31.10.2017

Vellmar führt Steinbach vor

Hessenliga: Nur für den Gast ist Feiertag

Maik Siebert (links) und der OSC Vellmar waren deutlich aggressiver als Steinbach um Pascal Manß. Foto: Kevin Kremer

Das waren ein paar schallende Ohrfeigen, die der SV Steinbach da hinnehmen musste: Gegen das bis dato sieglose Schlusslicht OSC Vellmar setzte es eine hochverdiente 4:6 (1:3)-Pleite.

Verdient, weil Vellmar ein Lehrbeispiel ablieferte, wie Abstiegskampf funktionieren kann. Wer glaubt, dass eine Mannschaft, die nach 15 Saisonspielen noch keinen Dreier holen konnte, nicht intakt sein kann, wurde über 90 Minuten eines besseren belehrt. Vellmar trat mit offensiver Grundausrichtung an, legte los wie die Feuerwehr und hielt ein gigantisches Tempo auch durch. An wirklich jeder gelungen Aktion, und war es nur eine Grätsche ins Seitenaus, richtete sich Vellmar auf, feuerte sich an und setzte darüber hinaus spielerisch die Akzente, die zu weit mehr als einem Dutzend Großchancnen führten.

Nicht einmal 100 Sekunden waren gespielt, da hatte sich Enes Glogic klasse durchgesetzt und aus 10 Metern das 0:1 erzielt. Und gerade in Durchgang eins legte Vellmar auch spielerisch eine hessenligareife Vorstellung hin, ermöglichte sich neben den beiden weiteren Treffern vier, fünf Hochkaräter, die streckenweise für jede Pannenshow im Jahresrückblick reichen sollten. Das war aber auch das einzige, das Gästecoach Mario Deppe an diesem Auftritt stören dürfte.

„Die Leistung hat mich nicht überrascht“, sagte Deppe und verwies auf die guten Leistungen in den vergangenen Wochen, da allerdings reichte es gegen Spitzenteam nicht zu Zählbarem. Auf eine große Spielanalyse wollte er verzichten, verwies viel lieber auf eine euphorische Mannschaft, die zeitgleich bereits in der Kabine feierte.

Toskovic an allen Toren beteiligt

Steinbach hingegen wirkte von Beginn an überrascht von dem Auftritt Vellmars, hielt lange überhaupt nicht dagegen, wirkte immer einen Schritt zu spät und gewann so keine zweiten Bälle. Hinzukam, dass sich Steinbach permanent spielerisch befreien wollte, sich auf dem schwierigen Geläuf damit allerdings oft selbst in Bredouille brachte. Erst nach der Pause, als es wieder in Richtung Heimtor ging, berappelte sich Steinbach, war 15 Minuten zumindest gleichwertig, doch spätestens mit dem 1:4 war klar, dass nur Vellmar den Platz als Sieger verlassen wird.

Und es passte an diesem Tage wirklich alles zusammen: Petr Paliatka wechselte früh, Steinbach musste ob einer Oberschenkelverletzung Michael Wiegands daher 20 Minuten in Unterzahl agieren. Dazu wurde Pascal Manß nach einem rabiaten Foul verletzt ausgewechselt. Einzige Lichtblicke: Vuk Toskovic war an allen vier Steinbacher Toren beteiligt, Florian Münkel tat mit zwei Treffern etwas für sein Selbstvertrauen.

„Ich weiß nicht, warum wir nicht daran angeknüpft haben, was wir uns in den vergangenen Wochen erarbeitet haben“, war Paliatka konsterniert und fügte an, „dass wir verlieren können, aber nicht so“. Er sprach von mindestens fünf Totalausfällen und blickte anschließend nur noch in die Leere.

Die Statistik:

SV Steinbach: Motzkus – T. Wiegand, Bott, Trabert, Yildiz (46. Paliatka) – M. Wiegand, Schaub – Toskovic, Kvaca (66. Dimitrijevic), Manß (66. Schleinig) – Münkel.
OSC Vellmar: Schlöffel – Siebert, Kauf, Brinkmann, Scherer – Bautista Angel – Wollenhaupt, Glogic, Yantut, Utsch (90. Üstün) – Wissemann (79. Costa Sabate).

Schiedsrichter: Sascha Bauer (TSV Obermelsungen).
Zuschauer: 220.
Tore: 0:1 Enes Glogic (2.), 0:2 Tolga Yantut (16.), 1:2 Steffen Trabert (18.), 1:3 Robin Wissemann (36.), 1:4 Marko Utsch (62.), 1:5 Robin Wissemann (70.), 2:5 Florian Münkel (71.), 2:6 Marko Utsch (77.), 3:6 Vuk Toskovic (82., Foulelfmeter), 4:6 Florian Münkel (90.).

Autor: Johannes Götze

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften