11.01.2018

"Ich bin nicht der Messias"

Gruppenliga: Wächter macht den Heynckes

Klaus Wächter trainierte zuletzt die SG Ober-/Untergeis. Foto: Ralph Kraus

Die lange Suche hat ein Ende: Gruppenligist SG Eiterfeld/Leimbach hat den erfahrenen Klaus Wächter als neuen Trainer bis zum Saisonende gewinnen können. Für den 64-Jährigen, der bereits achtmal in seiner Karriere aufgestiegen ist, ist das Engagement beim Tabellenletzten der Gruppenliga vor allem ein Freundschaftsdienst.

Vor gut 30 Jahren trainierte Wächter bereits beim VfL Eiterfeld und hatte damals unter anderem Volker Hilpert, der dem Verein heute in beratender Funktion zur Verfügung steht, unter seinen Fittichen. Hilpert war es auch, der nun zum Hörer griff und Wächter von einem neuerlichen Engagement überzeugen konnte. "Es ist ein Freundschaftsdienst", verdeutlicht Wächter, dem die Schwere der Aufgabe bewusst ist. "Dass die Erfolgsaussichten äußerst gering sind, ist mir schon bewusst. Ich bin auch nicht der Messias, vielmehr geht es darum, den Verein in ruhige Fahrwasser zu bringen und noch den einen oder anderen Punkt zu sammeln. Wenn ich aber bedenke, dass das Team bislang erst fünf Zähler auf dem Konto hat, dann weißt du, wie groß bei vier oder fünf Absteigern die Chancen auf den Ligaverbleib sind. Wir sollten nicht träumen."

Daher laufen die Planungen für die kommende Runde bereits zweigleisig. Dann wird Wächter aber nicht mehr an der Seitenlinie stehen. "Ich helfe nur bis Sommer", macht Wächter klar, der seit einem halben Jahr pausiert hat, aber verrät, "dass es noch immer kribbelt, wenn ich am Platz stehe. Wenn ein Jupp Heynckes mit 72 Jahren sein Comeback feiert, dann kann ich mit 64 auch noch mal zurückkehren."

Dennoch will Wächter natürlich kein einziges Spiel herschenken und in der anstehenden Vorbereitung eine Mannschaft formen, die in der Gruppenliga konkurrenzfähig ist. "Entscheidend ist für uns, dass das Team den Spaß am Fußball wiederfindet und Erfolgserlebnisse sammelt. Das geht nur über einen geregelten Trainingsbetrieb", weiß Wächter, der darauf verweist, dass hinter Eiterfeld/Leimbach kein gutes Fußballjahr 2017 liegt. "Zwar wurde in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit der Ligaverbleib sichergestellt, dennoch war da schon eine erste kleine Delle sichtbar, die sich nun in der neuen Runde ausgeweitet hat."

Eine Delle, die der nach Detlef Pabst, Mike Lindemann und Christian Weber bereits vierte Coach der laufenden Spielzeit nun korrigieren soll. Denn abgesehen von den negativen Ergebnissen gab es auch personell einen großen Aderlass zu verzeichnen. Neben den Abgängen Niklas Braun und Vincent Bernt (beide Ziel unbekannt) spielten die Offensivspieler Ali Dogru und Parwes Adel zuletzt beide nur noch in der zweiten Mannschaft. "Das sind schon fast Auflösungserscheinungen - und das ist bekanntlich kein gutes Zeichen. Ich möchte aber über keinen Spieler urteilen, den ich nicht kenne. Jeder kann sich in der Vorbereitung präsentieren."

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