06.11.2019

Weder Ja noch Nein zur Regionalliga

Hessenliga: Eddersheim wartet noch ab

Rouven Leopold (rechts) äußert sich selbstbewusst zu seinem Team. Foto: Tobias Konrad

Der FC Eddersheim ist neben dem Überraschungsfünften der Regionalliga Südwest, Bayern Alzenau, sicherlich die Überraschung im hessischen Fußball. Die Hessenliga führt der FCE vor den klangvollen Namen Eintracht Stadtallendorf, Hessen Kassel oder SG Barockstadt an.

Und so darf sich der Verein aus dem Main-Taunus-Kreis über die Was-wäre-wenn-Situation Gedanken machen. Was wäre, wenn die Mannschaft auch noch im April ganz oben steht und im Falle des Falles die Regionalliga-Lizenz beantragt werden müsste.

„Ich bin jetzt im dritten Jahr in Eddersheim und habe den Verein als sehr seriös kennengelernt. Fakt ist, dass der Verein garantiert nicht in die Regionalliga gehen würde, um am Ende sang- und klanglos mit 15 Punkten und 500.000 Euro Schulden wieder abzusteigen“, erklärt Trainer Rouven Leopold einen Verein, der mit „RM Stahl“ über einen bereits seit über 25 Jahren treuen Hauptsponsor verfügt, ansonsten aber auf viele kleine statt wenige große Gönner setzt. „Klar ist, dass die Regionalliga eine ganz andere Hausnummer wäre und dafür sicherlich noch größere Sponsoren akquiriert werden müssten.“

Und dass sich der Verein dahingehend bereits in guten Gesprächen befindet, bestätigt Abteilungsleiter Erich Rodler, der erklärt, „dass wir ganz seriös arbeiten und das auch weiterhin werden. In Eddersheim gab es niemals Schulden und das wird garantiert auch so bleiben.“

In Sachen Sportgelände sind im kleinen Hattersheimer Stadtteil die Rahmenbedingungen bereits geschaffen und werden nach und nach weiter verbessert. In Kürze beginnt der Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes, dazu stampft die Stadt im Frühjahr ein neues Multifunktionsgebäude für circa 1,5 Millionen Euro aus dem Boden. Da sich die Anforderungen für den Regionalliga-Spielbetrieb in den vergangenen Jahren mehr dem Amateur- statt dem Profifußball nach unten angepasst haben, ist Viertligafußball in Eddersheim möglich, wie Rodler sagt, der sich die Zulassungsregularien für die Regionalliga Südwest bereits genau angeschaut habe.

"Schulden wird es nicht geben"

Die Gedankengänge rund um die Regionalliga wollen Leopold und Rodler allerdings noch hintenanstellen. Erst wenn die sechs verbleibenden Spiele bis zur Winterpause weiterhin so positiv verlaufen, wolle man die Planungen intensivieren. „Wir sind ja keine Spinner und auch nicht arrogant. Mit Stadtallendorf, Dreieich oder Hessen Kassel spielen Mannschaften in der Liga, die über ganz andere Möglichkeiten verfügen“, sagt Rouven Leopold.

Zu klein will der Coach sein Team aber keinesfalls reden, „weil wir über Spielermaterial verfügen, das sich schon jahrelang in der Hessenligaspitze oder auch Regionalliga bewiesen hat“. Dass der FCE in der aktuellen Konstellation oft als „gallisches Dorf“ bezeichnet wird, wäre für Leopold entsprechend zu einfach dahingesagt. „Klar ist, dass wir mit Daniel Henrich und Dennis Lang Spieler dazu gewonnen haben, die die Qualität deutlich steigern konnten, weswegen eine bessere Platzierung als Platz acht im Vorjahr das ausgegebene Saisonziel war. Wenn wir aber bis zum Winter auf eins oder zwei stehen, dann sollte mindestens Platz drei das Ziel sein.“

Entsprechendes Spielglück und ausbleibende Verletzungssorgen vorausgesetzt, wäre Leopold gar dazu geneigt, über die Meisterschaft zu sprechen. Die Hauptkonkurrenz sieht er dabei nicht in Fulda: „Stadtallendorf, Hessen Dreieich oder Hessen Kassel sind meiner Meinung nach noch ein bisschen besser aufgestellt.“

Autor: Johannes Götze

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften