15.01.2018

"Ich habe es zwei Jahre lang schleifen lassen"

Niklas Zeller im Interview

Niklas Zeller wechselte im Sommer von den Sportfreunden Siegen zur TuS Erndtebrück. Foto: Sportfreunde Siegen

Seit Sommer versucht der gebürtige Steinauer Niklas Zeller sein Glück beim West-Regionalligsten TuS Erndtebrück – mit durchwachsenem Erfolg. Denn weder beim Aufsteiger, der auf einem Abstiegsplatz überwintert, noch beim 22-jährigen Mittelfeldspieler selbst läuft es bislang nach Plan. Dennoch blickt der Ex-Bronnzeller optimistisch in die Zukunft.

Mit Erndtebrück überwintert ihr auf einem Abstiegsplatz. Wie zufrieden bist du mit dem Verlauf der bisherigen Saison?

Wenn du auf einem Abstiegsplatz überwinterst, dann kannst du nicht zufrieden sein. Wir haben einige Punkte regelrecht verschenkt und befinden uns daher in einer schwierigen Situation. Trotzdem bin ich der Meinung, dass in der Mannschaft genug Qualität für den Klassenerhalt steckt. Drei Punkte Rückstand sind nicht die Welt, es ist alles eng beisammen. Ich bin guter Dinge.

Und wie fällt dein persönliches Fazit aus? Du hast zwischen Startelf und Ersatzbank gependelt...

Ich war in meinen Leistungen schwankend. Es gab gute, aber auch schlechte Phasen. Klar ist, dass ich mir in der Rückrunde natürlich mehr Einsatzzeiten wünsche, das liegt aber auch an mir. Mein kleines Tief habe ich überwunden, gerade vom Kopf bin ich jetzt wieder voll da. Jetzt will ich mit einer guten Vorbereitung den Grundstein legen.

Dein Vertrag in Erndtebrück läuft im Sommer ausgehen. Wie geht es weiter?

Das kann ich jetzt noch nicht beantworten, bislang gab mit dem Verein noch keine Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung. Letztlich wird es davon abhängig sein, wie wir in der Rückrunde abschneiden und ob uns der Klassenerhalt gelingt. Gelingt uns dieser, kann ich mir einen Verbleib auf jeden Fall vorstellen. Dann müsste ich nicht umziehen, kann meine Wohnung behalten und müsste mein Umfeld nicht aufgeben. Aber ein Wechsel zu einem ambitionierten Verein ist immer eine Option. Ich muss einfach abwarten, zumal ich aber noch Zeit habe.

Ist diese Ungewissheit für einen 22-Jährigen, der mit dem Fußball sein Geld verdient, nicht eine große Belastung?

Natürlich spielt das in deinem Kopf immer eine Rolle, schließlich verdiene ich mit dem runden Leder meinen Lebensunterhalt. Ich habe mich aber dazu entschieden, auf die Karte Fußball zu setzen und werde diesen Weg zunächst mit aller Konsequenz weitergehen.

Zunächst?

Zwei Jahre will ich es auf jeden Fall noch versuchen. Mit 24, 25 Jahren muss ich dann sehen, wo ich im Leben stehe und wie ich meine Zukunft sehe. Mir ist schon klar, dass der Zug im bezahlten Fußball irgendwann abgefahren ist. Vielleicht ist auch schon im Sommer eine Rückkehr nach Osthessen ein Thema. Grundsätzlich würde ich nichts ausschließen. Entscheidend dabei ist natürlich meine Entwicklung sowie die Leistung auf dem Feld.

Wie schätzt du deine persönliche Entwicklung ein?

Ich muss einfach wieder mehr für mich machen, da hat es in den vergangenen Monaten bei mir Klick gemacht. In Wehen war ich fitter, weil wir öfter trainiert haben. So ehrlich muss ich sein. Jetzt muss ich also individueller trainieren, damit ich wieder zu meiner alten Form finden. Denn ein paar Prozent fehlen, weil ich es die vergangenen zwei Jahre ein bisschen habe schleifen lassen.

Autor: Max Lesser

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