie es mir vor der Geschichte ging. Meine Frau ist Ärztin und hat im entscheidenden Moment alles richtig gemacht. Ihr habe ich viel zu verdanken. Das war ein wirklich einschneidendes Erlebnis. Ich war vorher kerngesund, stand mitten im Leben und plötzlich findest du dich in Bad Orb in der Kur zwischen lauter kranken Menschen wieder. Das war eine harte Erfahrung.

Von der Fußballbühne bist du total verschwunden. Sieht man dich irgendwann in irgendeiner Funktion im Fußball wieder?

Dem Fußball habe ich unheimlich viel zu verdanken. Auch mein Beruf ist ja damals über den Sport zustande gekommen. Mein erster Chef hat mich damals wegen des Fußballs angesprochen und so habe ich meine Ausbildung bei BMW begonnen. Man muss ehrlich sagen, dass das Netzwerk Fußball einem viele Tore öffnet und auch viele Freundschaften gebracht hat. Das war schon ein richtig großer Bestandteil meines Lebens. Was die Zukunft angeht, soll man ja niemals nie sagen, aber zu 99 Prozent bin ich da raus. Ich bin einer, der das zu 100 Prozent macht oder überhaupt nicht. 15 Jahre habe ich den Sport total intensiv betrieben. Heute sieht man die Entwicklung mit vielen jungen B-Lizenz-Inhabern, mit denen ich mich ehrlich gesagt nicht mehr so ganz identifizieren kann. Mir fehlen einfach die Typen. Die braucht man bei den Fußballern, aber auch bei den Trainern. Trotzdem: Das war eine wunderschöne Zeit, die ich nicht missen will.

Was war denn in all den Jahren das Erlebnis oder das Spiel, an das du immer wieder gerne zurückdenkst?

Das ist ganz schwierig. Eine Sache speziell herauszupicken, damit tue ich mir schwer. Dafür waren es einfach zu viele tolle Erlebnisse. Insbesondere finde ich heute aber die Gespräche mit ehemaligen Spielern, die unter mir trainiert haben, super schön und interessant. Erst vor kurzem habe ich wieder einen Ex-Spieler aus meiner Zeit in Hilders getroffen. Da kam dann gleich wieder eine Geschichte auf, als ich ihm versprochen habe, dass er – wenn er in diesem einen Spiel zwei Tore schießt – von mir ein paar neue Fußballschuhe geschenkt bekommt. Er hat die zwei Tore damals geschossen. Solche Anekdoten gibt es unzählige. Auch was die Spiele angeht, gibt es viele schöne Erinnerungen. Als Trainer war sicher der Aufstieg mit dem SV Burghaun in die Gruppenliga in 2015 ein Highlight. Das war auch von der Art und Weise eine klasse Sache. Als Spieler bin ich ja nie aufgestiegen. Es waren viele Dinge sehr intensiv und sind deshalb hängen geblieben.

Autor: Ralph Kraus

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