17.06.2017

Die beste Saison der Vereinsgeschichte

B-Liga Fulda-Rhön: Dahlherda im Aufwind

Dennis Ebert (links) ist der Toptorjäger des TSV Dalherda. Foto: Charlie Rolff

Fußball beim TSV Dalherda, das ist Fußball an der Basis, Amateurfußball wie man ihn sich wünscht. Heimlich, still und leise hat man auf Hessens höchst gelegenen Sportplatz die beste Saison der bisherigen Vereinsgeschichte gespielt.

Platz vier in der B-Liga Fulda/Rhön – so etwas gab es vorher erst ein Mal. Dazu 92 geschossene Tore. Ein Topwert für den 670 Meter hoch gelegenen Ort. Vorbei ist die Zeit, in denen der TSV der Prügelknabe der Region war. 1961 gegründet, gelang dem Club einst der erste Sieg mit einem 2:1 über den SV Welkers. War die erste Saison noch ordentlich, rutschte man danach immer mehr ab. Schon 20-mal war der Verein Letzter oder Vorletzter der niedrigsten Liga. 1967/1968 beendete man die Saison mit 18:176-Gegentoren und 3:49-Punkten. 1984/1985 gab es gar bei 1:51-Zählern nur einen einzigen Punkt. Mehr als 100 Gegentore waren für den 400-Seelen-Ort in diesen Zeiten fast schon Normalität. Aus der C-Liga kam man einst nur wieder heraus, weil die Klasse 1990 wieder aufgelöst wurde.

Doch seit knapp zehn Jahren ist alles anders: Dalherda entwickelte sich von Jahr zu Jahr immer mehr, ist längst ein Gegner auf Augenhöhe für alle Teams der Klasse und hat nun sogar das bisherige Topjahr 1993/1994 verbessert, als man unter Trainer Harald Schulz schon einmal Vierter in der B-Liga wurde.

„Es war sogar noch mehr drin“, sagt Spielertrainer Sebastian Wahl. Der 32-Jährige hatte die Mannschaft im Sommer 2016 übernommen und hat mittlerweile um ein weiteres Jahr verlängert. „Dass die Runde nicht noch besser lief, lag vor allem daran, dass uns mit Marius Herden und Kai Seybold durch Verletzungen zwei Drittel der Dreierkette weggebrochen sind. Beide waren in der Hinrunde Leistungsträger, haben aber 2017 nicht mehr gespielt. Dazu hat sich Torjäger Dennis Ebert angeschlagen mehr oder weniger durch die Restrunde gequält“, sagt Wahl.

Eben jeder Dennis Ebert (einst Dennis Fandrich) ist der Inbegriff des Erfolgs: Der Stürmer holte sich in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal in Serie die Torjägerkrone seiner B-Liga. Fünfmal war Ebert mittlerweile schon Schützenkönig der Spielklasse. 40, 39, 41 – so konstant liest sich seine Trefferzahl in den letzten drei Jahren. Gnadenlos ist seine Effektivität: In der abgelaufenen Runde hat Ebert durchschnittlich alle 52 Minuten einen Treffer erzielt. „Dennis ist in Dalherda nicht zu ersetzen. Er lebt für den Verein, ist ja gleichzeitig auch noch zweiter Vorsitzender. Er würde niemals aus Dalherda weggehen“, verdeutlicht sein Trainer.

"Das ganze Dorf steht dahinter"

Und genau in eben jener Bodenständigkeit liegt der Erfolg des kleinen Clubs: „Der Schlüssel ist der Zusammenhalt, die Geschlossenheit. Ein Beispiel ist die Trainingsbeteiligung: Freitags haben wir 15, 16 Mann im Training, unter der Woche immer zwischen 10 und 13. Da kann man als Trainer schon ein bisschen was einzustudieren und die Mannschaft versucht auch spürbar, das alles umzusetzen. Wir versuchen mehr Fußball zu spielen und wollen uns gerade in diesem Bezug auch in der neuen Runde weiter verbessern.“

Hervorragend ist die Unterstützung von außen: „Dalherda hat viele Zuschauer, mit die meisten in der B-Liga Rhön. Das ganze Dorf steht dahinter. Das ist ein weiterer Punkt gewesen, warum ich auch für die neue Runde zugesagt habe.“

2017/2018 soll nun der nächste Schritt erfolgen: „Wir werden mit dem Ziel in die neue Saison gehen, dass wir den vierten Platz mindestens wiederholen. Ob das gelingt, wird man sehen, denn bislang sind ja noch nicht einmal die Gruppen eingeteilt. Von daher weiß man noch nicht, ob vielleicht ein, zwei starke Teams neu dazu kommen“, gibt sich Wahl noch leicht zurückhaltend, ist aber anhand der Personalplanungen schon jetzt zuversichtlich.

„Letzte Runde haben wir drei Jungs eingebaut, die noch A-Jugend spielen durften. Dazu wird es wohl keinen Abgang geben. Neu ist bislang Roman Fleischer, der vom SV Brand kommt und uns im Mittelfeld weiterhelfen kann. Und mal sehen: Vielleicht kommen ja noch ein, zwei weitere Neue mit dazu“, lässt sich Wahl aktuell mit einem augenzwinkernd noch nicht in die Karten schauen. kr

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