25.02.2019

Chancen waren da, doch die Cleverness fehlte

Hessenliga: Ederbergland abgezockter vor dem Kasten

Patrick Schaaf (rechts) hatte kurz vor Ende Diskussionsbedarf mit Schiedsrichter Mirko Radl. Foto: Charlie Rolff

Das hatte sich die SG Barockstadt anders vorgestellt. Gegen das bisherige Schlusslicht aus Ederbergland ging der Auftakt in das Jahr 2019 vollkommen schief. Beim 0:2 (0:0) zeigte sich einmal mehr die von Trainer Sedat Gören angesprochene schlechte Chancenverwertung.

„Genügend Chancen für ein oder mehrere Tore hatten wir“, meinte Gören unmittelbar nach dem Spiel. Der Coach der SGB lag mit dieser Einschätzung absolut richtig, aber dennoch war das Spiel gegen den bis dato Tabellenletzten nichts fürs Auge. Zu oft hatte der letzte Pass gefehlt, zu oft musste in der ersten Halbzeit der Abschluss aus der Distanz her. Die Ausnahme bildete Patrick Schaafs Abschluss nach neun Minuten, der jedoch aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten traf. „Richtig ist allerdings, dass wir zu wenig Tempo reinbekommen haben in unsere Aktionen. Das war aber auch schwierig, weil der Gegner sehr tief stand“, wusste der 47-Jährige und zog den Vergleich zu Borussia Dortmund, das sich gegen Nürnberg bekanntermaßen ebenfalls schwer tat, ein Tor zu erzielen.

Mehr Torgefahr erspielte sich die Barockstadt im zweiten Durchgang, doch zuvor mussten die beiden Nackenschläge in Form der Gegentreffer verkraftet werden. Unnötige Ballverluste im Spielaufbau nutzten die Gäste schonungslos aus, spielten mit einem Pass direkt in die Tiefe. Manuel Todt und Ernes Hidic blieben jeweils eiskalt vor Benedikt Kaiser. Dass ein solches Spiel dennoch nicht verloren gehen muss und ein torloses Remis dann auch mal in Ordnung ist, wenn vorne wenig zusammenläuft, wusste auch Gören: „Wenn es 0:0 ausgeht, ist es halt so. Wir müssen die Mitte schneller zubekommen. Somit haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht, der natürlich auch abgezockt war, denn mehr als zwei Torchancen von denen habe ich nicht gesehen.“

Die angesprochenen Chancen auf ein Tor vergaben nach Wiederbeginn Patrick Broschke, der Gästekeeper Hartmann aus acht Metern nur in die Arme schoss (50.), Christopher Bieber, der nach 77 Minuten unbedrängt nur ins Tor köpfen musste. Doch Hartmann konnte den Ball noch von der Linie kratzen. Und dann war da noch Marcel Mosch, der kurz vor Schluss nur auf Jan-Niklas Jordan querlegen musste – erneut ging Hartmann gedankenschnell dazwischen. Bleibt nur noch zu klären, was bei Schaafs Aktion kurz vor Spielende passierte, als der Kapitän seinen Gegner berührte und dieser daraufhin zu Boden fiel. Schiedsrichter Radl griff sich an die Gesäßtasche, korrigierte sich dann allerdings und zückte nur Gelb. „Der Gegenspieler hat zugegeben, dass Patrick nicht nachgetreten hat“, wusste Gören.

Autor: Tobias Konrad

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