20.09.2018

Sandershausen erschrocken über SV Neuhof

Verbandsliga: Trainer Friedhelm Janusch meldet sich zu Wort

Sandershausens Trainer Friedhelm Janusch ist sauer auf Neuhof.

Das 0:2 beim SV Neuhof hat beim Verbandsligisten TSG Sandershausen merklich Spuren hinterlassen. Der Gast zeigt sich erschrocken darüber, wie er vergangenen Sonntag von manchem Neuhofer behandelt worden sei.

Montagmittag in der Redaktion. Friedhelm Janusch, der Trainer der TSG, ruft an. Es geht um den Spielbericht zur Partie Neuhof gegen Sandershausen vom Sonntag. Die Aussagen, dass in seinem Team der ein oder andere gerne mal provoziere und dass Neuhof nicht auf die Mätzchen eingegangen sei, erforderte Redebedarf.

„Das mag nach außen durchaus alles so gewirkt haben und wir haben uns da ganz sicher auch nicht clever verhalten. Im Vorfeld haben wir tagelang darüber gesprochen, was uns in Neuhof erwartet. Trotzdem sind ein paar Spieler in die Falle getappt“, sagt Janusch, der aber eines klarstellen will: „Wir sind keine unfaire Truppe.“

Was war im Spiel passiert? Immer wieder ließen sich Spieler von Sandershausen auf Diskussionen ein, appellierten an den Schiedsrichter, doch die Unsportlichkeiten von Neuhof, die in verbaler Form stattgefunden haben sollen, zu unterbinden. „Da waren wir einfach nicht erfahren und abgeklärt genug. Neuhof hat uns dorthin gekriegt, wo sie uns hinhaben wollten. Wir hätten einfach die Ruhe behalten müssen. So kam es dann zu den vielen Gelben Karten und der absolut berechtigten Gelb-Roten Karte.“

Was Janusch aber vor allem stört, sei die Art und Weise des Umgangs untereinander – sowohl am Rand, als auch auf dem Platz: „Ich bin ja schon viele Jahre im Geschäft, habe viel mitgemacht. So was habe ich vorher aber noch nicht erlebt“, beginnt Janusch zu erklären. „Neuhofer Spieler haben unsere Akteure auf dem Feld beleidigt, sich theatralisch fallen lassen. Ein Neuhofer Betreuer hat einem Ersatzspieler von mir sogar lautstark Schläge angedroht. Um ein Haar wäre das Ganze eskaliert. Das alles haben wir dem Schiedsrichter mitgeteilt, aber der hat in einer anderen Sprache mit den Neuhofer Spielern gesprochen“, so Janusch, der seit 30 Jahren im Trainergeschäft ist und davor als Zweitligaprofi unter anderem bei Hessen Kassel spielte. Schiedsrichter war Oleg Karaliov aus Altenstadt.

Bereits in der Halbzeit hätten seine Spieler kopfschüttelnd in der Kabine gesessen. „Ein gestandener Mann wie Christopher Minne, der von Beruf Lehrer ist und etwas in der Birne hat, saß in der Kabine und wusste nicht, wie ihm geschieht. So einen Umgang unter Spielern hat von uns noch keiner vorher in dieser Form erlebt. Wen ich dabei klar ausnehme, ist Neuhofs Trainer Alexander Bär, der sich vorbildlich verhielt und dem ich auch zum Sieg gratuliert habe. Aber was vom Feld, von Betreuern und auch von Teilen von Zuschauern kam, die hinter und neben uns standen, das war schon die Härte.“

Die gesamte Heimfahrt sei das Team im Bus noch am diskutieren gewesen, immer wieder sei das unsportliche Verhalten Thema gewesen. „Nochmal: Wir haben das Spiel verdient verloren und wir haben uns nach außen hin unclever angestellt, weil einzelne Spieler von uns auf die Provokationen hin lautstark mit dem Schiedsrichter diskutiert haben. Aber nicht wir waren die unfaire Mannschaft“, stellt Janusch in aller Deutlichkeit heraus.

Autor: Ralph Kraus

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