11.04.2018

Einig, aber diskussionsfreudig

Verbandsliga: Nullnummer zwischen Hünfeld und Johannesberg

Johannesbergs Eric-Stephane Kengni-Fotsing (rechts, hier vor Kevin Krieger am Ball) geriet in den Fokus. Foto: Siggi Larbig

In Ermangelung an Ästhetik, Kulisse und Toren hatte das Topspiel der Verbandsliga zwischen den osthessischen Rivalen Hünfeld und Johannesberg immerhin Spannung und Diskussionen zu bieten. Mit der Nullnummer zufrieden waren am Ende des Tages beide – auf unterschiedliche Art.

Primus Hünfeld war nämlich mit den besseren Möglichkeiten gesegnet, allerdings musste das Team von Dominik Weber fast 50 Minuten in Unterzahl agieren. Johannesberg hingegen offenbarte im Offensivspiel wieder einmal Luft nach oben, Coach Jochen Maikranz allerdings fand mit Ausnahme des fehlenden Lucky Punchs am Ende nur wenig Potenzial für Kritik: „Vor allem die erste Halbzeit hat mir gefallen, als wir das Spiel weitestgehend kontrolliert haben. Und wieder stand die Null“ Bedanken durften sich die Gäste dafür bei Keeper Mitja Hofacker, der zwei Kopfbälle von Sebastian Schuch sensationell fischte. Bitter hingegen aus Johannesberger Sicht, dass Witali Bese (62.) und Joker Osman Özlük (82.) bei zwei Monstergelegenheiten zu hektisch agierten.

Hin- und hergerissen waren beide Parteien auch bei zwei strittigen Szenen Mitte der ersten Hälfte. Zunächst in Minute 31, als Eric-Stephane Kengni-Fotsing das Bein hoch hatte und Christoph Neidhardt gegen den Arm trat. „Wenn er Stollenschuhe an hat, ist Neidis Arm durch“, hatte Dominik Weber eine klare Rote Karte gesehen, Maikranz betonte, „dass Kengni ohne Tempo und nur in der Absicht, den Ball zu spielen, in den Zweikampf ist. Er war nur zu spät, daher ist Gelb okay“, so der Trainer über die Szene seines Leaders im Mittelfeld, der wieder stark aufspielte, aber stets am Rande der Gelb-Roten Karte wandelte.

Blackout von Hosenfeld

Den Platzverweis gab es auf der anderen Seite, als Hünfelds jungen Keeper Jonas Hosenfeld ein Blackout ereilte, und der junge Torhüter die Kopfballrückgabe von Franz Faulstich vor dem Strafraum – offensichtlich irritiert von den Markierungen auf dem Kunstrasen – in die Hand nahm (36.). Während die Johannesberger eine klare Torchance bei der Szene in der fußballjuristischen Grauzone und so Rot gesehen hatten, hätte es Weber tendenziell bei Gelb für belassen.

Weber lobte abschließend den Kampfgeist seiner Mannen und die gute Reaktion auf das 2:3 gegen Rothwesten, war überdies überrascht von der Ideenlosigkeit der SGJ nach vorne. „Da wollen wir noch dran feilen“, weiß auch Maikranz, der eher ob der Entscheidung über die Austragung auf Kunstrasen überrascht war: „Licht- und Platzverhältnisse hätten ein Spiel auf Rasen hergegeben.“ Der ohnehin enttäuschenden Kulisse in der Rhönkampfbahn war dieser Umstand sicher nicht zuträglich.

Die Statistik:

Hünfelder SV: Hosenfeld – Bambey, Faulstich, Belaarbi, Witzel – Rohde, Budenz (39. Deisenroth) – Neidhardt (90.+2 Körner), Krieger, Fröhlich – Schuch.

SG Johannesberg: Hofacker – Wagner, Kaizar, Moise, Wiesner – Kengni-Fotsing (76. Noori) – Mwanza (53. Özlük), Schwab, Rexius, Keller (70. Simic) – Bese.

Schiedsrichter: Christoph Rübe (Kassel). Zuschauer: 500. Rote Karte: Torwart Jonas Hosenfeld (Hünfeld) wegen Handspiels außerhalb des Strafraums (38.). / hall

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