24.01.2018

Giemza: "Ich bin hier noch nicht fertig"

Engagement beim TSV Weyhers

Darius Giemza fühlt sich beim TSV Weyhers pudelwohl. Foto: Ralph Kraus

Seit eineinhalb Jahren ist Darius Giemza Trainer beim Süd-Kreisoberligisten TSV Weyhers. Aktuell liegt der 33-Jährige mit seinem Team auf Rang zehn. Was zunächst sicher auszusehen scheint, täuscht aber: Weyhers ist nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz angesiedelt, hat aber mit erst 14 Partien auch die wenigsten Spiele alle Mannschaften.

Am Ende des Jahres 2017 ging Weyhers ein bisschen die Luft aus. Vier der letzten fünf Spiele wurden verloren und so ist man in der Tabelle etwas in die Bredouille gekommen. Was war los?

In der Kreisoberliga ist ja immer viel von gewissen Dingen abhängig: Sobald Verletzte und Sperren kommen oder aber die Leute studienbedingt fehlen, dann leidet die Qualität. Aber ich will nicht jammern, denn dieses Problem haben fast alle Vereine.

Wo liegen die Stärken des Teams, woran muss man schnellstens arbeiten?

Es ist ja im Fußball oft so, dass man mit Mentalität Qualität schlagen kann. So ist das bei uns auch. Wir machen viel über die Willenskraft. Der TSV Weyhers ist kein Verein, sondern eher eine große Familie. Sechs, sieben Spieler haben schon in der B-Liga gemeinsam gespielt. Das sind keine Edeltechniker, aber es zollt den Jungs riesen Respekt ab, dass wir bereits das vierte Jahr in der Kreisoberliga bestehen. Was wir verbessern müssen, das sind die vielen Gegentore nach Standards. Ich glaube, dass wir zwei Drittel aller Tore nach Ecken, Freistößen oder Elfmetern gefangen haben.

Was fehlt ist ein echter Torjäger. Jannik Helfrich mit sieben Toren bester Schütze…

Mit Dirk Zink haben wir ja einen solchen Torjäger, der normaler Weise leicht seine 20 Tore pro Saison machen würde. Das Problem ist einfach, dass er sich immer wieder in den Dienst der Mannschaft stellt und dann Innenverteidiger oder Sechser spielt. So fehlen seine Tore, die er hinten mit verhindert, leider dann vorne.

Das neue Jahr startet mit vier schweren Spielen, unter anderem gegen Bad Soden II und in Oberzell/Züntersbach.

Dann haben wir die dicken Brocken schon mal weg. Ich hoffe, dass die Spiele alle stattfinden. Auf den tiefen Böden rechne ich uns mit unserer Disziplin und Mentalität größere Chancen gegen solche Mannschaften aus. Wir haben ja auch schon in Bad Soden gewonnen.

Huttengrund, Herolz und Mittelkalbach kommen im neuen Jahr alle mit neuen Trainern um die Ecke. Wie eng wird es im Keller werden?

Das wird eine ganz enge Kiste: Da ist noch keiner abgeschrieben und ich vermute, dass da noch manch einer Probleme bekommen könnte, der damit heute vielleicht noch gar nicht rechnet. Wir in Weyhers wissen genau, dass wir unsere Hausaufgaben machen müssen.

Der TSV Weyhers hat noch nie besser als auf dem zehnten Platz eine Saison abgeschlossen. Kann diese Saison die beste Runde der Vereinsgeschichte werden?

Das ist ja unser kleines Ziel: Wenn wir es wirklich packen würden, die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz abzuschließen, dann wäre das eine riesen Sache. Aber so weit sind wir noch nicht. Erstmal gelten noch andere Dinge.

Sie haben mittlerweile auch für die kommende Saison zugesagt. Was hat den Ausschlag gegeben?

Dass ich die Mannschaft noch weiter formen kann. Ich bin in Weyhers noch nicht fertig. Mannschaftstaktisch, aber auch von der Individualität her haben wir dazugelernt, aber die größte Aufgabe ist, dass wir endlich auch die nötige Konstanz reinbringen.

Warum spielen Sie eigentlich nicht mehr selbst?

Es geht einfach nicht mehr mit meinem Knie. Ich werde im März 34, da muss man nicht mehr ohne Kreuzband über den Platz rennen.

Sie sind immer noch Mitglied beim TSV Lehnerz…

Das stimmt. Lehnerz ist ein Stück Heimat für mich geworden. Der Verein ist mir in den elf Jahren sehr ans Herz gewachsen. Deshalb wollte ich die Mitgliedschaft auch nicht kündigen, sondern will gerne dabei bleiben. / kr

Autor: Ralph Kraus

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Mannschaften