08.10.2019

„Wer weiß, wie lange Bardo sich das antut“

Abstiegsbedrohte SG Schlüchtern/Elm gibt zweite Mannschaft in der B-Liga auf

Bardo Hirsch hatte schon einfachere Tage als Trainer der SG Schlüchtern/Elm. Foto: Ottmar Schleich

Die beiden Fußballmannschaften der SG Schlüchtern/Elm geben in diesen Tagen ein beklagenswertes Bild ab. Das Gruppenligateam ist Drittletzter, die Reserve Schlusslicht der B-Liga.

Im Falle der zweiten Mannschaft von Abstiegsgefahr zu sprechen, hieße, die Lage zu beschönigen: null Punkte nach 13 Spielen, 13:83 Tore, am Sonntag setzte es ein 0:14 beim Drittletzten, der KOL-Reserve aus Steinau.

In der vergangenen Saison unternahm die SG mit Erfolg noch diverse Anstrengungen, das B-Team vor dem Sturz in die C-Liga zu bewahren. Heuer werde das nicht der Fall sein, sagt der Fußball-Abteilungsleiter der SG Schlüchtern, Marco Schlichting, der als Abwehr- und Mittelfeldspieler zum Stamm des Gruppenligateams zählt: „Ich kann mit einem Kader von 18 Mann keine zwei Mannschaften durchfüttern. Und aufgrund der Situation der ersten Mannschaft Spieler abzugeben, ist schwierig. Zumal die Bereitschaft nicht allzu groß ist. Fakt ist: Die Reserve ist in der B-Liga aus eigener Kraft nicht überlebensfähig.“ Immerhin: Man wolle das Team nicht zurückziehen, sondern den Spielbetrieb in der C-Liga aufrechterhalten.

Mit erst zwei Siegen, lediglich 16 Torerfolgen und zwölf Punkten steht das Gruppenligateam auf dem drittletzten Rang. Am Sonntag fiel das Heimspiel gegen die treffsichere Spitzenmannschaft aus Hosenfeld aus, es war – neben der Absage eines C-Liga-Kicks in Hohenzell – die einzige witterungsbedingte Spielabsage weit und breit.

"Platz ist in einem desolaten Zustand"

Dass der SG der Ausfall womöglich gelegen kam, darüber kann nur spekuliert werden. Noch im Mai sorgte die Schlüchterner Auwiese jedenfalls deshalb für Schlagzeilen, weil sie nach einer hochwasserbedingten Komplettüberflutung schon eine Woche später für das Kreispokalfinale wieder bespielbar war. „Der Platz ist in einem desolaten Zustand, das Wasser läuft schlecht ab, und die Stadt hat den Platz gesperrt“, sagt Schlichting.

Die schlechte Platzierung der ersten Mannschaft erklärt Schlichting so: „Noch bis zum 1:3 bei FT war ich der Meinung, dass der Knoten bald platzt, weil wir ordentliche Leistungen geboten und viele Gegentreffer einfach auch sehr spät gefangen haben. Aber: Zu vielen Leistungsträgern fehlt die Form, und unser Hauptproblem ist: Wir schießen keine Tore. Das nagt am Selbstvertrauen und drückt auf die Stimmung. Qualitativ gehören wir ins obere Drittel, davon zu reden, nutzt aber nichts. Langsam wird es schwierig, den Bock umzustoßen.“ Am Sonntag kommt Tabellennachbar Kerzell zum 6-Punkte-Spiel: „Das ist ein absolutes Endspiel, da wird sich zeigen, wohin der Weg führt“, sagt Schlichting.

Eine Trainerdiskussion, versichert Schlichting, gebe es bei der SG nicht: „Wir stehen nach wie vor geschlossen hinter Bardo Hirsch. Ich weiß allerdings nicht, wie lange er sich das noch antut.“ / oi

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