29.09.2017

Bittere FSV-Pleite gegen Schlusslicht

Regionalliga Südwest: 1:3-Niederlage gegen Schott Mainz

Leon Bell Bell jubelt eigenwillig nach seinem 1:0. Foto: Steffen Turban

Der FSV Frankfurt hat es am Freitagabend in der Regionalliga Südwest verpasst, gegen das sieglose Schlusslicht TSV Schott Mainz dreifach zu punkten. Gegen den Aufsteiger aus Rheinhessen kassierte die Mannschaft von Trainer Alexander Conrad eine enttäuschende 1:3-Heimniederlage und verhalf damit den Gästen zu ihrem ersten Saisonsieg und zum Verlassen des letzten Tabellenplatzes.

Der FSV startete offensiv in die Begegnung gegen den Tabellenletzten aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Es dauerte aber rund eine Viertelstunde, bis die Hausherren gefährlich vor das Tor der Gäste kamen. Zunächst setzte Robert Schick einen Distanzschuss knapp neben das Tor. Kurz darauf war es aber schon so weit: Leon Bell Bell erlief sich einen Steilpass und verwertete die Möglichkeit konsequent. Der Ball landete zum 1:0 für den FSV im rechten unteren Toreck (15.). Die Bornheimer ließen den TSV Schott danach etwas kommen und kontrollierten die Partie. Vor dem Ablauf der ersten halben Stunde die nächste dicke Chance für den Drittliga-Absteiger: Bell Bells Hereingabe landete bei Schick, dessen Direktabnahme das Tor der Mainzer nur knapp verpasste. Viele FSV-Angriffe liefen über die linke Seite und den sehr agilen Schick, der einige Eckbälle herausholen konnte.

Dann wie aus dem Nichts Elfmeter für die Gäste: FSV-Verteidiger Nestor Djengoue hatte Schott-Stürmer Janek Ripplinger im Strafraum zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Necmi Gür zum 1:1 für das Schlusslicht (36.). Eine weitere Schrecksekunde hatte der FSV kurz vor der Halbzeit zu überstehen. Ein Stellungsfehler Djengoues im Abwehrzentrum begünstigte die Riesenchance für die Mainzer. Glück hatten die Bornheimer allerdings, dass Edis Sinanovic den Ball gegen die Latte knallte. Verletzungsbedingt musste FSV-Coach Alexander Conrad in der Halbzeit umstellen. Patrick Huckle musste in der Kabine bleiben, ihn ersetzte Yves Vital Mfumu. Viel tat sich nach Wiederbeginn auf dem Platz nicht. Das träge Geschehen begleiteten die FSV-Fans mit ihren monotonen Dauergesängen, während die 20 mitgereisten Schott-Anhänger ihre Trommel zum Einsatz brachten.

Das Niveau im zweiten Abschnitt fiel rapide ab, Torchancen waren nun bis weit nach der 70. Minute gar keine zu verzeichnen. Erst in der 75. Minute wieder eine Halbchance für den FSV, als der eingewechselte Seegert am Tor vorbei köpfte. Neun Minuten vor dem Ende schlossen die Gäste dann plötzlich einen Angriff erfolgreich ab. Stephane Eba Eba wurde nicht am Torschuss gehindert, knallte den Ball gegen die Latte und den Abpraller verwertete der ebenfalls eingewechselte Arif Güclü per Kopfball zum 2:1 für den TSV Schott Mainz (81.). In der Nachspielzeit schloss Güclü einen weiteren Konter für die Mainzer ab und besiegelte damit die ganz bittere Heimniederlage für den FSV Frankfurt. Schott-Trainer Sascha Meeth jubelte nach der Partie über den ersten Saisonsieg: "Das war überfällig. Wir spielen eine tausend Mal bessere Saison, als es die Punktezahl aussagt. Heute haben wir das endlich mal umgebogen und uns mit einem Dreier belohnt. Das ist für uns ein Traum, hier auswärts beim FSV Frankfurt unseren ersten Regionalliga-Sieg einfahren zu können. Wir haben mit Spielern, die das erste Mal in der Regionalliga auf dem Platz standen, alles investiert".

Bittere Enttäuschung dagegen bei FSV-Trainer Alexander Conrad: "Nach so einem Ergebnis sind wir natürlich völlig bedient und niedergeschlagen. Wir sind nicht schlecht ins Spiel gekommen und hatten die Führung auf unserer Seite. Uns hat jeder gelobt, wie toll wir es in Offenbach gemacht haben. Aber für mich war das ein schwieriges Spiel. Wir mussten dann durch den Elfmeter den Ausgleich hinnehmen. Ich hatte die Warnung an das Team ausgesprochen. Es lag aber jetzt nicht an der Einstellung. Die letzte Konsequenz hat vielleicht gefehlt. Trotzdem hat die Mannschaft eine gute Mentalität, aber heute waren wir die letzten 20 Minuten sehr ängstlich".

Die Statistik

FSV Frankfurt: Aulbach - Torre Howell, Andacic (68. Seegert), Azaouagh, Pollasch, Kara, Bell Bell, Schick, Djengoue, Huckle (46. Vital Mfumu), Becker (76. Sierck) - Trainer: Alexander Conrad.
TSV Schott Mainz: Reichel - Simic (83. Senftleben), Iten, Gür, Ripplinger, Sinanovic (64. Eba Eba), Schlosser, Abou Daya (56. Güclü), Sakai, Schwarz, Just - Trainer: Sascha Meeth.

Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg).
Zuschauer: 1548.
Tore: 1:0 Leon Bell Bell (15.), 1:1 Necmi Gür (36./Foulelfmeter), 1:2 und 1:3 Arif Güclü (81./90.+2).

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