08.03.2018

Wird der Osthessenklassiker ein Augenschmaus?

HSV muss nach Soden / RSV vor Pflichtprogramm / SGJ hat frei, aber testet

Christoph Neidhardts (links) Hünfelder müssen nach Soden, Mihai Moises Johannesberger haben frei. Foto: Charlie Rolff

Nach wie vor ein echter Osthessenklassiker ist das Duell zwischen der SG Bad Soden und dem Hünfelder SV, der am Samstag auf der Bornwiese steigt. Für beide Mannschaften geht es um viel, der HSV will seine Pole Position untermauern, die „Sprudelkicker“ die Abstiegszone hinter sich lassen.

SG Bad Soden – Hünfelder SV (Samstag, 15.30 Uhr).

Das Hinspiel hat auch Sodens Trainer Anton Römmich nicht vergessen, schließlich stand er bei der 1:6-Pleite auf dem Platz und leitete die Klatsche durch einen leichtfertigen Ballverlust selbst ein, denn der zog Rot gegen Christoph Neiter und einen frühen Elfmeter nach sich. „Im Gegensatz zu mir hängt der Mannschaft das Spiel nicht mehr im Kopf, die zieht mich damit höchtsens ab und an auf“, sagt Römmich und richtet den Fokus daher nach vorne. Auf das seiner Meinung nach stärkste Team der Liga: „Hünfeld wird Meister, keine Frage. Nur vielleicht ein Spiel später als gedacht, weil wir am Samstag alles daransetzen werden, das Spiel zu gewinnen.“ Lukas Ehlert, Kevin Paulowitsch (beide Grippe) und Keeper Arturo Gonzalez Garcia (berufliche Gründe) drohen auszufallen. Im Tor würde Daniel Soldevilla stehen.

Lob für den Gegner hat allerdings auch Dominik Weber in petto: „Dass Bad Soden nach vorne richtig gut aufgestellt ist, ist klar. Aber unter Anton Römmich hat sich auch die Defensive stabilisiert, die Balance stimmt jetzt.“ Und so kann sich Weber nicht mal im Traum vorstellen, den Gegner noch einmal so wie im Hinspiel abzuschießen, vielmehr stelle er sich auf eine Partie auf Augenhöhe und einen Augenschmaus für den Zuschauer ein, „weil zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die Fußball spielen wollen“. Hünfelds Kader ist unverändert, lediglich Rechtsverteidiger Sebastian Körner musste Anfang der Woche mit dem Training aussetzen.

RSV Petersberg – TSV Mengsberg (Sonntag, 15 Uhr).

„Wir sind jetzt einfach dran“, beschwört RSV-Trainer Jürgen Krawczyk den nach seinem Gutdünken logischen Willen des Fußballgottes herauf, „denn wir waren jetzt dreimal auswärts die bessere Mannschaft, hätten dreimal gewinnen können, haben nicht gewonnen und sind allein deswegen jetzt einfach dran“. Krawczyk lässt jene Sätze mit jeder Menge Selbstvertrauen verlauten. Das passt zwar nicht unbedingt zum vorletzten Tabellenplatz der Petersberger, aber zum derzeitigen Leistungsbild, das vernünftig ist und den Trainer positiv stimmt, „die notwendige Serie zu starten“.

Dafür ist ein Sieg gegen Mengsberg unabdingbar. Das Schlusslicht holte allerdings drei der sechs Punkte eben gegen jenen RSV. Eine Niederlage, die Krawczyk aber nicht im Ansatz interessiert: „Ich bin nicht der Typ, der nach hinten schaut. Vielmehr ist es ganz einfach so, dass wir ein Erfolgserlebnis brauchen, die Mannschaft sich belohnen soll und der Name des Gegners da gar keine Rolle spielt.“ Schon bei den drei Auswärtsspielen hatte Krawczyk jeweils eine offensive Aufstellung gewählt, gegen Mengsberg wolle er davon selbstredend nicht abweichen, muss aber eventuell auf Abwehrchef Andreas Brzoza und Sechser Julian Wehner verzichten, die sich beide am Mittwoch grippegeplagt vorerst abmelden mussten.

SV Neuhof – SV Kaufungen 07 (Sonntag, 15 Uhr).

Wie eng es in der Verbandsliga zugeht, wird an diesem Spiel überdeutlich: Denn liegt der SVN auf einem Abstiegsplatz, grüßt Aufsteiger Kaufungen von Rang acht – und doch trennen beide Teams nur vier Punkte. Sprich: Schafft Neuhof den erhofften Dreier zum Restrundenstart, sähe das Tabellenbild rein von der Platzierung her sicherlich schon deutlich freundlicher aus. Spielertrainer Radek Görner und Damian Dudala, die am Dienstag bei der 3:7-Testspielniederlage gegen Eichenzell Gelb-Rot gesehen hatten, sind spielberechtigt.

CSC 03 Kassel – TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

Mit dem Start sind die Kassler noch unzufriedener als die Lehnerzer, denn aus zwei „Heimspielen“ auf dem nicht gemochten Kunstrasen sprang nur ein Punkt heraus und beendete die große Aufholjagd, bevor sie richtig begonnen hatte. „Ich glaube, dass Kassel allein deswegen richtig sauer ist und unbedingt auf Naturrasen spielen will“, schätzt TSV-Trainer Sedat Gören die Gemengelage beim kommenden Gegner ein und weiß, „dass CSC individuell hervorragend aufgestellt ist und zu den besten Teams der Liga zählt – das haben wir schon im Hinspiel gespürt.“

Da verlor der TSV 0:3 auf eigenem Geläuf, vergab erst selbst durch Tobias Göbel und Christoph Sternstein hochkarätige Möglichkeiten und wurde dann eiskalt bestraft. Gören kann am Sonntag aus dem Vollen schöpfen – zumindest fast, denn beide Torhüter müssen unter Umständen passen. Können sowohl Chris Grösch (Grippe) als auch Lennart Fladung (Abistress) nicht, werden wohl entweder Benedikt Kaiser oder Aykut Bayar aus dem Hessenliga-Team aushelfen.

Johannesberg hat spielfrei und testet

Ein spielfreies Wochenende hat die SG Johannesberg, die nach zwei witterungsbedingten Absagen nun regulär zuschaut. Dafür testet der Tabellenzweite bereits am Freitagabend (18 Uhr) auf dem Kunstrasen am Domgymnasium den Hessenligisten SV Steinbach.

Autor: Johannes Götze

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