07.11.2018

Opel Rüsselsheim kooperiert mit Borussia Dortmund

A-Liga Groß-Gerau: Historische Chance für Amateurklub

Axel Vonderschmitt (links) war Sportlicher Leiter bei Rot-Weiss Frankfurt, unter anderem während der Amtszeit von Mario Basler (rechts). Foto: Mithat Gürser

Eine umfangreiche Kooperation hat der SC Opel Rüsselsheim mit dem aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund vereinbart. Der A-Ligist aus dem Kreis Groß-Gerau geht mit dem Profiklub aus dem Ruhrgebiet ab Januar 2019 eine Partnerschaft ein, die auf mindestens drei Jahre Laufzeit angelegt ist.

Trainer Axel Vonderschmitt, der als Sportlicher Leiter bei Rot-Weiss Frankfurt tätig war und auch noch dem Verwaltungsrat der "Roten" angehört", zeigt sich vom Projekt begeistert: "So etwas hat es in der Form bislang noch nicht gegeben. Das ist eine historische Chance für den Verein. Mit diesem umfangreichen Paket eröffnen sich viele Chancen, um neue Partner zu gewinnen, die Identifikation zu stärken und unabhängig von einem einzelnen Sponsor, die aktiven Mannschaften in andere sportliche Regionen zu hieven." Möglich machte die Zusammenarbeit der neue Vorsitzende der Opelaner Michael K.Theis.

Beim BVB-Sponsor Opel war er Kommunikationschef in Deutschland und unter anderem für das Sportsponsoring verantwortlich. Opel Rüsselheim spielte von 1965 bis 1972 in der damals zweitklassigen Regionalliga Süd, danach folgte nach und nach der Absturz in die Niederungen des Fußball-Kreises Groß-Gerau, wo der im 8000 Zuschauer fassenden Stadion am Sommerdamm spielende Verein seit einigen Jahren ein Schattendasein in der A-Liga fristet. Gemeinsam haben Dortmund und Rüsselsheim die Vereinsfarben gelb-schwarz, spätestens ab der neuen Saison sollen alle Teams der Opelaner mit dem BVB-Ausrüster Puma auflaufen.

Das sei auch Bedingung für den umfangreichen Deal mit dem Champions-League-Sieger von 1997 gewesen. Rüsselsheim hat 65000 Einwohner und ist wie die Stadt im Ruhrgebiet eine Arbeiterstadt mit dem Automobilhersteller als größten Arbeitgeber. "Der BVB stellt seinen Namen mit verschiedenen Projekten zur Verfügung", erklärt Vonderschmitt. Wichtig dabei: Für den Amateurklub bleiben ordentliche Einnahmen übrig. Beispielsweise wurde schon im vergangenen Sommer ein internationales Testspiel zwischen dem englischen Premier League-Klub Huddersfield Town und dem deutschen Zweitligisten Dynamo Dresden organisiert.

Traditionself der Borussia kommt jährlich

In Zukunft soll jedes Jahr ein solches Testspiel in Rüsselsheim stattfinden. Darüber hinaus werde auch die BVB-Akademie zweimal jährlich in der Opel-Stadt Station machen und Fußballcamps für Kinder anbieten. Desweiteren sei ein "Family-Cup" mit dem Ausrichter SC Opel geplant. Sämtliche Preise seien mit Borussia Dortmund verknüpft. Vonderschmitt berichtet von weiteren Plänen: "Die Traditionself der Borussia wird jährlich in Rüsselsheim antreten und auch diese Einnahmen bleiben in unserem Verein. Außerdem wird es auch einen Company-Cup für Betriebsmannschaften geben."

Der Jugendfußball, der in Rüsselsheim total verwaist sei, solle durch die neue Partnerschaft zu altem Glanz verholfen werden. "Die Jugendarbeit liegt brach und wir wollen in dieser Multi-Kulti-Stadt das Potenzial ausschöpfen und neue Wege aufzeigen. Die Jugendlichen sollen in Rüsselsheim ausgebildet werden und nicht mehr beispielsweise nach Ginsheim fahren müssen", verdeutlicht Vonderschmitt. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung stimmten die Mitglieder der Partnerschaft mit dem Bundesligisten fast einstimmig zu. Für den SC Opel biete die Kooperation mit dem Bundesligisten die Chance, von „den Großen“ zu lernen, in dem beispielsweise die Jugendtrainer des Vereins in Schulungen und Training eingebunden würden.

Aber auch die Erste Mannschaft soll langfristig profitieren und wenn möglich in die Kreisoberliga aufsteigen. "Unabhängig von der Klasse sind wir mit unserem Stadion und den zwei Kunstrasenplätzen interessant. Die guten Bedingungen wurden vor Jahren geschaffen und die Kooperation mit Dortmund ist sicherlich auch gut für die Vereinskasse", merkt Vonderschmitt an.

Autor: Pedro Acebes

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