14.11.2017

Das Feuer brennt auch mit 44 Jahren noch

Patrick Scheibelhut ist Toptorjäger der SG Blankenau/Stockhausen

Vor gut zehn Jahren wurde dieses Foto geschossen - und es hat sich kaum etwas verändert: Patrick Scheibelhut (44, rechts) mit seinem Sturmpartner Gunter Eidmann (47). Zusammen sind die beiden 91 Jahre alt. Foto: Charlie Rolff

Während andere Menschen mit 44 Jahren bereits den sportlichen Ruhestand genießen, erlebt Patrick Scheibelhut von der SG Blankenau/Stockhausen seinen gefühlt sechsten Frühling. Mit zwölf Treffern ist der Angreifer der beste Torschütze des Tabellenführers der A-Liga Fulda-Lauterbach.

Dabei hatte Scheibelhut eigentlich die Schuhe bereits vor sieben Jahren an den Nagel gehängt. "Wie es aber auf dem Dorf so ist, wurde ich bei Personalnot immer mal wieder gefragt und habe ausgeholfen. Seit Sommer stehe ich wieder regelmäßig auf dem Platz", verrät Scheibelhut, der in einem Drei-Minuten-Gespräch vom neuen SG-Spielertrainer Christopher Erb überzeugt wurde. "Christopher ist ein Top-Trainer, der bereits in kurzer Zeit viel bewegt hat und die Mannschaft nach vorne gebracht hat. Er hat Michael Eidmann beispielsweise in die Innenverteidigung gestellt, was eine goldrichtige Entscheidung war. Wir können in dieser Saison einiges erreichen", ist Scheibelhut überzeugt.

Großes Plus der Mannschaft sei der Zusammenhalt und die starke Trainingsbeteiligung. Es komme nicht selten vor, dass 18 oder 19 Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft die Einheiten besuchen. "Das macht uns stark. Wir haben viele wissbegierige Spieler, die etwas lernen und sich weiterentwickeln wollen", erklärt der 44-Jährige, der trotz seines Alters die Lust am Fußball nicht verloren hat. "Solange die Knochen halten, möchte ich spielen. Ich bin selbst überrascht, wie mein Körper die Belastungen Woche für Woche wegsteckt. Nur in der Vorbereitung hatte ich ein paar kleinere Wehwehchen", sagt Scheibelhut. Doch nur Training alleine genügt nicht, der Routinier pflegt seinen Körper in der Freizeit regelmäßig und ist Stammgast im Fitnessstudio.

"Ich weiß inzwischen, was meinem Körper gut tut und gönne mir auch mal eine Pause, wenn es irgendwo zwickt. Anders könnte ich in diesem Alter gar kein Fußball mehr spielen, schließlich arbeite ich in einem Schichtbetrieb", so der Angreifer, der aufgrund seines Jobs früher auf den Sprung in die Landesliga (heutige Verbandsliga) verzichtete und so seine Karriere bei Kleinlüder, Bimbach und Blankenau/Stockhausen sowie der Jugend von Borussia Fulda verbracht hatte. "Ich hatte eine Anfrage von Hosenfeld und hätte mir die Aufgabe auch sportlich zugetraut. Aber wenn du nur alle zwei Wochen trainieren kannst, ist es eben schwierig. Daher habe ich nur ein Jahr Bezirksoberliga (heute Gruppenliga, Anm. d. Red.) in Bimbach gespielt. Mir hat früher ein bisschen der Biss gefehlt", ist Scheibelhut ehrlich.

Über diesen verfügt er heute, das Feuer brenne noch immer in ihm. "Natürlich würde mich die Kreisoberliga noch einmal reizen, schließlich könnte ich von einigen meiner Gegen- und Mitspielern der Papa sein", flachst Scheibelhut, der über einen Aufstieg aber noch nicht sprechen möchte, schließlich habe die SG erst 13 Spiele absolviert und in Bimbach, Hauswurz und Vogelsberg starke Konkurrenten. Entscheidend sei, wie die Mannschaft aus der Winterpause rauskomme.

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