13.12.2017

torgranate-Analyse: SV Buchonia Flieden

Klasse Bilanz, nur am Ende ging ein wenig die Puste aus

Grafik: Carlos Viering

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die osthessischen Hessenligisten für eine kleine torgranate-Analyse zur Brust genommen. Heute ist der Hessenligist SV Buchonia Flieden an der Reihe.

So lief die Runde:

Außergewöhnlich gut. 28 Punkte aus 21 Begegnungen haben vor der Saison wohl nur die wenigsten der Mannschaft von Trainer Meik Voll zugetraut und so befindet sich die Buchonia im gesicherten Mittelfeld der Hessenliga wieder. Das Sahnehäubchen: Der Aufsteiger überwintert vor dem Erzrivalen Borussia Fulda, auch wenn die Barockstädter bei zwei Punkten weniger noch drei Partien in der Hinterhand haben. Auffällig ist zudem, dass bei Flieden meist nur hop oder top gilt. Neun Siegen stehen elf Niederlagen gegenüber, das bislang einzige Unentschieden in dieser Spielzeit gab es am fünften Spieltag beim FC Ederbergland (2:2). Ein Kritikpunkt muss sich die Voll-Elf dennoch gefallen lassen, denn zum Jahresende ging dem Team ein wenig die Luft aus. Nur drei Punkte aus den vergangenen sechs Spielen, darunter zwei Niederlagen gegen die abstiegsbedrohten Teams aus Vellmar und Ginsheim, sorgen dafür, dass Flieden zwar ein ruhiges Weihnachtsfest feiern darf, aber den Blick bei fünf möglichen Absteigern weiter nach unten richten muss.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Während man von Routinier Christopher Krause (Borussia Fulda II) erwarten konnte, dass er auf Anhieb eine tragende Säule im Team wird, ist Compagnon Luca Gaul (TSV Lehnerz II) auf der Sechs doch so etwas wie die kleine Überraschung der Saison. Zumal Gaul in der Vergangenheit an der Richard-Müller-Straße meist in der Innenverteidigung zum Einsatz gekommen war. Zum Kreis der erweiterten Stammspieler zählt Offensivallrounder Christian Bohl, der vom Gruppenligisten TSV Rothemann kam und vor allem als Dauerläufer überzeugte. Im Spiel nach vorne hapert es trotz zwei Toren und einer Vorlagen noch. Ähnlich verhält es sich bei den Youngstern Dario Stange (Schwanheim U19), Jonas Lembach (Borussia Fulda) und Moritz Lingenfelder (eigene Jugend). Das Trio deutete sein Talent bereits an, kam bislang aber nicht über die Reservistenrolle hinaus. Gerade Lembach wird als gelernter Außenverteidiger meist auf dem offensiven Flügel eingesetzt, dürfte sich in der defensiven Rolle aber wesentlich wohler fühlen. André Herr (TSV Lehnerz) hinkt den Erwartungen hinterher und muss als zentraler Mittelfeldspieler meist für Luca Gaul weichen. Vom Ex-Mainzer dürften sich die Buchonen aber mehr versprochen haben. Gleiches Spiel bei Mikael Avanesian. Für den Neuzugang von Kerzell reichte es bislang erst zu zwei Einsätzen in dieser Saison. Da wurde der 22-Jährige jedoch stets im zentralen Mittelfeld eingesetzt. Eine Position, so scheint es, mit der der Offensivallrounder nicht wirklich warm wird. Youngster Niklas Schneider (eigene Junioren) feierte gegen Vellmar sein Hessenliga-Debüt, benötigt aber weiterhin Zeit, um sich im Fliedener Kader zu behaupten.

In Erinnerung bleibt:

Natürlich die beiden Derbysiege gegen die osthessischen Rivalen Borussia Fulda (2:0) und den TSV Lehnerz (2:0), als die Buchonia zwei wesentlich spielstärkeren Mannschaften den Schneid abkaufte und so das Publikum am Weiher begeisterte. Nicht zu vergessen ist auch die Regenschlacht von Pohlheim, als sich Flieden Ende November Watzenborn-Steinberg mit 1:5 geschlagen geben musste. Dabei geriet die Partie aber in den Hintergrund, weil der Rasen in Mittelhessen mehr einem Wasserspielplatz als einem hessenligatauglichen Geläuf glich.

Ausblick:

Sollte Flieden die Form aus dem Herbst wiederfinden, wird Trainer Meik Voll souverän den Klassenerhalt feiern und sich um einen Abstieg in die Verbandsliga keine Sorgen machen müssen. Knifflig wird es allerdings dann, wenn die Buchonia so aus dem Winter herauskommt, wie sie in diesen hineingeschlittert ist. Entscheidend werden die ersten drei Heimspiele im neuen Jahr sein, dann geht es mit Ederbergland, Neu-Isenburg und Steinbach gleich gegen drei Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib. Mithelfen könnte dabei Angreifer Marc Röhrig, der in der Winterpause vom Gruppenligisten TSV Rothemann in das Königreich wechseln soll. Noch verhandeln beide Teams um die Ablösemodalitäten, wobei Flieden sich ob der 28 Punkte in einer soliden Verhandlungsposition befindet und nicht unbedingt im Winter reagieren müssen. Heißt im Klartext: Einigt man sich nicht im Winter, kommt Röhrig eben im Sommer.

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