21.12.2017

Viel Vertrauen für wenig Training

Marc Wettels fiel nicht nur wegen einer Gelb-Roten Karte auf

Marc Wettels kam im Sommer von Borussia Fulda II. Foto: Florian Volk

Viel besser hätte es für Marc Wettels seit seinem Wechsel im Sommer von Borussia Fulda II zur Spvgg. Hosenfeld nicht laufen können: Denn der 23-Jährige spielt mit sieben Treffern und zehn Torvorlagen nicht nur eine klasse Saison, auch sein Team kann mit Platz drei in der Gruppenliga mehr als zufrieden sein.

Für Wettels kommt der Erfolg aber nicht überraschend. "Ich kenne die Gruppenliga noch aus der vergangenen Saison bei Borussia Fulda II und habe nach den ersten Einheiten mit der Mannschaft schnell gemerkt, dass wir enormes Potenzial besitzen. Daher habe ich uns eine sehr gute Rolle zugetraut, wenngleich mit so einem überragenden Verlauf natürlich nicht zu rechnen war", sagt Wettels, der aufgrund von beruflichen Veränderungen jedoch kaum trainieren konnte. "Ich bin aufgrund meiner Arbeit die ganze Woche in der Nähe von Potsdam, komme meist erst freitagabends wieder nach Fulda. Daher bin ich dem Trainer (Rodoljub Gajic, Anm. d. Red.) sehr dankbar für sein Vertrauen, dass ich trotz meiner Fehlzeiten so viele Einsätze bekomme."

Bislang zahlt der gebürtige Haimbacher das Vertrauen jedenfalls zurück und kann nach 15 Spielen bereits 17 Scorerpunkte vorweisen. "Die offensive Spielweise kommt mir natürlich entgegen"; spielt Wettels auf die Tatsache an, dass Hosenfeld im 3-5-2-System lieber angreift als verteidigt. Das spiegelt sich auch im Torverhältnis wieder. Mit 47 Treffern stellt Hosenfeld die zweitbeste Angriffsreihe der Liga, allerdings musste die Gajic-Elf bereits 26 Gegentreffer hinnehmen und bietet so nur die siebtbeste Defensive der Gruppenliga auf. "Das ist sicherlich unserer Ausrichtung geschuldet, aber wir haben mit Loic Djounang und Benedikt Rützel eben zwei echte Waffen im Sturm. Hinten reinstellen und auf Konter lauern entspricht nicht unserer Philosophie", verweist Wettels auf die Tatsache, dass Hosenfeld in dieser Saison erst dreimal das Feld ohne Gegentor verlassen hat.

Dennoch hat der Aufsteiger nun Lunte gerochen und rangiert mit vier Punkten Rückstand auf den FSV Thalau auf Rang drei. Sechs Zähler beträgt der Rückstand auf Liga-Primus Eichenzell, allerdings haben die Britannen eine Partie mehr als die Konkurrenten absolviert. "Vor der Saison war unser Ziel, dass wir eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld erreichen, jetzt wollen wir unter die ersten fünf. Wenn am Ende gar die Aufstiegsrunde in die Verbandsliga herausspringt, werden wir garantiert nicht nein sagen. Das sind die schönsten Spiele in deiner Karriere", weiß Wettels.

Noch ist der Weg dorthin aber weit. "Entscheidend wird sein, dass wir gut aus dem Winter herauskommen. Das Schöne ist: Wir haben überhaupt keinen Druck", betont der Angreifer, der in der Mannschaft noch immer für seine Gelb-Rote Karte beim 1:0-Erfolg im September gegen Thalau aufgezogen wird. Damals wurde Wettels in der 70. Minute eingewechselt, um von Schiedsrichter Christoph Hein (Großenbach) nach nur zehn Minuten auf dem Feld mit der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen geschickt zu werden. "Erst habe ich für ein meiner Meinung nach harmloses Foul Gelb gesehen, danach noch mit dem Schiedsrichter diskutiert und Gelb-Rot bekommen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein witziger Spieler bin und dass mein Mundwerk auf dem Feld in nicht allen Situationen meine Stärke ist. Aber es ist ja noch einmal gut ausgegangen", nimmt Wettels es mit Humor.

Autor: Max Lesser

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