12.09.2018

Die Jugendarbeit trägt saftige Früchte

SG Dammersbach/Nüst ist auf dem Vormarsch

Andreas Barthel (rechts) mischt auch mit 41 Jahren noch mit. Foto: Kevin Kremer

In Sommer 2016 stieg die SG Dammersbach/Nüst auf, obwohl sie in der C-Liga nur Dritter geworden war und gar die anschließende Relegation versemmelt hatte. Schnell wurde deutlich, dass die B-Liga bereits eine Nummer zu groß ist, der direkte Wiederabstieg wurde ob des vorletzten Platzes gerade so vermieden. In der vergangenen Saison war dann bereits ein kleiner Aufwärtstrend mit Rang acht erkennbar – und dieses Jahr scheint es noch besser zu laufen.

Platz sieben und fünf Punkte Rückstand auf Primus Vogelsberg II stehen in der B-Liga Fulda/Lauterbach zu Buche, allerdings hat „DaNü“ teilweise zwei Partien weniger als die Konkurrenz bestritten und bislang einzig ein Spiel – ausgerechnet zum Auftakt bei Jugendpartner Nüsttal – verloren. "Um eine Wasserstandsmeldung abzugeben, wäre es allerdings noch viel zu früh", betont Andreas Barthel, der in der zweiten Saison als Spielertrainer das Sagen in Dammersbach hat und mit beharrlichen Mitteln zum großen Coup kommen will. "Der Verein will auf Sicht zurück in die A-Liga, allerdings kann das auch erst in zwei, drei oder vier Jahren der Fall sein", sagt der 41-Jährige, der auf das ausgegebene Saisonziel verweist: "Einen Platz unter den ersten fünf wünschen sich die Vereinsverantwortlichen und wir denken, dass das auch absolut realistisch ist."

In Dammersbach wird nicht von unmöglichen Dingen geträumt, denn nachdem das alte Führungsteam um Timo Baier jahrelang mit hohem Aufwand erfolgreich gegen das Verschwinden von der fußballerischen Landkarte gekämpft hatte, steht jetzt endlich die gut ausgebildete Jugend um Michael Kajukin, Laurin Mörmel, Maximilian Ruschke oder Andreas Roth im Fokus, die schon vor Saisonstart mit Platz drei bei den Stadtmeisterschaften für Furore sorgen konnte. Und die nächsten talentierten Nachwuchskräfte wie Noah Gradl stehen bereits in den Startlöchern. "Der Verein musste viele Spieler holen und einen hohen Aufwand betreiben, um auf die heutige Generation zu warten", erinnert sich auch Barthel und bricht daher für Timo Baier eine Lanze, der sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat. Nun sind Frank Pappert, Stefan Schmitt und Ralf Heerd in erster Linie für den sportlichen Teil zuständig.

"Feiern konnte Dammersbach schon immer"

Und sie haben eine gute Mannschaft zusammengestellt, die von Altersgefüge wie Charakteren zueinander passt – und dazu noch Fußball spielen kann. "Manchmal einen zu schnellen für so manchen Schiedsrichter", sagt Barthel mit einem Augenzwinkern, wenn er sich an die zahllosen Abseitsentscheidungen in der noch jungen Saison gegen sein Team erinnert. Mit dem wichtigsten, dem Fußball spielen, hatte es in den vergangenen Jahren gehapert. "In Dammersbach konnten schon immer alle feiern – auch eine 0:3-Niederlage.

Das ist aber nicht die Art, die ich möchte. Feiern gehört dazu, aber an erster Stelle muss das Spiel kommen", fordert Barthel und weiß, dass er da noch nicht immer Erfolg hat: "Wenn du am Montag nach dem Spiel gegen Eiterfeld/Leimbach III die Zeitung aufschlägst, liest, dass du nur Unentschieden gespielt hast und dich fragst, wie das gegen so eine Mannschaft passieren kann, dir dann aber wieder bewusst wird, dass ein paar deiner Jungs die Spielvorbereitung nicht ernst genommen haben und du dann Lehrgeld bezahlst." Schafft Barthel, der einst Bachrain II in die A-Liga führte, diese Baustelle zu beseitigen und gleichzeitig den Abwehr- und Sechserverbund zu stärken, liegt vor Dammersbach/Nüst eine rosige Zukunft. Denn die im Schnitt über fünf erzielten Tore pro Spiel sprechen ohnehin eine deutliche Sprache.

Autor: Johannes Götze

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema