10.08.2019

Steinbach jubelt trotz 77-minütiger Unterzahl – Fotos

Hessenliga: Wilde zweite Halbzeit beim Derby in Neuhof

Sollte sich nicht als Knackpunkt herausstellen: Steinbachs Lukas Gemming (rechts) bringt Neuhofs Neven Vujica zu Fall und sieht die Rote Karte. Foto: Kevin Kremer

Der SV Steinbach ist endgültig in der Hessenliga angekommen. Im zweiten osthessischen Derby gegen Mit-Aufsteiger SV Neuhof siegte der SVS mit 3:2 (1:0), obwohl lange Zeit in Unterzahl agiert wurde.

Eigentlich waren sich nach 13 Minuten viele der gekommenen Zuschauer einig: Steinbach verliert nach dem 0:5 gegen die Barockstadt auch das zweite osthessische Derby gegen den SV Neuhof, denn just Sekunden zuvor sah Steinbachs Rechtsverteidiger Lukas Gemming die Rote Karte, als er Neven Vujica zu Fall brachte und somit eine klare Torchance der Hausherren vereitelte. Doch die Gäste straften die Kritiker mit Lügen.

Kaum waren die Akteure wieder aus der Kabine, hatte Petr Kvaca genug von der defensiven Haltung. Steinbachs Routinier zog aus knapp 25 Metern humorlos ab und traf herrlich am chancenlosen Pascal Nagel vorbei hinweg ins Netz (48.). Der Stecker war bei den Neuhofern allerdings noch nicht gezogen, denn nur fünf Minuten später netzte Petar Krastov zum Anschlusstreffer, als die Gäste eine Ecke nicht aus der Gefahrenzone bekamen. Doch den nächsten Rückschlag steckte Paliatka-Elf rasch weg, denn Sekunden nach dem Anstoß bediente Michael Wiegand Leon Wittke, der umgehend per Kopf wieder auf die zwei-Tore-Führung stellte (54.). Spannung brachte der erneute Anschlusstreffer von Akif Kovac, der im Anschluss an einen starken Freistoß von Yanez Cortes abstauben durfte (63.). Ein weiteres richtiges Aufbäumen blieb derweil von Neuhof aus, lediglich am Ende mussten die Gäste noch ein, zwei Mal durchatmen.

Durchgangs eins hingegen war teilweise nichts für das Auge des Betrachters. Die frühe Führung durch Wittke, der nach einer Kücükler-Flanke am zweiten Pfosten goldrichtig stand (6.), war neben der Roten Karte das einzige Highlight. Beide Mannschaften bekleckerten sich mit wenig Ruhm, wenngleich es beim SVS fast logisch war, denn die Hausherren mussten aktiv werden. Doch die Plvacic-Mannen brachten wenige PS auf den Rasen, immer wieder prägten Hüben wie Drüben etliche Fehlabspiele das Bild. "Unglaublich geil", meinte Matchwinner Wittke nur kurzum, als er nach seinem Gefühl gefragt wurde. Für den Linksaußen, der durch eine Verletzung die Vorbereitung verpasste, waren die beiden Treffer und der erste Sieg des SV Steinbach in der Hessenliga mehr als nur Genugtuung. Neuhofs Stürmer Radek Görner hingegen war bedient, „weil es einfach nicht ausreichend ist, wenn du so lange in Überzahl spielst und nur zwei Tore nach Standards machst.“

Die Statistik:

SV Neuhof: Nagel – Yoo (46. Yanez Cortes), Velic, Bagaric, Wozniak – Krastov, Özdemir, Lapin (58. Kovac), Anastasov – Vujica, Görner.
SV Steinbach: Kleemann – Gemming, T. Wiegand, Neacsu, F. Wiegand – Koch (59. Stadler), M. Wiegand, Kücükler, Wittke (79. Hanslik) – Kvaca, Dimitrijevic (28. Faust).
Schiedsrichter: Tobias Vogel (Flörsheim am Main).
Zuschauer: 350.
Tore: 0:1 Leon Wittke (6.), 0:2 Petr Kvaca (48.), 1:2 Petar Krastov (53.), 1:3 Leon Wittke (54.), 2:3 Akif Kovac (63.).
Rote Karte: Lukas Gemming (Steinbach) wegen Verhinderung einer klaren Torchance (13.).

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften