19.09.2017

Privater Traum sorgt für Unterbrechung des Fußballtraums

Benedikt Rützel fehlt Hosenfeld für zweieinhalb Wochen

Benedikt Rützel (mit Kapitänsbinde) hat vollstes Vertrauen in seine Teamkollegen. Foto: Viktoria Goldbach

Angreifer Benedikt Rützel vom Gruppenligisten Spvgg. Hosenfeld muss sich gerade wie im Traum vorkommen: Als Aufsteiger belegt sein Team den zweiten Tabellenrang, er selbst führt gemeinsam mit dem Thalauer Patrick Broschke die Torjägerliste an (zehn Saisontreffer). Nun sorgt ausgerechnet ein weiterer Traum dafür, dass der 25-Jährige zumindest kurz aus dem fußballerischen aufwachen muss.

Am Montag hat sich Rützel mit seiner Freundin auf eine lange geplante Reise begeben: Von Frankfurt am Main aus startete der Traumurlaub in die USA, wo es noch nicht einmal 6 Uhr in der Früh ist, als sich der Hosenfelder Zeit für ein Interview nimmt. „Ich bin kein Freund vom Fliegen, aber da musste ich jetzt durch. Wir sind immer mit der Sonne geflogen, es war eigentlich nie dunkel. Jetzt haben wir noch ordentlich Jetlag“, berichtet der Fußballer. In Las Vegas startete das Paar am Dienstag seine zweieinhalbwöchige Rundreise, die über San Francisco und Los Angeles nach New York führen wird.

Rützel macht deutlich, dass er eigentlich niemand sei, der sich während der Fußballsaison gerne in den Urlaub verabschiede. Doch die seit Monaten feststehende Reise sei aufgrund vieler verschiedener Faktoren nun auf diesen Termin gefallen. Ein seltsames Gefühl sei es dennoch, nun für einige Tage zu fehlen, „gerade jetzt, wo es für die Mannschaft und auch mich persönlich so gut läuft. Ich bin mir aber sicher, dass die Jungs das auch ohne mich hinbekommen werden.“

Nicht erwartet hatte der Hosenfelder Kapitän, dass er sein Team zu einem Zeitpunkt verlassen würde, an dem gerade der zweite Tabellenplatz zu Buche stehen würde. „Im Moment schaut man sich die Tabelle einfach gerne an. Dass wir so starten würden, war so nicht geplant“, sagt Rützel, der glaubt: „Wir haben einfach die Euphorie mitgenommen, hatten zum Start auch die richtigen Gegner, um gut reinzukommen. Außerdem waren wir es schon von der Kreisoberliga gewohnt, Offensivfußball zu spielen. Durch die Neuzugänge haben wir da noch mal an Qualität gewonnen. Auch defensiv sind wir variabler und stabiler geworden.“

Heimstärke nicht erklärbar

So schmerze nach acht Saisonspielen bislang nur eines: die Niederlagen in den Derbys gegen Großenlüder und Müs. „Die waren schon sau-ärgerlich, gerade wenn man sieht, wie wir sonst gespielt haben. Gegen Müs war die Leistung okay, wir haben nur einfach den schlechteren Tag erwischt. Gegen Großenlüder war die Euphorie nach dem Sieg gegen Eiterfeld vielleicht zu groß“, vermutet der Torjäger, der mit seinem Team in den Rückspielen Wiedergutmachung betreiben will.

Dann haben die Hosenfelder schließlich auch Heimrecht. Seit dem 2. April 2017 hat die Mannschaft von Trainer Rodoljub Gajic vor heimischem Publikum keinen Punkt mehr abgegeben. „So richtig können wir uns das auch nicht erklären, zumal unsere Zuschauer auch auswärts immer zahlreich vertreten sind. Es war einfach schon immer so, dass wir in den Heimspielen stark waren“, berichtet Rützel. Seine bisherigen Leistungen kann der 25-Jährige dagegen besser erklären: „Wir hatten einfach eine gute Vorbereitung, sodass ich fit in die Saison gehen konnte. Jetzt muss ich natürlich erst mal sehen, wie es nach dem Urlaub weitergeht.“ Ein konkretes Ziel habe er sich mit Blick auf die Torjägerkanone jedenfalls nicht gesetzt: „Am besten wäre natürlich, wenn es so weiterläuft, aber wenn die Mannschaft so weiterspielt, dann ist mir das auch recht, wenn ich keine Tore schieße.“

Allerdings ist Rützel Realist genug, dass er weiß, dass der zweite Tabellenplatz für sein Team derzeit nur eine Momentaufnahme bedeute. Dafür sorge nicht zuletzt Trainer Rodoljub Gajic, der die Mannschaft immer wieder auf den Boden der Tatsachen hole. „Wir wollen alle realistisch bleiben. Erst einmal zählt vor allem der Klassenerhalt. Wir wissen nämlich auch, dass wir gegen die Teams von oben wie Eichenzell oder Ehrenberg noch nicht gespielt haben. Ich denke, ein einstelliger Tabellenplatz ist drin, wenn es gut läuft, können wir auch unter die besten sieben kommen.“ Damit würde sich der Hosenfelder Kapitän dann auch seinen nächsten fußballerischen Traum erfüllen.

Autor: Viktoria Goldbach

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