04.11.2017

"Hätte zehnmal wechseln können"

Hessenliga: Volls Fliedener enttäuschen bei 1:3 in Hadamar

Meik Voll wurde in Hadamar von seinem Team enttäuscht. Foto: Charlie Rolff

Kleiner Rückschlag für den SV Flieden in der Hessenliga: Nach zwei Heimsiegen in Serie setzte es eine 1:3-Auswärtsniederlage beim SV Rot-Weiß Hadamar. Eine verdiente Pleite, weil die Buchonen vor allem in der Phase zwischen der 15. und 45. Minute keinen guten Fußball spielten.

"Ich bin schon mega enttäuscht von der Art und Weise, wie wir verloren haben", war Coach Meik Voll mächtig angefressen. Nach starken zehn Minuten zu Beginn, in denen André Herr aus bester Position und Fabian Schaub das 1:0 liegen ließen, kam von den Buchonen nicht mehr viel. "Wir hatten heute nicht den Riesendruck, haben aber alles andere als befreit aufgespielt", haderte Voll, dessen Mannschaft auf dem Kunstrasen kaum griffig war und Hadamar nach und nach immer mehr spielen ließ. Der "keinesfalls übermächtige Gastgeber" (Voll) kam zweimal auf ähnliche Weise zu seinen Toren. Nach langen Bällen in die Spitze waren die Innenverteidiger Niko Zeller und Nico Hohmann jeweils zu weit voneinander entfernt, was die rot-weißen Angreifer Marius Löbig (26.) und Leon Burggraf (36.) zweimal mit einem gedankenschnellen Antritt zu nutzen wussten.

In der Pause dann Volls Rundumschlag, denn der Fliedener Trainer wechselte gleich dreimal. "Allerdings hätte ich auch zehnmal wechseln können", verschwieg der 41-Jährige nicht, dass es in der Kabine zuvor geknallt hatte. "Nur Christopher Krause hatte auf dem Kunstrasen ein blutiges Knie, die anderen haben Schubbi-Schubbi gemacht." Immerhin wurde es nach einem Weckruf von Leon Burggraf (48., Latte) etwas besser, vor allem Felix Hack und Dario Stange machten mehr Betrieb über die Außen. Nicht ganz so überraschend deshalb der Anschlusstreffer, als die Joker zusammenspielten: Hack drückte die Stange-Flanke aus dem Rückraum ins kurze Eck (72.). Bitter, dass der beste Fliedener in Durchgang eins, Keeper Lukas Hohmann dann in die Schlussoffensive der Buchonia einen Bock einstreute, als er nach einem schnellen Gegenzug Hadamars "Abseits" brüllte, die Hand hob, alle Mitspieler stehen blieben und der Schlussmann den Ball zu schlechter Letzt durch die Hosenträger flutschen ließ und sich Burggraf bedanken konnte (85.).

"Hinter uns hat in der Tabelle fast keine Mannschaft dreifach gepunktet. Wir haben ein gutes Polster, mit einem Dreier heute hätten wir aber ein richtiges Ausrufezeichen setzen können. Doch dafür war die Fehlerquote heute einfach zu hoch", schloss ein enttäuschter Meik Voll. / hall

Die Statistik:

SV Rot-Weiß Hadamar: Strauch; Kuczok, Schraut, Neugebauer, Böcher, Burggraf, Kretschmer (11. Granja, 86. Hepp), Bangert, Rücker, Löbig, Vorschneider (65. Kunisch).
SV Buchonia Flieden: L. Hohmann; Leibold, Zeller, N. Hohmann, Rumpeltes, Herr (46. Gaul), Krause, Götze (46. Hack), Drews, Bohl (46. Stange), Schaub.
Schiedsrichter: Steffen Rabe (Burgwald). Zuschauer: 300. Tore: 1:0 Marius Löbig (26.), 2:0 Leon Burggraf (36.), 2:1 Felix Hack (72.), 3:1 Jann Bangert (86.).

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