05.04.2018

Der Abstiegskampf beschäftigt die halbe Liga

Verbandsliga: Derby in Lehnerz

Lars Jordan (links) und die SG Bad Soden muss beim SC Willingen Punkte für den Klassenerhalt sammeln, während Marcel Dücker (Nummer 30) mit Lehnerz II dafür sorgen kann, dass Neuhof weiterhin ein Konkurrent der Sodener darstellen wird. Foto: Charlie Rolff

Nach dem Osterwochenende ist die Verbandsliga-Tabelle wieder etwas begradigt, weswegen ein Blick auf das Klassement lohnt. Dabei ist festzustellen, dass gerade der Abstiegskampf ganz heiß wird.

TSV Lehnerz II – SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).

Drei Spiele in sechs Tagen sorgten für eine Menge Verschleiß beim TSV, dennoch sagt Trainer Sedat Gören, „dass uns das gut getan hat, wir mit sechs Punkten zufrieden sein können und sogar in Willingen noch etwas möglich gewesen wäre“. Beim Blick auf die Tabelle wird deutlich, wie gut die sechs Punkte getan haben, denn die Verbandsliga nimmt zwischen dem 8. und 14. Platz Züge der Zweiten Bundesliga an: Es geht knalleng zu, kaum ein Team kann sich in Sicherheit wiegen, selbst Lehnerz II als Sechster hat nur sieben Punkte Vorsprung auf den SV Neuhof und damit den ersten Abstiegsplatz. Dementsprechend sagt Gören, dass sein Team auch noch sieben, acht Punkte benötige, um aus dem Schneider zu sein. Gegen Neuhof würden die Trauben allerdings hoch hängen: „Da benötigen wir eine top Leistung, weil der Gegner spätestens durch die Winter-Neuzugänge individuell hervorragend aufgestellt ist.“ Dennoch ist Gören zuversichtlich, dass gegen seinen Ex-Verein Zählbares rausspringt.

Beim SV Neuhof fehlen nach wie vor Mateo Duvnjak und Marko Curic, ansonsten kann Spielertrainer Radek Görner aus dem Vollen schöpfen, was sich bei den jüngsten beiden Erfolgen bereits ausgezahlt und den SVN nun wieder voll ins Rennen um den Klassenerhalt gespült hat. „Wir waren lange die Mannschaft mit den meisten Spielen und ordentlich Rückstand. Jetzt haben wir relativ wenige Spiele im Vergleich, aber sind punktetechnisch voll dabei, müssen jetzt aber natürlich weiterpunkten“, beurteilt Neuhofs Co-Trainer Martin Döppenschmidt den Stand der Dinge.

Hünfelder SV – TSV Rothwesten (Sonntag, 15 Uhr).

Vom TSV Rothwesten ist HSV-Coach Dominik Weber äußerst angetan: „Für mich ist das die Mannschaft, die mich in dieser Saison am meisten überrascht hat, weil sie fußballerisch eine Megaentwicklung genommen hat.“ So habe sich die Mannschaft in den Vorjahren zumeist darauf konzentriert, den Gegner zu zerstören, nun aber drücke das Team sein eigenes Spiel durch. Dementsprechend freut sich der 37-Jährige auch auf die Aufgabe, weil der Gegner sich beim ersten Naturrasen-Heimspiel wohl nicht vor dem eigenen Strafraum verbarrikadieren wird. Nachdem Hünfelds Gastspiel in Eschwege den schlechten Bedingungen zum Opfer fiel – Nachholtermin ist der 16. Mai, gleichbedeutend mit Hünfelds vorletzten Saisonspiel – ist die Tabelle nun relativ begradigt. Weber schaut zwar drauf, weiß, dass sein Team einen gehörigen Vorsprung besitzt, kennt aber auch die Restprogramme der Teams und sagt deshalb, „dass gerade das Spiel gegen Rothwesten unwahrscheinlich wichtig ist“. Die Sinne des Tabellenführers, der auf einen unverändert gut bestückten Kader zurückgreifen kann, sollten geschärft sein.

KSV Hessen Kassel II – SG Johannesberg (Sonntag, 15 Uhr).

Als „sehr, sehr geschlossen“ nahm SGJ-Trainer Jochen Maikranz die Leistung seines Teams in beiden Spielen über Ostern wahr, die letztlich zwei Remis gegen die direkten Konkurrenten Weidenhausen und Sand einbrachten. Und beide Spiele hätten kurz vor Schluss auch in Richtung Johannesberg kippen können, wäre Justitia in Form der Schiedsrichter auf Seiten der Osthessen gewesen. Einem nicht gegebenen Kopfballtreffer folgte 48 Stunden später ein nicht gegebener Elfmeter. Zwei „äußerst unglückliche Entscheidungen“ aus Sicht des Trainers, der angibt, „dass ich festhalten möchte, dass beide Schiedsrichter ansonsten eine gute Leistung und speziell der Schiedsrichter in Sand eine sehr gute Leistung gebracht hat. Spieler machen Fehler, Trainer machen Fehler, ich mache Fehler, aber die Schiedsrichter haben aber eben auch zwei spielentscheidende Fehler gemacht“. Jetzt gelte es die Leistungen gegen die zu Hause äußerst gefährlichen Kassler zu bestätigen und ein gutes Ergebnis mitzunehmen. Cino Schwab, Radomir Vlk und Benjamin Mwanza sind fraglich.

SV Kaufungen 07 – RSV Petersberg (Sonntag, 15.30 Uhr).

Jürgen Krawczyk hat kürzlich seinen Vertrag beim RSV verlängert – auch im Falle des Abstiegs bleibt der 65-Jährige am Waidesgrund und der ist seit dem spielfreien Osterwochenende nicht unwahrscheinlicher geworden. „Viel geändert hat sich aber eigentlich nicht, die Chancen sind nach wie vor gering“, gibt Krawczyk zu, der allerdings unverdrossen sagt, „dass auch eine geringe Chance nutzbar ist und gerade Kaufungen zu den Teams zählt, die noch mit in der Verlosung sind“. Sprich: Sollte der RSV bei den Nullsiebenern gewinnen, die Chancen auf Klassenerhalt des RSV würden wieder ein kleines Stückchen steigen. Was Krawczyk seinen Mannen am Sonntag mit auf den Weg geben wird, ist ohnehin klar: „Wir wollen gewinnen, weil wir jedes Spiel gewinnen wollen“, unterstreicht er. Allerdings wird Daniel Nüchter in den Wochen der Wahrheit nicht zur Verfügung stehen. Er hat sich die Mittelhand gebrochen.

SC Willingen – SG Bad Soden (Samstag, 15.30 Uhr).

"Ich habe gehofft, dass Willingen gegen uns schon auf den neuen Kunstrasen kann, aber leider müssen wir auch noch nach Rattlar", weiß Soden-Coach Anton Römmich schon jetzt bestens um die schwierigen Bedingungen auf dem Ausweichplatz des Skiclubs und erwartet einen "richtigen Drecksplatz". Diesen Eindruck habe Römmich von Sedat Gören vermittelt bekommen, der mit Lehnerz II am Ostermontag mit 0:3 im Sauerland unterging. "Ich glaube, dass sich Willingen auf so einem Platz derzeit sehr wohl fühlt und dementsprechend wird es für uns am Samstag in erster Linie auch nicht um sauberen Kombinationsfußball gehen, der wird dort nicht möglich sein", glaubt Römmich die Lage einschätzen zu können und weiß nach der schwachen zweiten Hälfte in Weidenhausen und gleichzeitigem Blick auf die Tabelle, "dass eine Reaktion folgen muss".

Autor: Johannes Götze

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