13.02.2018

Marius Ebert will kein Blatt vor den Mund nehmen

Rasdorfs Spielertrainer im Interview

Marius Ebert (rechts, hier mit Rainer Ziegler) hat seinen Vertrag erst kürzlich bis Sommer 2019 verlängert. Foto: Rasdorfer SC

Marius Ebert (30) und der Rasdorfer SC gehen im Sommer in eine gemeinsame dritte Saison. Grund genug, beim Spielertrainer des Tabellenzweiten der A-Liga Hünfeld-Hersfeld mal genauer nachzufragen.

Hand aufs Herz: Gelingt Rasdorf in dieser Saison der große Wurf?

Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren hier Trainer, kenne die Liga und den Verein, also wieso nicht? Vergangene Saison waren wir lange Dritter, ehe uns am Ende ein bisschen die Körner ausgegangen sind. Was soll ich mich in der jetzigen Situation verstecken und ein Blatt vor den Mund nehmen? Wir wissen, dass uns noch verdammt schwere Spiele erwarten, aber wenn du auf Platz zwei überwinterst, will sich keiner von uns mehr mit Platz vier oder fünf zufriedengeben, auch wenn das vor der Saison unser erklärtes Ziel war. Wir haben überhaupt keinen Druck es schaffen zu müssen, haben aber den sportlichen Ehrgeiz, den du brauchst, wenn du am Ende aufsteigen möchtest.

Den Ehrgeiz scheint der Verein auch zu haben, schließlich wurden in der Winterpause mit Christian Dubowy (Rot Weiß Burghaun), Jonathan Pralle (TSV Ufhausen) und Andreas Weissgerber (zuletzt SG Edelzell) gleich noch einmal drei neue Spieler verpflichtet...

Wir wollten uns einfach breiter aufstellen, haben geschaut, was der Markt hergibt und wo es passen könnte. Ich denke, da haben wir das Maximum herausgeholt. Schließlich spielen wir in einer Liga mit 18 Mannschaften und zahlreichen Doppelspieltagen. Da musst du auf berufliche Ausfälle wie bei meinem Kapitän Philipp Krieg oder auf Verletzungen wie bei Benjamin Budenz oder Marian Streber einfach reagieren können. Das war in der vergangenen Saison vielleicht auch ein Manko von uns.

Momentan kämpfen Ausbach/Friedewald, Rasdorf und Philippsthal um den Titel. Bleibt es beim Dreikampf?

Das ist ganz schwer zu sagen. Im Fußball kann es ganz schnell gehen, zumal du durch die vielen Doppelspieltage bei einer schlechten Phase schnell Federn lassen kannst. Ich habe Wölf vielleicht noch auf dem Zettel und weiß, dass Teams wie Unterhaun oder Ufhausen stärker einzuschätzen sind als die jetzige Tabellensituation es erahnen lässt.

Und wer ist Topfavorit?

Für mich ganz klar Ausbach/Friedewald. Sie sind in der vergangenen Saison erst in der Relegation gescheitert, haben eine sehr starke Mannschaft und mit dem Vereinsgelände ein Umfeld, das auf jeden Fall Potenzial für Sprünge nach oben hat. Ich erinnere mich gerne an das Hinspiel, auch wenn wir diese Partie knapp in der Nachspielzeit mit 1:2 verloren haben. Das war ein packender Fight auf gutem Niveau, wo wir wirklich alles rausgehauen haben. So kann ich dann auch verlieren, weil ich meiner Mannschaft nach der Partie nichts vorwerfen konnte.

Du bist jetzt seit eineinhalb Jahren Trainer in Rasdorf. Wie hat sich die Mannschaft seitdem verändert?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich nur sehr, sehr ungerne verliere und auf dem Feld für 90 Minuten immer alles investiere. Mir macht es Freude, wenn ich sehe, dass davon meine Spieler mitgerissen werden und ich glaube, dass mir das in Rasdorf ganz gut gelungen ist. Mittlerweile sind die Jungs bereit, gewisse private Dinge für den Fußball unterzuordnen. Sie haben gemerkt, dass Siege feiern richtig Spaß machen kann.

Man mag sich gar nicht ausmalen, wie die Aufsteigsfeier im Sommer aussehen könnte...

Dagegen hätte mit Sicherheit niemand im Verein etwas (lacht). Die Jungs haben beim Aufstieg der zweiten Mannschaft im vergangenen Sommer in die B-Liga einen Vorgeschmack bekommen und wissen daher, wofür sie den Aufwand betreiben. Einige haben den Wunsch eines Aufstieges schon fest im Kopf verankert und ich hoffe sehr, dass uns das gelingen wird.

Autor: Max Lesser

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