12.04.2018

Geht der RSV im Derby auf Kunstrasen?

Verbandsliga: Petersberg empfängt Hünfeld

Im Hinspiel war Manuel Kröning (rechts; hier gegen Petersbergs Kubilay Kücükler) Doppeltorschütze, aktuell spielt er im Verbandsliga-Team kaum mehr als eine Statistenrolle. Foto: Siggi Larbig

Kein einziger osthessischer Verbandsligist spielt im langsam einsetzenden Endspurt um die goldene Ananas: Während Hünfeld und Johannesberg um den Aufstieg kämpfen, Neuhof und Petersberg die Liga halten wollen, kann es für Lehnerz II theoretisch noch in beide Richtungen gehen, wobei die nach oben wahrscheinlicher ist.

RSV Petersberg – Hünfelder SV (Samstag, 15.30 Uhr).

Drei „schöne und vor allem erfolgreiche Jahre“ verlebte Jürgen Krawczyk Anfang des Jahrtausends beim HSV, führte den Club seinerzeit in die Oberliga. „Ein toller Verein“, sagt der heutige RSV-Trainer im Rückblick, muss aber gestehen, dass er schon länger kein Spiel mehr gesehen hat, auch nicht das Topspiel am Mittwoch, weil ihm das Training mit dem eigenen Team logischerweise wichtiger erschien. Hünfeld sei für Krawczyk das Nonplusultra der Liga, dennoch will er am Samstag für eine Überraschung sorgen und dafür vielleicht sogar auf den kleinen Kunstrasen gehen. Dies sei zumindest eine Überlegung. In das Spiel werden seine Mannen personell arg gebeutelt gehen: Adrian von Pazatka und Patrick Wingenfeld müssen beim Hochsicherheitsspiel zwischen den Offenbacher Kickers und Waldhof Mannheim Dienst schieben, Daniel Nüchter und Jannes Ehresmann fehlen weiterhin verletzt, Alexander Kilian ist rotgesperrt. „Und trotzdem werden wir eine gute Elf stellen, die Hünfeld ärgern kann“, unterstreicht Krawczyk.

Beim HSV steht ein dickes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Chrisoph Neidhardt, der nach dem rüden Einsteigen des Johannesbergers Eric-Stephane Kengni-Fotsing einen geschwollenen Arm davontrug. Definitiv fehlen wird Jonas Hosenfeld, der rotgesperrte Keeper wird durch Dennis Theisenroth ersetzt werden, der schon gegen Johannesberg nach seiner Einwechslung eine ganz souveräne Leistung zeigte.

SG Johannesberg – SV 07 Eschwege (Samstag, 16 Uhr).

Mitte April und eine Trainerfrage in den höheren Ligen ist nach wie vor ungeklärt, denn bei Johannesberg hat Trainer Jochen Maikranz noch nicht verlängert. Und nicht einmal ein konkretes Gespräch geführt, wie er selbst sagt. „Der Verein ist dran“, verdeutlicht Maikranz, der gleichermaßen feststellt, dass für ihn nur zwei Optionen in Frage kämen. Verlängern oder pausieren. Im Spiel gegen Hünfeld am Mittwoch vermisste Maikranz das Spiel in die Tiefe, gerade als sich seine Mannen in nummerischer Überzahl befanden. Was dem Trainer hingegen gefiel, war die neuerliche Geschlossenheit der Mannschaft, die zumindest wieder einmal ohne Gegentor blieb. Dennoch fehlte einmal mehr der Zug zum Tor, erst mit Osman Özlüks Hereinnahme änderte sich dies, aber der ehemalige Lehnerzer ist noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte.

SV Neuhof – SC Willingen (Samstag, 17.30 Uhr).

Ein Duell zweier Mannschaften, die rein von den personellen Möglichkeiten nichts im Abstiegskampf zu suchen haben. Und beide haben dies auch in den vergangenen Wochen mit teils beeindruckenden Spielen unter Beweis gestellt. So konnte Willingen im Rattlarer Exil sieben Punkte gegen Hünfeld, Lehnerz II und Bad Soden verbuchen; in der gleichen Zeitspanne schlug Neuhof Weidenhausen und Kaufungen, musste sich nur Lehnerz II geschlagen geben. Und selbst die Niederlage sollte Auftrieb geben, denn so klare Chance, wie die Görner-Truppe da in den letzten zehn Minuten liegen ließ, erspielt sich kaum ein Team bei den heimstarken Lehnerzern, nur die Verwertung muss diesmal eine andere sein. Marko Curic, in Lehnerz noch Tribünengast, könnte sein Comeback nach Sprunggelenksverletzung feiern.

1. FC Schwalmstadt – TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

Trotz des nicht wirklich gelungenen Starts ins neue Jahr, hat sich die Hessenliga-Reserve in eine hervorragende Ausgangspositionen geschoben und könnte mit einer weiteren kleinen Serie gar auf Platz zwei schielen. Davon will Trainer Sedat Gören jedoch nichts wissen: „Wir haben noch neun schwere Spiele, weil es für jeden unserer Gegner um etwas gehen wird, wir müssen erst einmal zusehen, dass wir noch zwei Siege für den Klassenerhalt holen.“ Den Anfang würde der TSV gerne beim FCS machen, doch die Schwälmer sind gut drauf, scheinen die Abstiegssorgen schon bald hinter sich lassen zu können. „Die Mannschaft versucht immer erst einmal sicher zu stehen, ist körperlich robust und nach vorne immer gefährlich. Das wird eine schwierige Aufgabe“, glaubt Gören, der auf Maximilian Balzer (Nasenbeinbruch) verzichten muss. Bei den Schwalmstädtern ist mit Attila Güven ein in Lehnerz alter Bekannter auf der Kommandobrücke, der Ex-Trainer von Viktorias C-Junioren hat mittlerweile auch für die kommende Saison verlängert.

SG Bad Soden – KSV Hessen Kassel II (Sonntag, 15 Uhr).

Nach fünf Spielen in Folge ohne Sieg ist die SG Bad Soden im Heimspiel gegen die Regionalliga-Reserve unter Zugzwang. "Ein Dreier ist quasi Pflicht", macht Trainer Anton Römmich deutlich, der die jüngste 2:3-Niederlage gegen Willingen aufgearbeitet und abgehakt hat. "Wir müssen den Blick nach vorne richten, dementsprechend habe ich die Spieler auch in die Pflicht genommen. Entscheidend ist, dass wir Ertrag aus den Partien herausholen. Zuletzt haben wir einige richtige gute Spiele gemacht, aber eben nichts Zählbares eingefahren." Das soll nun gegen die Junglöwen anders laufen. Römmich erwartet eine junge Mannschaft, die technisch stark und über jede Menge Tempo verfüge. "Trotzdem bleibt es für mich eine Wundertüte, weil du bei einer zweiten Mannschaft letztlich nie weißt, auf was für ein Team du treffen wirst." Klar ist derweil aber, wo gespielt werden soll: Erstmals in diesem Jahr soll auf der heimischen Bornwiese ein Spiel auf Rasen ausgetragen werden.

Autor: Johannes Götze

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