10.01.2018

„Liga vier ist als einzelner Club kaum zu stemmen“

TSV-Finanzvorstand Martin Geisendörfer über Lohsse, Schaaf, Broschke und Borussia Fulda

Martin Geisendörfer will mit seinem TSV Lehnerz auf Platz zwei landen. Foto: Charlie Rolff

Martin Geisendörfer hat derzeit gut lachen: Die drei Seniorenmannschaften „seines“ TSV Lehnerz stehen sportlich gut da, allen voran natürlich das Hessenligateam – und mit Trainer Marco Lohsse und Kapitän Patrick Schaaf haben zwei elementare Stützen bereits für die neue Runde zugesagt. Im Interview äußert sich der 60-jährige TSV-Finanzvorstand aber auch zu Baustellen wie der Personalie Patrick Broschke, dem kriselnden JFV Viktoria Fulda sowie zu einer Kooperation mit Stadtrivale Borussia Fulda.

Alle Chancen im Kampf um den Hessenligatitel und mit Marco Lohsse und Patrick Schaaf bereits die wichtigsten Schäfchen im Trockenen. Es könnte gerade schlechter laufen, oder?

Wir hatten diesen Erfolg auch angesichts der Ausfälle in der Form nicht erwartet und sind hochzufrieden. Wir hatten oftmals das Quäntchen Glück gehabt, das wir uns auf der anderen Seite erarbeitet haben und stehen in der Hessenliga sehr komfortabel da. Die Mannschaft strahlt Geschlossenheit aus und hat oft Moral gezeigt. Dass wir mit dem Trainer und dem Kapitän verlängern konnten, freut uns und ist ein Zeichen von Beständigkeit. Beide identifizieren sich voll mit dem TSV: Marco ist seit fast 20 Jahren da, Patrick coacht nebenbei noch eine Jugendmannschaft und hat sich für drei weitere Jahre an Lehnerz gebunden. Natürlich erhoffen wir uns von den beiden Zusagen auch eine Signalwirkung für den Rest des Kaders.

Wie weit sind die Gespräche mit den anderen Spielern gediehen? Bei den Verteidigern Julian Pecks und Sebastian Sonnenberger steht ja auch bald das Auslandssemester an ...

Wir sind dran, haben auch schon weitere Zusagen erhalten, geben dies aber zu gegebener Zeit en bloc bekannt. Hohe Priorität bei der Kaderplanung hat natürlich auch der Einbau von Juniorenspielern in die Seniorenmannschaften. Dazu wollen wir weiterhin möglichst viele Spieler aus der Region in unseren Reihen haben. Was Julian und „Sonne“ angeht, hoffen wir, dass sie vielleicht versetzt ins Ausland gehen oder unter Umständen wie Jan-Niklas Jordan hier und da eingeflogen werden können. Das Studium geht aber natürlich vor.

Patrick Broschke ist mittlerweile an die Richard-Müller-Straße zurückgekehrt, die Freigabe von Thalau steht aber weiterhin aus ...

In Sachen Broschke findet in dieser Woche wieder ein Gespräch statt, in dem wir unser äußerstes Angebot abgeben werden. Eigentlich sollte Patrick schon im Sommer zu uns kommen, er ist dann aber auch wegen des Ausfalls von Florian Storch im Wittiggrund geblieben. Die Summe, die nun seitens der Thalauer aufgerufen wird, werden wir nicht bezahlen. Wir richten uns in erster Linie nach dem Betrag, den wir vor eineinhalb Jahren vom SV Flieden für ihn erhalten haben. Werden wir uns nicht einig, kann er leider Gottes bis Anfang Mai nicht spielen. Ich gebe aber auch zu bedenken, dass wir in der Vergangenheit Thalau häufiger entgegengekommen sind, wenn ich beispielsweise an die Wechsel von Stanislav Szilagyi oder Timo Müglich denke.

Mit welchen Zielen geht Lehnerz nun in die Restrunde? Der Aufstieg scheint nicht abwegig ...

Nun ja. Dreieich ist in meinen Augen weg und wird dieses Jahr auch in die Regionalliga hochgehen. Zweiter wollen wir aber schon gerne werden. Die Aufstiegsrundenspiele sind das Salz in der Suppe, die Partien gegen Hauenstein und Bahlingen vor zweieinhalb Jahren waren Highlights. Ob die Regionalliga unserem Verein gut tun würde, steht dann aber auf einem anderen Blatt. Ein Aufstieg ist nicht unser primäres Ziel, zumal uns im Fall des Falles ein riesiger finanzieller Kraftakt bevorstünde. In der Spitzengruppe der Hessenliga fühlen wir uns schon ganz wohl.

Wie kann Regionalliga in Osthessen dann funktionieren?

Liga vier als Einzelverein zu stemmen, ist mittlerweile extrem schwierig.

Da braucht es dann wohl einen starken Partner. Borussia Fulda vielleicht?

Natürlich ist das eine Überlegung, nicht erst seit heute. Aber es ist kein leichtes Unterfangen, viele handelnde Personen mit unterschiedlichen Interessen zu berücksichtigen und gerechte Rahmenbedingungen für alle Parteien herzustellen.

Kommen wir zum Jugendbereich: Alle drei Junioren-Hessenligateams stehen derzeit unten drin. Abstiege drohen, dazu wurde in der A-Jugend ein Trainerwechsel vollzogen ...

Trainerwechsel im Jugendbereich sind während der Saison natürlich nicht optimal. Andererseits haben wir hier in den vergangenen Jahren auch viel Kontinuität an den Tag gelegt, wenn ich nur an Trainer wie Sebastian Vollmar oder Sebastian Sonnenberger denke. Generell spüren wir die vor wenigen Jahren eingeführten Junioren-Verbandsligen. Es ist schwieriger geworden, die besten Youngster der Region für uns zu gewinnen, weil andere Vereine auch ein hohes Niveau im Hinblick auf die Spielklasse bieten können. Dass die B- und C-Junioren die Klasse halten, daran habe ich keine Zweifel. Bei der A-Jugend ist die Lage natürlich kritisch, aber die Rückkehr von lange Verletzten wie Noah Quanz oder Dominik Hanslik macht mir Hoffnung.

Auch im Juniorenbereich hört man von Annäherungsversuchen zwischen dem TSV Lehnerz und Borussia Fulda ...

Korrekt, auch hier finden Diskussionen statt. Allerdings befinden wir uns auch in dieser Thematik in der Findungsphase. Hier gilt es, auch die Stammvereine der Jugendfördervereine, also bei uns Bronnzell und in Fulda Haimbach, zu berücksichtigen. / hall

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