11.04.2019

"Nur Ergebnisse bringen Sympathie"

Hessenliga: Sonnenberger und SGB wollen aus dem Tal raus

Obwohl es in der Tabelle um nicht mehr viel geht, stehen Sebastian Sonnenberger (links) und die SG Barockstadt in Friedberg auf dem Prüfstand. Foto: Charlie Rolff

Für die SG Barockstadt geht es dieser Tage in der Hessenliga fast mehr um das eigene Image als um Punkte. Zu erschreckend war der Auftritt im jüngsten Heimspiel gegen Hadamar (1:4), dass einen verärgerten Anhang hinterließ. Die Auswärtsparte am Sonntag (15 Uhr) bei Türk Gücü Friedberg, ein im Kampf gegen den Abstieg um jeden Zentimeter fightenden Kontrahenten, mutiert zum Charaktertest für die SGB

Die Ausgangslage:

Nach dem 1:4 gegen Hadamar ist die Stimmung rund um die Johannisau nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit mies, zu dünn war die Leistung gegen die Fürstenstädter, zu espritlos der Auftritt im Gesamten. Vor dem Spiel gegen Türk Gücü droht die SGB seitens des Umfeldes und der Anhänger in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen, schließlich scheint mehr als Platz fünf, den die Barockstadt aktuell belegt, nicht drin. "Uns helfen nur Ergebnisse, um Sympathien zurückzugewinnen", weiß Verteidiger Sebastian Sonnenberger.

Wissenswertes zum Spiel:

Zwar geht es für die Barockstadt um nicht mehr viel, dennoch steht die Elf von Sedat Gören unterm Brennglas, schließlich ist Friedberg ein unmittelbarer Konkurrent der abstiegsgefährdeten Fuldaer Nachbarn Flieden und Hünfeld - da schmerzt jeder Punktgewinn Türk Gücüs doppelt und dreifach. Sebastian Sonnenberger will keinem seiner Mitspieler den nötigen Einsatz und Willen absprechen: "Es sind viele Kleinigkeiten, die unseren negativen Trend begünstigt haben. Ich weiß aber genau, dass jeder von uns Jungs den absoluten Willen an den Tag legt, um den Bock umzustoßen." Auch Sonnenberger selbst, der in den vergangenen beiden Heimspielen gegen Bad Vilbel (1:1) und Hadamar jeweils einen Elfmeter verschuldete, habe sich hinterfragt: "Es waren beide Male streitbare Entscheidungen, aber ich weiß auch, was ich künftig besser machen muss." Stürmer Christopher Bieber ist für die Partie, die erst am Sonntag (15 Uhr) in Friedberg stattfindet, wegen muskulärer Beschwerden fraglich, ansonsten sieht es bei der Barockstadt kadertechnisch gut aus.

Der Gegner:

TG Friedberg hat mit dem jüngsten 3:1 in Hünfeld eine chaotische Woche mit dem spektakulären 4:5 gegen Hadamar und dem Trainerwechsel von Mustafa Fil hin zu Gültekin Cagritekin versöhnlich abgeschlossen und seine Aktien in Sachen Ligaerhalt verbessert. Der für den verletzten Stammkeeper Riste Shpirov in der Haunestadt ins Tor gerückte Leon Kröller bot eine starke Leistung und könnte auch gegen die Barockstadt spielen. Der frühere Borusse Younes Bahssou indes hat sich in Hünfeld beim Aufwärmen verletzt, ein Einsatz scheint fraglich. Obwohl Bahssou sich schon seit Jahren in regelmäßigen Abständen mit Verletzungen herumplagt, stimmt die Quote beim 29-jährigen Marokkaner: In Fulda erzielte Bahssou in 46 Spielen 32 Tore (0,70 pro Spiel), in Friedberg sind es gar 0,84 pro Spiel, 16 Tore gelangen ihm in 19 Partien.

Statistiken:

Das Hinspiel entschied Türk Gücü Friedberg nach einer gruseligen Vorstellung der Barockstadt mit 2:1 für sich, zwei Tage später war die gerade einmal 133 Tage währende Amtszeit von Alfred Kaminski in der Johannisau Geschichte. Es war das erste Duell zwischen einer Fuldaer Mannschaft und den Mittelhessen gewesen, hatte sich Türk Gücü, 2016 noch in der Gruppenliga beheimatet, doch erst via Aufstiegsrunde im vergangenen Sommer erstmals für die Hessenliga qualifiziert.

Autor: Christian Halling

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