22.12.2017

Fix: Röhrig nach Flieden

Hessenliga: Einigung über Ablösesumme steht noch aus

Marc Röhrig (links, hier mit seinem neuen Trainer Meik Voll) erhält in Flieden die Rückennummer 11.

Seit Monaten schwelten die Gerüchte, nun ist der Wechsel perfekt: Spielmacher Marc Röhrig (24) verlässt im Winter seinen Heimatverein TSV Rothemann und schließt sich dem Hessenligisten SV Buchonia Flieden an. Rein von den Formalien her ist alles klar, einzig und alleine die Frage steht im Raum, ob sich beide Vereine auf eine Ablösesumme - Rothemann fordert Gerüchten zufolge eine mittlere vierstellige Summe - einigen können. Sollte dies nicht der Fall sein, würde Röhrig laut eigener Aussage auch eine Sperre bis zum 13. Mai in Flieden absitzen. Mikael Avanesian wird die Buchonia derweil wieder verlassen und kehrt nach Kerzell zurück.

"Die Fliedener sind nun schon seit drei Jahren an mir dran. Und jetzt ist einfach der richtige Zeitpunkt für den Wechsel", befindet Röhrig, der sich Anfang Mai am Meniskus verletzt sowie das Kreuzband angerissen hatte, im August schon sehr früh sein Comeback feiern durfte und seither in 14 Gruppenligapartien elf Treffer für die Roten erzielt hat. Röhrig fühle sich sportlich bereit, zwei Klassen höher anzugreifen. "Ich glaube, ich bin so erfahren, um zu wissen, dass ich es packen kann. Außerdem spielen mit den früheren Rothemannern Christian Bohl und Flo Wess sowie Marc Götze dicke Kumpels in der Mannschaft. Da ich auch beruflich nun wieder in der Heimat unterwegs bin, nachdem ich die vergangenen Jahre in Hannover an der Technikerschule gelernt habe, passen die Rahmenbedingungen jetzt einfach."

Auch der SV Flieden freut sich über den hochkarätigen Neuzugang, nach dem man sich schon lange gesehnt hatte. "Im Frühjahr ist der Kontakt sehr intensiv gewesen und wir hätten Marc schon gerne im Sommer gehabt - ungeachtet seiner Verletzung. Wir sind froh, dass wir so einen technisch hochveranlagten Akteur mit einer hohen Spielintelligenz für uns gewinnen konnten. Er wird uns enorm weiterhelfen", erklärt der Zweite Vorsitzende der Buchonen, Frank Happ. Die Spielberechtigung für Röhrig sei schon vorhanden, unklar ist allerdings noch, ob der 24-Jährige zum Rückrundenauftakt schon auflaufen darf. "Wir müssen uns mit Rothemann noch finanziell einig werden", merkt Happ an. Bis zum 31. Januar ist noch Zeit. Besteht bis dahin keine Einigung, dürfte der "Zehner" erst am 13. Mai 2018 ins Geschehen eingreifen. "Rothemann ist mein Heimatverein. Ich gehe nicht im Bösen. Von daher bin ich sehr optimistisch, dass die Sache bis zum 31. Januar geklärt ist", waltet bei Röhrig, der neben Rothemann bisher nur für den FSV Thalau gespielt hat, der Optimismus.

Rothemanns Erster Vorsitzender Andreas Block versteht den Wechselwunsch von Röhrig: "Sportlich gesehen muss er das machen. Uns schmerzt sein Abgang sportlich wie persönlich. Es wird natürlich ganz, ganz schwer, ihn zu ersetzen." Was die Diskussionen um die Ablösesumme anbelangt, ist Block zuversichtlich, "dass wir das irgendwie hinbekommen. Die Gespräche mit Frank Happ und auch Abteilungsleiter Jochen Koppel, der ja früher bei uns in Rothemann gearbeitet hat, sind fair. Es gibt keinen Grund, dreckige Wäsche zu waschen."

Den Schritt von der Hessenliga zurück in die Gruppenliga hat derweil Mikael Avanesian vollzogen. Der 22-jährige Mittelfeldspieler kehrt zurück zur SG Kerzell, von der er im Sommer ins Königreich gewechselt war. "Mikael und wir hatten beide unterschiedliche sportliche Vorstellungen. Beide Parteien waren mit dem Verlauf der Hinrunde nicht zufrieden, die Erwartungshaltung war eine andere. Mika hatte es verdammt schwer, weil er die Vorbereitung wegen einer Schambeinentzündung fast komplett verpasst hat. Wir gehen im Guten auseinander, wünschen ihm viel Erfolg bei der Helvetia. Vielleicht findet man ja irgendwann noch einmal zusammen", kommentiert Frank Happ den Wechsel. Für Kerzell kam der Rückkehrer derweil überraschend, wie Vorstandssprecher Claus Heiner mittelt: "Wir freuen uns auf Mika, der ja im letzten Jahr so etwas wie unsere 'Überlebensgarantie' darstellte. Dem SV Flieden danken wir herzlich für ein sehr freundschaftliches und konstruktives Gespräch zum Zustandekommen des Wechsels."

Autor: Christian Halling

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