28.03.2019

Nach 16 Jahren geht eine Ära zu Ende

Hessenliga: Neu-Isenburg trennt sich von Trainer-Dino Hoffmann

Peter Hoffmann wird ab Sommer kein Cheftrainer mehr in Neu-Isenburg sein. Foto: Thomas Zöller

Beim designierten Hessenliga-Absteiger Spvgg. 03 Neu-Isenburg geht eine Ära zu Ende. Wie der scheidende Vorstand in einer Pressemitteilung bekanntgibt, wird der auslaufende Vertrag von Trainer Peter Hoffmann und dessen langjährigen Assistenten Erdo Arnitali nicht verlängert. Somit endet die Zusammenarbeit zwischen dem 52-jährigen Chefcoach und den Hugenottenstädtern zum Ende der laufenden Saison.

Hoffmann hatte den Verein am Tiefpunkt seiner Vereinsgeschichte im Jahr 2003 übernommen und muss nun nach 16 Jahren seinen Hut nehmen. "Wir haben damals in der A-Liga mit fünf Mann, einem Satz Trikots und vielen Schulden begonnen. Über die Jahre hinweg sind wir viermal aufgestiegen und 2017 in die Hessenliga gekommen", rekapituliert Hoffmann, der am Montag über die Beendigung der Zusammenarbeit in Kenntnis gesetzt wurde. "Der Zeitpunkt und die Art und Weise waren schon überraschend", räumt der Coach der 03er ein. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Jürgen Holzmann, der auf der Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen zum neuen Präsidenten gewählt wurde, hatte Hoffmann die Entscheidung in einem zweiminütigen Gespräch mitgeteilt.

"Ich habe es zur Kenntnis genommen und muss das jetzt akzeptieren", bleibt Hoffmann gelassen und will die Saison ordentlich über die Bühne bringen, auch wenn Neu-Isenburg mit zehn Punkten Rückstand als abgeschlagenes Schlusslicht nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt besitzt. Hoffmann glaubt nicht, dass nur sportliche Gesichtspunkte für die Entscheidung der Verantwortungsträger maßgebend waren. Er analysiert: "Wir hatten nach dem Rücktritt von Thomas Stein keinen Präsidenten und ohne Hierarchie von oben und mit wenigen finanziellen Mitteln ist es schwierig, in der Hessenliga zu bestehen. Das zweite Jahr ist ja immer das schwierigere und die internen Querelen waren auch nicht förderlich. Auch in Sachen Zuschauer und Sponsoren konnten wir keinen Zuwachs verzeichnen."

Neubeginn mit Janovsky in der Verbandsliga Süd

Als Nachfolger strebt der Deutsche Amateurmeister von 1956 eine interne Lösung an. Es gilt als beschlossene Sache, dass Sportdirektor Nick Janovsky die Regie an der Seitenlinie ab 1. Juli übernimmt. Dann wahrscheinlich in der Verbandsliga Süd. Janovsky kam in der Winterpause der letzten Saison von der Spvgg. Seligenstadt, wo er als Spielertrainer fungierte, in den Sportpark zurück. Nachdem er als "Stand-by-Spieler" noch einige Hessenliga-Spiele bestritt, wechselte der ehemalige Stürmer in die Sportliche Leitung.

Hoffmann findet, dass "man die Sache nach 16 Jahren hätte besser regeln können. Mein Co-Trainer ist ja sogar 18 Jahre im Verein tätig gewesen. Aber wir bringen die Sache nun ordentlich über die Bühne und bleiben dem Verein natürlich nach so langer Zeit verbunden", hegt Hoffmann keinen Groll gegen die Vereinsoffiziellen. "Es war ja schon eine ungewöhnlich lange Zeit. Da ist es legitim, wenn es irgendwann zu Ende geht. Das ist jetzt der Fall und über etwaige andere Anfragen mache ich mir aktuell keine Gedanken", lässt Hoffmann seine Zukunft offen.

Autor: Pedro Acebes

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