07.11.2017

Wilde sauer: "Das ist nicht akzeptabel"

Junioren: Neuer Modus im Hessenpokal sorgt für Unmut

Matthias Wilde hadert mit dem neuen Modus im Hessenpokal. Foto: Charlie Rolff

Der neu modifizierte Hessenpokal bei den A- und B-Junioren nimmt in dieser Woche Fahrt auf. Anders als im Vorjahr steigen in der ersten Runde auch die Kreispokalsieger ein, dazu nehmen alle Hessen- und Verbandsligisten teil. Für Unmut sorgen bei den osthessischen Teilnehmern vor allem die weiten Fahrten unter der Woche.

Bis nach Eschwege reisen die A-Junioren des FV Horas: "Ich frage mich, ob die Verantwortlichen wissen, was sie dort für Spiele angesetzt haben", ärgert sich Horas-Trainer Matthias Wilde, dessen Schützlinge am Mittwoch (19 Uhr) beim JFV Werra-Meißner im Einsatz sind. "Ich kann mit dem Modus einfach nichts anfangen. Wieso wird die erste Runde nicht einfach nach regionalen Gesichtspunkten gespielt? Wir fahren unter der Woche mehr als eineinhalb Stunden zu einem Pokalspiel. Das ist Wahnsinn nicht und nicht akzeptabel", ist Wilde sauer, denn gerade organisatorisch müsse einiges gestemmt werden: "Einerseits müssen die Spieler irgendwie regeln, dass sie pünktlich zum Treffpunkt erscheinen, andererseits müssen wir Eltern finden, die bereit sind, die Spieler nach Eschwege zu fahren. Das ist unter der Woche alles andere als selbstverständlich."

Der SV Flieden hingegen wird gar nicht erst antreten, das Spiel gegen die JSG Lumdatal (Geilshausen, Landkreis Gießen) hätte am Mittwoch (19 Uhr) stattfinden sollen. "Wir hatten am Samstag nur zwölf Mann, von denen werden drei Spieler es zeitlich definitiv nicht schaffen, dazu sind noch weitere Akteure auf der Kippe. Also haben uns intern beraten und dazu entschieden, das Spiel abzuschenken. In dieser Form ergibt der Hessenpokal für mich keinen Sinn, man sollte den Modus überdenken", sagt Fliedens Trainer Markus Kullmann, der nicht nachvollziehen kann, wieso der Regionalpokal abgeschafft wurde. "Das war ein funktionierender Modus. Unter der Woche nach Bad Soden oder Fulda zu fahren, ist absolut überschaubar. Aber für ein Erstrundenspiel im Pokal gleich mehr als 100 Kilometer einfache Strecken zu fahren, ist absoluter Wahnsinn", findet Kullmann.

Vergleichsweise kurze Wege haben die A-Junioren des JFV Bad Soden-Salmünster zu bewältigen, die am Mittwoch (19 Uhr) bei der JSG Heiligenborn gastieren. "Da haben wir noch einmal Glück gehabt, denn ich weiß nicht, wie viele meiner Spieler unter der Woche eine Fahrt von mehr als 100 Kilometern bewältigen sollen. Viele sind schon in der Ausbildung und müssen bis halb sechs arbeiten", berichtet JFV-Trainer Florian Pfeiffer, der zwar eine Runde weiterkommen möchte, aber ankündigt, vor allem die zuletzt angeschlagenen und verletzten Spieler wieder heranführen zu wollen.

Die Spiele in der Übersicht:

A-Junioren
Mittwoch, 19 Uhr:
SG Wildeck - JFV Aulatal-Kirchheim
JFV Fulda - KSV Baunatal
JFV Werra-Meißner - FV Horas
JSG Heiligenborn - JFV Bad Soden-Salmünster
JFV Ohmtal/Homberg - JFV Viktoria Fulda
19.30 Uhr:
JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach - 1. FC Schwalmstadt

B-Junioren
Dienstag, 19 Uhr:
TSV Heiligenrode - JFV Aulatal-Kirchheim
JSG Calden/Greb./Homb./Udenh. - JFV Viktoria Fulda
JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach - JFV Alsfeld
Mittwoch, 19 Uhr:
JSG Freiensteinau - JFV Bad Soden-Salmünster
Freitag, 19 Uhr:
JSG Künzell - SG Guxhagen/Körle/Fuldabrück

Autor: Max Lesser

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