23.01.2018

Julian Wehner will "Jungs abholen und weiterentwickeln"

Der neue Spielertrainer des FV Horas im Gespräch

Julian Wehner freut sich auf die neue Aufgabe. Foto: Charlie Rolff

Dass Julian Wehner irgendwann mal Trainer sein würde, hatte sich der 29-jährige Steinbacher schon vor einiger Zeit fest vorgenommen. Seit dem Wochenende ist klar, dass der defensive Mittelfeldspieler im Sommer Spielertrainer des Kreisoberligisten FV Horas wird. Im Interview mit unserer Zeitung spricht der noch in Diensten des RSV Petersberg kickende Wehner über sein neues Engagement und das angestrebte dritte Wunter vom Waidesgrund.

Du hast in Steinbach, Eiterfeld, Asbach und Petersberg gespielt. Berührungspunkte mit dem FV Horas waren da rar gesät. Wie kam es zum Engagement am Fuße des Aschenbergs?

Wie sie auf mich gekommen sind, weiß ich gar nicht. Martin Mehler und Thorsten Schultheis sind irgendwann auf mich zugekommen und haben mich rasch vom Horaser Weg überzeugt ...

..., der wohl vorsieht, dass die gute Jugendarbeit sich auch in einer erfolgreichen Seniorenmannschaft widerspiegelt?

Genau. Horas macht eine sensationelle Jugendarbeit und in den nächsten zwei Jahren kommen viele klasse Talente heraus, die gerade mit den A-Junioren um den Hessenligaaufstieg spielen. Diese möchte ich gerne abholen und weiterentwickeln. Und klar, mittelfristig soll der Verein auch mal wieder in der Gruppenliga spielen, da sind die Verantwortlichen und ich uns einig. Ich habe nicht gleich zum Einstieg ins Trainergeschäft den Riesendruck, dennoch sind die Ziele eine Herausforderung.

Schon mit 21 hast du deinen ersten Trainerschein gemacht, bist mittlerweile B-Lizenz-Inhaber. War dir schon so früh klar, dass du Trainer werden möchtest?

Damals habe ich das eher gemacht, weil ich fußballverrückt war und wir mit Ante Markesic in Steinbach einen herausragenden Trainer hatten. Er hat uns Fußball erklärt und ich wollte durch den Erwerb des Scheins einfach noch besser in der Materie drin sein. In den vergangenen Jahren habe ich dann aber mehr und mehr Leidenschaft für den Trainerjob entwickelt und mich oft in die Lage von meinen Coaches versetzt. Auch mein Job als Dozent an der Landesfinanzschule Rotenburg, wo ich tagtäglich vor jungen Leuten stehe, hilft mir enorm weiter. Angebote gab es auch schon vergangenes Jahr, aber die Aufgabe am Petersberg war für mich noch nicht erledigt.

Hüftschmerzen haben dir in der Hinrunde das Leben schwer gemacht. Wird man dich deshalb in Horas eher neben als auf dem Platz zu sehen bekommen?

Im vergangenen halben Jahr hatte ich oft Schmerzen, gerade das Training auf dem Kunstrasen war so hart, dass ich oft nach 30 Minuten abbrechen musste. Doch seit dem Spätherbst gehe ich regelmäßig zum Physio und mittlerweile bin ich schmerzfrei. Es geht mir gut, sodass ich mich jetzt noch ein halbes Jahr in Petersberg voll reinhauen kann und ab Sommer dann auch in Horas noch Akzente auf dem Rasen setzen möchte.

Dein aktueller Verein befindet sich in großen Abstiegsnöten in der Verbandsliga, mit Jürgen Krawczyk hat im Winter der dritte Trainer in dieser Saison das Team übernommen. Wie läuft es mit ihm?

Es wurde ja vorher viel geredet, dass Herr Krawczyk noch ein Trainer alter Schule sein soll und wir erstmal keinen Ball sehen würden. Doch das ist alles Quatsch. Er macht einen überragenden Job. Umfänge und Intensität sind im Training zwar hoch, aber der Spaß kommt nicht zu kurz. Alle ziehen voll mit, sind heiß.

Also lebt am Waidesgrund weiterhin die Zuversicht?

Absolut. Mit der Gruppenliga-Meisterschaft in meinem ersten Jahr in Petersberg und dem Klassenerhalt nach furioser Rückrunde vergangene Saison wollen wir nun die dritte Sensation packen. Das Selbstbewusstsein dazu haben wir. Wir müssen nun zeigen, dass mehr in uns steckt und das Glück erzwingen. / hall

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