01.03.2018

Der gegenseitige Respekt ist immens

Verbandsliga: Gipfeltreffen elektrisiert

Bild aus dem Hinspiel, als die SG Johannesberg deutlich mehr zu bejubeln hatte und den Hünfelder SV um Kevin Krieger mit 4:0 besiegen konnte. Foto: Charlie Rolff

Eins gegen zwei, aber dennoch sind die Ausgangslagen verschieden, denn der Hünfelder SV ist vor dem Gipfeltreffen nach zwei Topspielsiegen schon im Flow, während Verfolger Johannesberg einerseits noch auf das erste Punktspiel wartet und andererseits die Grippewelle durch die Mannschaft gefegt ist.

Hünfelder SV – SG Johannesberg (Samstag, 16 Uhr).

„Nach einer Nacht Schlaf habe ich mir gedacht, dass Hünfeld ja zwei Verfolger von uns distanziert hat“, kann Johannesbergs Trainer Jochen Maikranz der Tatsache, dass sich der HSV ob der Erfolge gegen Weidenhausen (2:1) und bei CSC 03 (4:1) etwas absetzen konnte, sogar etwas Positives abgewinnen und stellt fest, „dass ich weder mit zwei Hünfelder Siegen gerechnet hätte, noch damit, dass CSC aus zwei Spielen nur einen Punkt holen könnte“. Aber der Start des HSV war nunmal perfekt, elf Siege hintereinander stehen zu Buche: „Wegen solch einer Serie gebührt dem Team mein riesiger Respekt, das ist nicht normal und spricht für die Mentalität der Mannschaft“, zieht Maikranz den Hut. Nicht nur er.

Der Respekt für den Gegner ist auf beiden Seiten immens. „Ich finde es erstaunlich, wie gut es Johannesberg in der Defensive hinbekommt, zumal kaum Spieler Erfahrung in der Liga hatten. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir auch so gut stehen würden“, sagt HSV-Trainer Dominik Weber, der hinsichtlich der eigenen, offensiveren Philosophie anfügt, „dass wir gerne unseren offensiven Spielstil pflegen und es dann auch nicht tragisch ist, wenn wir ab und an mal ein Tor kassieren, wenn wir etwas zu hoch stehen“. Weber und Maikranz kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Borussia Fulda, schätzen einander und die Mannschaften haben auch keine Geheimnisse voreinander. Und so erwarten beide, dass Hünfeld die Initiative ergreifen wird und Johannesberg gewillt ist, sicher zu stehen und schnell zu kontern.

Ganz vorne sollen für Johannesberg Osman Özlük (Maikranz: „Einer, der auch mal mit dem Ball losziehen kann“) und Witali Bese (Maikranz: „Er ist weiter, als wir nach der langen Pause erwarten konnten, das sieht richtig gut aus“) für mehr Torgefahr als noch in der Hinrunde sorgen. Allerdings gehörte Özlük zu den insgesamt sieben erkälteten Spielern, die in den vergangenen Tagen pausieren mussten. Wirklich ausfallen werden aber wohl nur Innenverteidiger Patrik Kaizar (gesperrt) und Mittelfeldspieler Ilker Dapar (Verdacht auf Nabelbruch). Beim HSV fehlen hingegen Keeper Sebastian Ernst (Kreuzbandriss) und Rechtsverteidiger Niklas Wahl (Aufbautraining). Gespielt wird ob der Witterung auf dem Kunstrasenplatz.

TSV Lehnerz II – FSV Dörnberg (Sonntag, 15 Uhr).

Gegen die Kunstrasenspezialisten aus Dörnberg muss der TSV ob der Witterung auf den Gummiplatz ausweichen; Trainer Sedat Gören kennt die logische Konsequenz: „Dörnberg wird froh sein, dass es auf den Kunstrasen geht. Die kennen sich aus, wie man mit Körperlichkeit auf solchen Plätzen besteht, darauf müssen wir vorbereitet sein und die Zweikämpfe entsprechend annehmen.“ Das war ein Problem bei der 2:4-Auftaktniederlage gegen Rothwesten, ein anderes, dass das Team Stürmer Igor Losic nicht in den Griff bekam (Gören: „Das darf uns mit Pascal Kemper nicht passieren“) und ein weiteres, dass der eigene Stoßstürmer Steven von der Burg kaum am Spiel teilhaben konnte. „Diesmal müssen wir 90 Minuten da sein, unser Spiel durchziehen und dann können wir auch gewinnen“, unterstreicht Gören, der auf einen vollen Kader zurückgreifen kann, weil auch die zuletzt kränkelnden Chris Grösch (Torwart), Paul Hohmann (Achter) und Lukas Marvin Friedrich (Außenbahnspieler) wieder pünktlich ins Training eingestiegen sind.

TSV Rothwesten – RSV Petersberg (Sonntag, 15 Uhr).

„Eher schlecht als gut“, schätzt Rothwestens Pressesprecher Hilmar Voigt die Chancen ein, dass am Sonntag gespielt werden kann. Der TSV hatte am vergangenen Wochenende sein Punktspiel tatsächlich auf Naturrasen durchgezogen, doch nun ist der Rasen gefroren und schneebedeckt, weswegen nicht mit dem Anpfiff gerechnet werden kann. Sollte doch gespielt werden können, erwartet den RSV eine ganz schwere Aufgabe, schließlich konnte Rothwesten beide Spiele im neuen Jahr gewinnen, hat sich auf Rang sechs geschoben und kann durchaus in Richtung Platz vier schielen. Für die Petersberger wäre ein Ausfall halb so wild, die Elf von Jürgen Krawczyk hat mit 21 Spielen die meisten der Liga absolviert.

SSV Sand – SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).

Zwar ist die Spielabsage noch nicht offiziell, aber eine Austragung auf der Sander Höhe scheint unmöglich. Für den SSV vielleicht auch nicht der schlechteste Zeitpunkt, denn der Tabellendritte geht am Krückstock: Viktor Moskaltschuk fehlt ob eines Knorpelschadens im Sprunggelenk die restliche Runde, Steffen Klitsch muss mit Sprunggelenkproblemen noch vier Wochen zuschauen, für Daniel Wagner gilt wegen Knieproblemen eine ähnliche Ausfalldauer. Drei Korsettstangen fehlen den Sandern also im Aufstiegskampf, allerdings konnten sie das auch schon beim schweren Auswärtsspiel in Bad Soden kompensieren.

SV Kaufungen 07 – SG Bad Soden (Sonntag, 15.30 Uhr).

„Wenn du Pech hast, stehst du nach vier Wochen ohne Punkt da“, blickt Sodens Trainer Anton Römmich auf das äußerst unglückliche 0:1 gegen Sand zurück und die kommenden Aufgaben voraus. Zunächst geht’s am Sonntag nach Kaufungen, dann kommt Spitzenreiter Hünfeld, anschließend ist spielfrei. Umso wichtiger erscheint das kommende Gastspiel für die abstiegsbedrohten Sprudelkicker. „Ich stelle mich auf ein Spiel ein, indem uns das Spiel aufgedrückt wird und der Gegner über den Kampf zum Erfolg kommen will“, glaubt Römmich die Taktiv der Kaufunger zu kennen und bereitet sein Team heute noch einmal genau auf jene Dinge vor. Zurückkehren wird Jannik Burgstaller, der für die Linksverteidigerposition wieder eine Alternative sein wird, ansonsten kann Römmich aus dem Vollen schöpfen. Beim 6:2-Hinspielerfolg stand Römmich noch selbst am Platz und erinnert sich, „dass Kaufungen das Potential angedeutet hat, wir aber zu den passenden Zeitpunkten die Tore gemacht haben“.

Autor: Johannes Götze

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