18.09.2019

Pokalfinale mit fadem Beigeschmack

A-Junioren Kreispokalfinale Lauterbach/Hünfeld: Hünfelder Land triumphiert

Im Kreispokalfinale LAT/HÜN der A-Junioren konnte sich der JFV Hünfelder Land (obere Reihe) gegen Lauter durchsetzen Foto: Michel Ickler

In einem packenden Pokalspiel setzte sich Hünfeld gegen die JSG Lauter im Elfmeterschießen durch. Die drei Platzverweise der Gastgeber hinterließen indes einen faden Beigeschmack.

Was beide Vereine in der ersten Halbzeit vermissen ließen, wurde in der Verlängerung umso mehr Trumpf: der Pokalfight. Beide Mannschaften wollten die Entscheidung noch vor dem Elfmeterschießen erzwingen und es entwickelte sich eine muntere Begegnung. Die Hausherren nahmen das Wort "Fight" aber etwas zu ernst und so kam in Spelminute 114 nach einem harmlosen Zweikampf zu einer Rudelbildung. Ein Hünfelder Spieler bekam eine Backpfeife und Tritte ab. Der Schiedsrichter Nicholas Dostal sah sich daraufhin gezwungen dreimal die Rote Karte zu zücken. Feldspieler Abdifatah Abokor, Auswechselspieler Dario Vranesevic und Trainer Achim Zapke wurden bestraft.

Aufgrund der Überzahl drückte nun Hünfelder Land auf die Führung, war aber stets anfällig für Konter. Da aber nach der 30 Minütigen Zugabe keine weiteren Tore hinzukamen, ging es ins Elfmeterschießen, das es in sich hatte. Gleich fünf Spieler scheiterten an ihren Nerven, weshalb Marvin Rützel im zehnten und letzten Elfmeter alles klarmachen konnte. Rützel behielt die Nerven und das klassische Feierprozedere nimm seinen Lauf.

Zu Beginn der Partie ging der JFV Hünfelder Land ging als haushoher Favorit in die Partie und es zeichnete sich ein erwartendes Bild ab. Die JSG Lauter ließ sich tief in die eigene Hälfte fallen und überließ den Gästen zunächst das Spielgeschehen. Die Gäste wussten aber mit dem vielen Ballbesitz nichts anzufangen und ließen die gut 100 Zuschauer elf Minuten bis zur ersten guten Kombination warten: David Arendt lief ungestört durchs Mittelfeld und bediente Florian Binsack, der vor dem Tor eiskalt blieb und zur Führung einschob.

Die Hausherren aber zeigten sich nicht geschockt und wurden vor allem durch Standardsituationen gefährlich. Joris Killer (9.), Ahmed Abdollah (13.) und Janne Seibert (28.) kamen zu guten Kopfballmöglichkeiten, verfehlten aber jeweils das Tor nur knapp. Die JSG Lauter sah mit zunehmender Zeit, dass der Gewinn des Pokals gegen den Favoriten möglich ist, auch weil Hünfeld nicht seine spielerische Klasse zeigte und mit vielen langen Bällen laborierte. Erneut war es Janne Seibert, der in den Elfmeterraum eindrang und einen Strafstoß herausholte, den Matthias Sang eiskalt verwandelte. Der Schlusspunkt der ersten Halbzeit sollte auch den Gastgebern gehören, aber der Klärungsversuch von Ekko Stöppler landete im eigenen Kasten (45.+1), sodass Hünfeld etwas schmeichelhaft führte.

Die Gäste kamen aber besser aus der Halbzeit und ließen die ersten 15 Minuten Ball und Gegner laufen. Marvin Rützel (50.) und David Arendt vergaben gute Chancen, ehe die JSG Lauter von seinen Anhängern wieder zurück in die Partie gepeitscht wurden. Erneut war es ein Standard, bei dem im Hünfelder Strafraum "Alarmstufe Rot" angesagt war. Ahmed Abdollah war es recht und köpfte zum Ausgleich ein (63), weshalb es in die Verlängerung ging

„Die gute Leistung bringt uns nichts. Wir spielen komplett mit dem jungen Jahrgang, und die Jungs wissen, dass sie nur noch zwei Jahre haben, um einen Titel zu gewinnen. Schade, dass es heute nicht geklappt hat“, bedauerte Lauters Trainer Achim Zapke.
Hünfelds Übungsleiter Alexander Gräber war indes von dem knappem Ergebnis kaum überrascht. „Lauter war körperlich gut und ist viel gelaufen. Ich muss dem Gegner ein großes Kompliment aussprechen, auch wenn wir heute nicht unsere beste Leistung gezeigt haben“, frohlockte Gräber nach dem Gewinn des Pokals im Elfmeterschießen.

Die Statistik:

JSG Lauter: Jannis Zimmer - Ekko Stöppler, Jannik Dörr, Philipp Möller, Luis Bachmann - Jonas Ortstadt, Matthias Sang, Marius Caspar, Joris Killer - Janne Seibert, Ahmed Abdollah ; Fabian Klaus, Moritz Klingel, Alex Müller, Abdifatah Abokor, Dario Vranesevic.
JFV Hünfelder Land: Fabian Flügel - Jonas Richter, Felix Brehl, Maxim Heidenreich - Aaron Koch, David Arendt - Florian Binsack, Marvin Rützel, Yassin Zaryouh - Max Schafranek, Felix Matthei ; Felix Hohmann, Malte Arndt, Rocco Schwab, Julian Kimpel, Julius Michel.
Schiedsrichter: Nicholas Dostal (SV Wölf).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Florian Binsack (11.), 1:1 Matthias Sang (34., Foulelfmeter), 1:2 Ekko Stöppler (45.+1, Eigentor), 2:2 Ahmed Abdollah (63.).
Verschossene Elfmeter: Ekko Stöppler, Ahmed Abdollah, Matthias Sang (alle Lauter), Max Schafranek, Florian Binsack (beide Hünfeld).
Rote Karten: Abdifatah Abokor, Dario Vranesevic (Auswechselspieler), Achim Zapke (Trainer, 104., alle Lauter).

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