03.11.2017

14 Siege? "Den hätte ich für verrückt erklärt"

A-Liga Schlüchtern: Fliedens Coach Sascha Gies blickt dem Hit gegen Niederzell entgegen

Sascha Gies hat derweil wenig Grund dazu, grimmig dreinzublicken. Foto und Text: Ralph Kraus

Am Samstag um 14.30 Uhr steigt in Flieden das Topspiel der A-Liga Schlüchtern: Dann trifft die zweite Mannschaft der Buchonen unter ihrem Trainer Sascha Gies (38) auf den SV Niederzell. Niederzell führt mit 14 Siegen und einem Remis die Tabelle an. Dahinter rangieren die Fliedener, die ebenfalls 14 Spiele gewonnen haben, mit einen Punkt Rückstand auf Platz zwei. Fliedens Coach Sascha Gies gehört aktuell zu den glücklichsten Menschen im „Königreich“.

Wie überrascht bist du selbst vom tollen Lauf deiner Mannschaft?

Sehr. Mir war zwar schon vor der Runde bewusst, dass wir eine gute Mannschaft haben und vernünftig aufgestellt sind, aber hätte mir einer gesagt, dass wir bis zum jetzigen Zeitpunkt so viele Spiele gewinnen würden, den hätte ich für verrückt erklärt. Aber wir stehen auch verdient dort oben, denn wir haben alle Spiele verdient gewonnen.

Die einzige Niederlage setzte es bereits am zweiten Spieltag ausgerechnet in Niederzell. Dazu fiel das 1:4 deutlich aus. Was muss sich diesmal ändern, damit man gegen den Ligaprimus bestehen kann?

Im Hinspiel war uns Niederzell in allen Belangen überlegen. Selbst die Höhe war damals verdient. Niederzell hat ja nicht umsonst bis auf ein Remis alle Spiele gewonnen. Ich vermute, dass es diesmal ein enges Spiel wird. Deshalb müssen wir vor allem das machen, was uns in den letzten Spielen so stark gemacht hat: Wir müssen Spaß haben und dürfen auf keinen Fall verkrampfen.

Wird auf Rasen oder auf Kunstrasen gespielt?

Auf Kunstrasen.

Deine Mannschaft hat 13 Mal in Serie gewonnen und zuletzt 582 Minuten lang kein Gegentor mehr kassiert. Ist die erfahrene Abwehr der Grundstein für den aktuellen Erfolg?

Man sagt ja immer so schön, dass man im Sturm Spiele gewinnt, aber in der Abwehr die Meisterschaft. Da ist was dran. Ein Sebastian Pfeiffer hinten drin ist für uns eine ganz entscheidende Basis. Er strahlt eine wahnsinnige Sicherheit aus und führt die jungen Spieler. Deshalb hoffe ich auch diesmal, dass die Null wieder steht: Vorne sind wir dann immer für ein, zwei Tore gut.

Wie ist es um die Zukunft des Unterbaus in Flieden bestellt? Nach negativen Jahren scheint es eine Entwicklung zu geben. Schließlich hat man einige Talente wie beispielsweise Niklas Schneider, Marcel Janka oder Jan Niklas Koch in den Reihen...

Ich blicke sehr zuversichtlich nach vorne und glaube, dass wir, nachdem es in den letzten Jahren einiges auf den Deckel gab, wieder auf dem richtigen Weg sind. Nehmen wir das Beispiel Jan Niklas Koch: Der Kerl hat bis vor kurzem noch Handball gespielt. Wenn ich jetzt beobachte, welche Entwicklung der in den vergangenen drei, vier Monaten gemacht hat, dann ist das klasse. Niklas Schneider wäre im Sommer weggegangen, hätte es die Zweite nicht mehr gegeben. Jetzt hat er 14 Tore geschossen und gehört zum Hessenligakader. Wir brauchen die Reserve einfach als Sprungbrett. Es gibt einige super Jungs, die in zwei, drei Jahren gute Karten haben, für die erste Mannschaft echte Verstärkungen zu werden.

Was ist mit dir persönlich los? Dein Torkonto steht immer noch bei Null...

Das macht nichts. Ich muss mit 38 Jahren nicht mehr spielen und den 19-Jährigen den Platz weg nehmen. Wenn Not am Mann ist, dann helfe ich gerne aus, aber sonst bin ich froh, dass wir wieder genügend Spieler zur Verfügung haben.

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema