05.12.2018

"Zwei, drei Vereinen könnte ich niemals absagen"

Auf einen Glühwein mit Martin Hohmann

Martin Hohmann (rechts) betonte im Gespräch mit Steffen Kollmann, dass er noch keineswegs in der fußballerischen Rente ist.

Martin Hohmann gehört zu den bekanntesten Trainern der Region. Seinen Heimatverein Borussia Fulda hat er zu Regionalliga-Zeiten gecoacht, nach Stationen in Wehen und beim FSV Frankfurt war der 56-Jährige in Hünfeld und Flieden tätig. Zuletzt war der gebürtige Fuldaer bis Sommer Sportlicher Leiter bei Borussia Fulda. Sein Ende dort aufgrund der Gründung der SG Barockstadt ist aber nicht gleichbedeutend mit einem Laufbahnende, wie Hohmann "auf einen Glühwein" betont.

Herr Hohmann, das Jahr 2018 wird wohl immer mit dem Zusammenschluss zwischen Borussia Fulda und dem TSV Lehnerz zur SG Barockstadt in Verbindung stehen. Wie haben Sie die Kräftebündelung der beiden Großmächte erlebt?

Das war für mich ein ganz einschneidendes Erlebnis. Ich war ja zuvor in meiner Aufgabe bei Borussia Fulda eingebunden, die mir viel Spaß gemacht hat und wo wir teils erfolgreiche Zeiten erlebt haben. Die Leute, die sich für den Zusammenschluss entschieden haben, taten das ja aus einem Grund, insbesondere sicherlich aufgrund der finanziellen Geschichte. Dass es zum Start nicht so gelaufen ist wie erhofft, hatte verschiedene Gründe. Ich möchte mich jetzt aber nicht hinstellen und sagen, was hätte besser laufen können, sonst heißt es noch, der Hohmann weiß sowieso alles besser. Ich beobachte nur aus der Ferne, wie sich der Club in den nächsten eins, zwei Jahren entwickelt. Für mich ist etwas Wehmut dabei, dass ein Verein wie Borussia Fulda in dieser Form nicht mehr existiert. Borussia war immer eine Marke. Ich bin ja auch alter Borusse und hatte dort meine erfolgreichste Zeit. Deshalb tut das schon ein bisschen weh.

Sind Sie dennoch der Meinung, dass der Zusammenschluss die richtige Entscheidung war, um der Region in Zukunft höherklassigen Fußball bieten zu können?

Dazu bin ich zu wenig Insider. Wenn ich jetzt wüsste, es haben sich zehn Sponsoren zusammengeschlossen, die nur unter dem Namen SG Barockstadt den Verein unterstützen, dann würde ich sagen, dass es richtig war. Ich weiß ja nicht, wie es bei Borussia und auch Lehnerz ohne den Zusammenschluss weitergelaufen wäre. Bei Borussia Fulda hat sich ja immer jemand gefunden, der etwas gemacht hat. Der Vorsitzende Peter Enders war ja zum Beispiel immer sehr engagiert, auch finanzieller Art. Ähnliches gilt ja für Martin Geisendörfer in Lehnerz. Ich weiß auch nicht, auf wie viele Jahre die Zusammenarbeit ausgelegt ist. Ob das alles in fünf, sechs Jahren noch so Bestand hat, weiß man nicht. Eine gewisse Skepsis ist deshalb bei mir dabei.

Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Zukunft aus? Sind Sie aus fußballerischer Sicht schon pensioniert? In Flieden waren Sie jedenfalls als Nachfolger Meik Volls im Gespräch ...

Ich bin sicherlich nicht pensioniert. In welcher Form auch immer, irgendwann wird man mich wieder auf der Fußballbühne sehen. Mit Fliedens Vorstand Frank Happ habe ich telefoniert, das ist richtig. Es gibt zwei, drei Vereine, denen würde ich nie absagen, wenn nichts anderes mehr gehen würde. Dazu gehört Flieden. Ich denke aber, dass Zlatko Radic die ideale Lösung ist. Ich hätte schon ein schlechtes Gewissen dabei gehabt, noch ein drittes Mal nach Flieden zu gehen. Stattdessen bin ich momentan viel auf den Plätzen der Region unterwegs und nutze die Zeit, die ich zuvor nicht hatte. Das heißt aber nicht, dass ich nichts mehr im Fußball machen werde.

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