10.04.2019

Bad Vilbel will Endspiel in Hünfeld vermeiden

Hessenliga: Samstag gegen Flieden

Amir Mustafic hat keinerlei Interesse an einem Endspiel gegen den Hünfelder SV am letzten Spieltag. Foto: Steffen Turban

Der FV Bad Vilbel feiert dieser Tage sein 100-jähriges Vereinsbestehen. Im ersten Jahr nach der Rückkehr in die Hessenliga will der Verein vom Niddasportfeld natürlich den Klassenerhalt schaffen. In den restlichen fünf Spielen trifft das Team von Trainer Amir Mustafic noch auf zwei osthessische Konkurrenten. Am Samstag kommt Buchonia Flieden in die Quellenstadt und am letzten Spieltag reisen die Wetterauer zum Showdown nach Hünfeld.

Mit 30 Punkten aus 27 Spielen stehen die Chancen auf den Ligaerhalt in der größten Stadt des Wetteraukreises ganz gut, doch der elfte Tabellenplatz ist für die Grün-Weißen trügerisch. Der Aufsteiger tummelt sich schon die ganze Saison im Mittelfeld der Tabelle, weist aber auch jetzt vor dem Saisonendspurt lediglich drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone auf. Trainer Amir Mustafic, der die Grün-Weißen seit 2012 trainiert und in der letzten Saison die Vilbeler als Meister der Verbandsliga Süd nach elfjähriger Abwesenheit in die Hessenliga zurückbrachte, ist sich sicher: "Der Abstiegskampf wird bis zuletzt spannend bleiben." Von 1992 bis 2007 war der FV ein fester Bestandteil der Oberliga Hessen, in der Abstiegssaison war der an der nordöstlich der Frankfurter Stadtgrenze gelegene Verein sogar der dienstälteste Klub der Klasse. Gerade auch aufgrund der Jubiläumsfeierlichkeiten soll alles dafür getan werden, um das Ziel Klassenerhalt zu realisieren. "Ein solches Jubiläum feiern zu können ist für uns alle ein Privileg", hebt der 1. Vorsitzende Willi Eckhardt hervor. Am 30. März fiel das Heimspiel gegen den SC Waldgirmes genau auf den Gründungstag vor 100 Jahren und das Spiel wurde zur Gründungszeit um 15.30 Uhr angepfiffen (0:1).

"Wir wollten unseren Gründungstag und damit unseren Geburtstag gleich einmal groß würdigen", wird Pressesprecher und Mitorganisator Alexander Juli auf der Vereinshomepage zitiert. 360 Zuschauer bildeten einen würdigen Rahmen am direkt am Flusslauf der Nidda gelegenen Sportplatz. Eine gute Kulisse erwarten die Brunnenstädter - nicht zuletzt auch wegen der Reisefreudigkeit der Fliedener Anhänger - auch am Samstag im Abstiegskracher gegen die Buchonia. Die kommt mit einem Punkt weniger in die südliche Wetterau, es wird also für beide Vereine ein richtungsweisendes Spiel. Mustafic macht deutlich, dass sein Team jetzt liefern muss: "Jetzt kommen die Gegner auf Augenhöhe und solche Spiele kannst Du gewinnen, aber auch verlieren. Gerade gegen die kampfstarken und robusten Fliedener steht schon viel auf dem Spiel. Aber im Hinspiel beim 2:1-Sieg haben wir ja schon bewiesen, dass wir sie schlagen können."

Mustafic geht davon aus, dass neun Punkte reichen müssten

Damals hieß der Buchonen-Coach noch Meik Voll und Flieden war in keiner guten Verfassung. Seit dem Amtsantritt von Zlatko Radic, der übrigens 1995 vom damaligen Oberliga-Dritten FV Progres Frankfurt zum Zweitligisten FC Homburg transferiert wurde, hat die Mannschaft aus dem "Königreich" bekanntlich zur großen Aufholjagd angesetzt, auch wenn die Heim-Siegesserie vom VfB Ginsheim (2:3) jäh unterbrochen wurde. "Auch unser Restprogramm hat es in sich", warnt Mustafic. Er geht aber davon aus, "dass neun Punkte zum Klassenverbleib reichen müssten." Nach dem Flieden-Spiel geht es am Ostermontag zum FC Ederbergland. Wegen der 100-Jahr-Feier wurde die Partie vom 11. Mai vorverlegt. Dann geht es zu Schlusslicht Neu-Isenburg, bevor nach dem Freitags-Heimspiel gegen den FC Eddersheim die Reise der Vilbeler in die Rhönkampfbahn zum Hünfelder SV geht.

"Ein Endspiel am letzten Spieltag brauchen wir natürlich nicht, aber wenn es so kommen sollte, würden wir es annehmen", so Mustafics Progrose. Sein Team erledigt Abwehraufgaben meist stabil, das belegen die nur 41 Gegentore (nur vier Clubs kassierten weniger). Der Schuh drückt in der Offensive, wo lediglich 33 Tore erzielt wurden (mit Ederbergland der drittschlechteste Wert). "Wir erarbeiten uns ja viele Torchancen, aber die Verwertung ist oftmals das Problem", verdeutlicht der Coach. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der beste Torschütze Bad Vilbels mit Außenstürmer Kristijan Bejic erst neun Tore auf seinem Konto hat.

Autor: Pedro Acebes

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